Wohnimmobilien in der Nähe der bayerischen Alpen gelegen sind als Erst- wie auch Zweitwohnsitz bei Immobilienkäufern äußerst begehrt. Wie sich die Immobilienpreise in den Regionen zuletzt entwickelt haben, zeigt der aktuelle Alpenreport 2026 aus dem Hause VON POLL IMMOBILIEN. Hierfür haben die Experten die durchschnittlichen Angebotspreise für Wohnimmobilien in den neun bayerischen Landkreisen mit direktem Alpenanschluss, also in erster Alpenreihe gelegen, für die Jahre 2020 bis einschließlich 2025 unter die Lupe genommen. Die Datengrundlage basiert auf den durchschnittlichen Angebotspreisen für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen von empirica-regio (VALUE Marktdaten).
Immobilienpreise legen weiter zu – auf hohem Niveau
Laut der Analyse haben in allen neun analysierten bayerischen Landkreisen mit direktem Alpenanschluss die Immobilienpreise gegenüber 2020 angezogen, teils deutlich. In sechs Landkreisen haben die Preise für Wohneigentum bis 2025 im zweistelligen Bereich zugelegt, während die drei Spitzenreiter fast die Marke von 20% knacken. „Ein klares Zeichen für die nachhaltige Wertbeständigkeit dieser Regionen“, sagt Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter bei VON POLL IMMOBILIEN.
Teures Pflaster Miesbach
Wenig überraschend weist der Landkreis Miesbach – in dem sich auch der Tegernsee befindet – 2025 die höchsten Quadratmeterpreise auf. Er liegt in der Rangliste vorne mit durchschnittlich 7.702 Euro pro Quadratmeter. Auf Rang 2 folgt mit einem deutlichen Abstand von über 1.100 Euro pro Quadratmeter der Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Kaufinteressenten müssen hier circa 6.558 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche veranschlagen. Laut der Experten aus dem Hause VON POLL IMMOBILIEN haben die Preise trotz des ohnehin schon hohen Preisniveaus in beiden Landkreisen innerhalb der vergangenen fünf Jahre weiter spürbar zugelegt. Der Landkreis Miesbach weist 2025 ein Plus von 9,6% gegenüber 2025 auf, der Landkreis Garmisch-Partenkirchen sogar 10,6%.
Energieeffizienz, Lage und Objektqualität im Blick
Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist weiter ungebrochen, wenngleich Kaufinteressenten etwas selektiver agieren. Energieeffizienz, Lage und Objektqualität stehen nun stärker im Fokus. Auch Zweitwohnsitze werden häufiger nachgefragt – trotz Erhöhung der Zweitwohnsitzsteuer ist das Interesse in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen“, erläutert Anette Lohmiller, Geschäftsstellenleiterin beim VON POLL IMMOBILIEN Partnershop Garmisch-Partenkirchen. Zweitwohnsitze würden dabei zunehmend für längere Aufenthalte genutzt und oft auch als perspektivischer Alterswohnsitz gesehen. Reine Kapitalanlagen seien eher selten, da hohe Kaufpreise und ein qualifizierter Mietspiegel die Rendite begrenzen. Zudem stünden kommunale Regulierungen einer intensiven Ferienvermietung entgegen, so Lohmiller.
Moderate Preissteigerungen in Bad Tölz-Wolfratshausen und Rosenheim
Knapp unter der Schwelle von 6.000 Euro liegen die Quadratmeterpreise im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sowie im Landkreis Rosenheim. Auch hier haben die durchschnittlichen Immobilienpreise 2025 gegenüber 2020 angezogen, aber nicht so deutlich. Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist mit 3,9% den niedrigsten Preisanstieg der Rangliste auf, der Landkreis Rosenheim mit 7,3% den zweitniedrigsten.
Preise zwischen 4.000 und 5.000 Euro
In den weiteren fünf bayerischen Landkreisen mit direktem Alpenzugang liegen die Kaufpreise in einer Spanne zwischen 4.000 und 5.000 Euro pro Quadratmeter. Wer eine Immobilie im Landkreis Lindau (Bodensee) kaufen will, muss circa 4.834 Euro pro Quadratmeter einplanen, im Landkreis Traunstein 4.630 Euro pro Quadratmeter, im Landkreis Berchtesgadener Land 4.482 Euro pro Quadratmeter und im Landkreis Oberallgäu rund 4.416 Euro pro Quadratmeter. Am günstigsten sind die Preise im Landkreis Ostallgäu – dort kam ein Quadratmeter Wohnfläche 2025 auf durchschnittlich 4.131 Euro.
„Nach einer spürbaren Zurückhaltung im Jahr 2023 hat sich die Nachfrage nach Wohnimmobilien auf hohem Niveau stabilisiert. Je nach Marktgängigkeit und Preis beläuft sich die Vermarktungsdauer dabei aktuell zwischen zwei Wochen und vier Monaten“, erläutert Peer Hessemer, Geschäftsstelleninhaber beim VON POLL IMMOBILIEN Partnershop Oberallgäu.
Preisanstieg von 11,8%
Laut Bericht sind die Quadratmeterpreise 2025 insgesamt in den Landkreisen in erster Alpenreihe im Fünfjahresverlauf um 11,8% auf 5.204 Euro gestiegen. Somit ist das Preisniveau in den Landkreisen in erster Alpenreihe doppelt so stark gestiegen wie das in den Landkreisen in zweiter Alpenreihe. Letzere verzeichneten im selben Zeitraum nur ein Wachstum von 5%. (tik)
Grafik: © von Poll Immobilien GmbH
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