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23. September 2021
Home-Office wird Präsenzarbeit nach Corona nicht ablösen
Portrait of a cheerful mature businesswoman working on laptop at home office.

Home-Office wird Präsenzarbeit nach Corona nicht ablösen

Laut einer Sopra-Steria-Studie sieht die Mehrheit der Unternehmen und Behörden in Deutschland in Remote-Arbeit keinen Ersatz für Präsenzarbeit. Allerdings unterscheiden sich die Home-Office-Pläne je nach Branche.

Wirtschaft und öffentliche Verwaltung in Deutschland haben in den vergangenen 18 Monaten Pandemie viel in den organisatorischen Umbau investiert, so die Studie „Potenzialanalyse Organisation x.0“ von Sopra Steria in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut. Bei 84% der befragten Arbeitgeber ging und geht es dabei um die Integration von Home-Office- und Remote-Arbeit in die Organisation. Das Aufrechterhalten der Arbeitsfähigkeit und des Geschäftsbetriebs aus der Distanz war das am häufigsten genannte Ziel organisatorischer Umbauarbeiten, so die Studie. Nahezu zwei Drittel der Unternehmen und Behörden investierten in kollaboratives Arbeiten. Sie stellten beispielsweise Infrastruktur bereit, führten passende Software ein und schulten die Mitarbeiter und Führungskräfte.

Das Arbeiten von zuhause oder unterwegs sowie virtuelle Events und Meetings werden kurz- bis mittelfristig allerdings keinen Ersatz für den realen Kontakt mit Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern bedeuten, sagen die Studienergebnisse: Nur 46% der befragten Entscheider glauben daran, dass der Anteil von Remote-Arbeit dauerhaft über 30% liegen wird. Zum Vergleich: Im März 2021 arbeiteten 32% der Beschäftigten teilweise oder dauerhaft im Home-Office. In einzelnen Dienstleistungsbranchen lag der Anteil mit rund 43% etwas höher. Das ergibt eine Erhebung des ifo Instituts. Viele Unternehmen hatten vor Ausbruch der Pandemie in eine neue Büroorganisation und New-Work-Konzepte investiert, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Davon wollen die Firmen profitieren, sobald es die Lage wieder erlaubt.

Speziell Finanzdienstleister werden ihren aufgebauten Remote-Arbeitsanteil allerdings beibehalten oder ausweiten. Jeder zweite Versicherer ist beispielsweise in der Lage, Kunden auch per Videochat zu beraten, so der Branchenkompass Insurance von Sopra Steria. In der verarbeitenden Industrie und der öffentlichen Verwaltung sehen die Befragten Home-Office dagegen mehrheitlich eher als Ausweichmöglichkeit denn als flächendeckende Alternative.

Das Rad vollkommen zurückzudrehen, sei nicht ratsam. Unternehmen und Behörden sollten schauen, dass sie nachhaltig von den Investitionen in dezentrale Arbeit profitieren, kommentiert Martin Weisath, Leiter Digital Soul bei Sopra Steria Next, der Management-Consulting-Marke von Sopra Steria. Unternehmen und Behörden sollten vielmehr die Erfahrungen für künftige Hybridmodelle nutzen.

In der Industrie setzt laut Sopra Steria beispielsweise ein Umdenken ein. Unternehmen haben im Lockdown erkannt, dass sich selbst Arbeiten in der Produktion durch digitale Technologien wie Augmented Reality (AR) aus der Distanz erledigen lassen. Mitarbeitende sollen künftig Maschinen über AR-Brillen verstärkt auch von zuhause oder anderen Standorten aus steuern und überwachen können. (ad)

Bild: © bnenin – stock.adobe.com