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10. März 2021
Immobilienfonds hinken bei der Nachhaltigkeit hinterher
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Immobilienfonds hinken bei der Nachhaltigkeit hinterher

EY Real Estate hat eine aktuelle Studie zur Nachhaltigkeit von Immobilienfonds veröffentlicht. Demnach erwarten die meisten Anbieter eine hohe Nachfrage in diesem Bereich. Und auch bei den Neuauflagen dürften sie zukünftig dominieren. Aktuell herrscht allerdings noch erheblicher Nachholbedarf.

Nachhaltigkeit ist auch bei Immobilienfonds ein wichtiges Thema. Schließlich müssen auch diese ab dem 10.03. offenlegen, ob sie nachhaltige oder ökologische Merkmale (Art. 8 Offenlegungs Verordnung) bewerben, nachhaltige Investitionen anstreben (Art. 9) oder gar keine Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. EY Real Estate hat das zum Anlass für eine aktuelle Marktstudie genutzt. Diesem ESG-Snapshot zufolge gibt es bisher nur wenige nachhaltige Projekte. Auch die Daten und Prozesse seien häufig noch nicht an die Regulatorik angepasst.

Nachhaltigkeit als wichtiges Zukunftsthema

Dabei spielt Nachhaltigkeit nicht nur wegen der Regulatorik eine wichtige Rolle bei Immobilienfonds, sondern insbesondere auch aufgrund der Nachfrage der Kunden. Vier von fünf befragten Marktakteuren der Immobilienwirtschaft rechnen in der Zukunft mit einer hohen investorenseitigen Nachfrage nach nachhaltigen Produkten. Darüber hinaus rechnen drei Viertel damit, dass zukünftig mehrheitlich nachhaltige Produkte auf den Markt kommen werden.

Nachhaltige Fonds noch deutlich in der Minderheit

Die Realität sieht hingegen ganz anders aus. In dieser dominieren Nicht-ESG-Fonds. Nur 35% der Marktteilnehmer haben mindestens einen Fonds nach Art. 8 im Portfolio, sogar nur 18% einen Immobilienfonds gemäß Art. 9. Die Transformation von Nicht-ESG-Bestandsfonds ist bei 60% der Befragten auch nicht geplant. 40% der Befragten befinden sich nach eigener Aussage in der Etablierungsphase einer Nachhaltigkeitsstrategie. 35% entwickeln ihre ESG-Strategie derzeit. 19% befinden sich sogar erst in der Orientierungsphase. Nur 5% kontrollieren und steuern nach eigener Aussage bereits den Fortschritt ihrer selbst gesetzten Nachhaltigkeitsziele.

Mangelhafte Daten und Prozesse

Ein großes Problem sind Daten und Prozesse. Nur 44% der Marktteilnehmer fühlen sich in der Lage, bereits vorhandene Daten als Berechnungsgrundlage für nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten gemäß EU-Taxonomie heranzuziehen. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass sich lediglich 23% der Befragten gut auf bevorstehende regulatorische Anforderungen vorbereitet sehen. 67% sehen die erforderliche Berechnung nachhaltiger wirtschaftlicher Aktivitäten vor allem wegen fehlender Daten und Systeme auf Portfolioebene erschwert. (mh)

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