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Immobilieninvestoren sehen klare Blasengefahr
09. Oktober 2019

Immobilieninvestoren sehen klare Blasengefahr

Universal-Investment hat auch in diesem Jahr wieder professionelle Immobilienanleger zu ihrer aktuellen Markteinschätzung befragt. Sieben von zehn Experten sehen demnach eindeutig eine Blasengefahr. Zudem werden die deutschen Immobilienpreise zunehmend als nicht mehr akzeptabel bewertet.


Universal-Investment hat auch in diesem Jahr wieder professionelle Immobilienanleger zu ihrer aktuellen Markteinschätzung befragt. Sieben von zehn Experten sehen demnach eindeutig eine Blasengefahr. Zudem werden die deutschen Immobilienpreise zunehmend als nicht mehr akzeptabel bewertet.


Immobilieninvestoren sehen klare Blasengefahr

Universal-Investment hat 2019 zum siebten Mal eine Umfrage zum Verhalten institutioneller Immobilienanleger durchgeführt. Demnach legen die institutionellen Anleger mit 54% ihren Investitionsschwerpunkt weiterhin auf Deutschland. Im Vorjahr waren es allerdings sogar noch 70%. Der Rest von Europa legte leicht von 28 auf 31% zu. Auch das Interesse an Investitionen in Nordamerika wächst wieder. Hier wollen in Zukunft 4% der Befragten investieren. Im Vorjahr war es weniger als 1%. Die Region Asien/Pazifik legte von ähnlichem Niveau sogar auf 9% zu.

Deutsches Preisniveau überschreitet Akzeptanzgrenzen

Deutschland verliert vor allem aufgrund des stetigen Preisanstieg an Beliebtheit. Für drei von zehn Befragten ist das Preisniveau nicht mehr akzeptabel. Das entspricht in etwa einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr. In Gesamteuropa sehen hingegen zwar drei Viertel die Immobilienpreise als hoch an, für immerhin 70% sind sie aber noch akzeptabel. Für Immobilien im Rest der Welt teilten ebenfalls rund 70% diese Einschätzung. Kaufgelegenheiten zu niedrigen Preisen sehen Investoren in ganz Europa nicht mehr.

Sprunghafter Anstieg bei Wohnimmobilien

Wie im Vorjahr will rund jeder zweite Anleger in Büroimmobilien investieren. Der Einzelhandel hat hingegen an Attraktivität verloren. Mit 8% hat Universal-Investment bei Einzelhandelsimmobilien den niedrigste Wert seit Umfragebeginn gemessen. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 12%. Auch der Hotelsektor büßte leicht von 8 auf 6% ein. Deutlich gestiegen ist hingegen das Interesse an Wohnimmobilien freuen. Fast jede vierte Neuinvestition (23%) soll in Wohnimmobilien erfolgen (2018: 14%).

70% sehen eine Blasengefahr

Angesichts der immer weiter steigenden Preise, sieht der Großteil der professionellen Immobilieninvestoren die Gefahr einer Immobilienblase – zumindest für einzelne Märkte. Über 70% teilen diese Einschätzung. Fast jeder Vierte erkennt sogar eindeutig eine Blasengefahr unabhängig von einzelnen Standorten. Nur 6% hegen keinerlei Befürchtungen, dass die Immobilienmärkte heiß laufen könnten.

Sinkende Renditeerwartungen

In Bezug auf die Renditen erwarten fast 90% der Befragten bei Neuinvestitionen in Immobilien mit erstklassiger Lage der deutschen Top-7-Städte eine Nettoanfangsrendite von unter 3,5%, über 40% davon sogar von unter 3%. Bisher lag bei zwei Drittel bis drei Viertel der befragten Anleger der Fokus auf der laufenden Ausschüttungsrendite. Mittlerweile sieht nicht einmal jeder Zweite hier noch den Renditeschwerpunkt. Demgegenüber hat in diesem Jahr die Gesamtrendite erheblich an Bedeutung hinzugewonnen: Waren es im Vorjahr noch 9% der Befragten, die hier ihren Renditeschwerpunkt verorteten, so sind es 2019 bereits 41%.

Verschiebungen bei den Lieblingsanlageformen

Die bisherige Lieblingsanlageform der institutionellen Investoren, der offene Immobilienspezialfonds nach deutschem Recht, bekommt zunehmend Konkurrenz von Vehikeln nach Luxemburger Recht wie SCS und SCSp (jeweils 29%). Besonders wichtig ist institutionellen Anlegern bei neuen Immobilienfondsanlagen mit Abstand der Wunsch nach Manage-to-Core Kompetenz (63%). Immerhin jeder zweite Befragte legt auch Wert auf eine erfolgsabhängige Vergütung für die Fondsgesellschaften oder die Austauschmöglichkeit des Asset-Managers. (mh)

Bild: © Aamon – stock.adobe.com



Kommentare

von Jan Lanc am 09.10.2019 um 21:46 Uhr
Das trifft auf die großen Städte zum Teil zu aber ganz sicher werden die Preise in der Breite nicht nachgeben.


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