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18. März 2026
Jobs in der Branche: Mismatch oder Fachkräftemangel?
Jobs in der Branche: Mismatch oder Fachkräftemangel?

Jobs in der Branche: Mismatch oder Fachkräftemangel?

Ist das Problem bei vakanten Stellen nicht die Qualifizierung, sondern eine zu geringe Passgenauigkeit von Angebot und Nachfrage, spricht man von „Arbeitsmarkt-Mismatch“. ebuero hat dazu Zahlen. Wo herrscht in der Versicherungs- und Finanzbranche Arbeitsmarkt-Mismatch, wo Fachkräftemangel?

Zahlreiche Stellen bleiben trotz hoher Nachfrage monatelang unbesetzt. Warum ist das so? Dieser Frage hat sich der Büro- und Telefondienstleister ebuero gewidmet und dies untersucht.

In einigen Bundesländern kommt es demnach zu einem sogenannten „Arbeitsmarkt-Mismatch“. Das heißt, es gibt zwar Arbeitskräfte, sie passen jedoch nicht zu den offenen Stellen, z. B. aufgrund falscher Qualifikationen, Erfahrung oder Region.

Während es also beim Fachkräftemangel insgesamt zu wenige qualifizierte Personen gibt, handelt es sich beim Arbeitsmarkt-Mismatch um ein Problem der zu geringen Passgenauigkeit von Angebot und Nachfrage, teilt ebuero mit.

Arbeitsmarkt-Mismatch in der Versicherungs- und Finanzbranche

 

Jobs in der Branche: Mismatch oder Fachkräftemangel?

 

Wie steht es um die Versicherungs- und Finanzbranche (siehe auch Grafik links)? Laut der ebuero-Untersuchung kommt es hier in 14 der 16 Bundesländer zum Arbeitsmarkt-Mismatch. Also gilt für die Branche: Die Arbeitssuchenden sind da, aber offene Stellen bleiben überdurchschnittlich lange unbesetzt. In der Versicherungs- und Finanzbranche herrscht dieses Problem besonders stark in Rheinland-Pfalz vor. Die durchschnittliche Vakanzdauer beträgt dort 282 Tage. In Brandenburg sind es 230 Tage, in Baden-Württemberg 216 Tage und in Sachsen und Thüringen 192 Tage. Einer Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit zufolge gilt eine Vakanzdauer von mehr als 90 Tagen als lang.

Grafik: © ebuero

Fachkräftemangel in nur zwei Bundesländern

In Bayern und Sachsen-Anhalt zeige sich hingegen eine andere Konstellation: Hier treffe eine hohe Stellen-Arbeitslosen-Relation (SAR) – also mehr offene Positionen als Arbeitssuchende in der Versicherungs- und Finanzbranche – auf eine ebenfalls überdurchschnittlich lange Vakanzdauer. Es handelt sich folglich weniger um klassische Matching-Probleme als vielmehr um einen tatsächlichen Fachkräftemangel oder um nicht ausreichend effiziente Bewerbungs- und Besetzungsprozesse, heißt es von ebuero.

 

Jobs in der Branche: Mismatch oder Fachkräftemangel?

 

Die niedrigste Vakanzdauer hat übrigens Berlin mit 126 Tagen. Dort ist aber auch die Stellen-Arbeitslosen-Relation am niedrigsten (0,26), was bedeutet, dass es dort relativ wenige offene Arbeitsstellen und relativ viele Arbeitssuchende gibt.

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen, laut einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit für den AGV der größte Versicherungsstandort (siehe Grafik links), liegt bei der Vakanzdauer mit 173 Tagen im mittleren Bereich.

Grafik: © AGV, Versicherungsstandorte (Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den Versicherungsunternehmen und dem -vermittlergewerbe): Städte mit mehr als 3.000 Arbeitnehmern im Versicherungsgewerbe (Versicherungsunternehmen und -vermittlergewerbe), Quelle: Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit für den AGV, Stichtag: 30.06.2025

Über die Untersuchung

Auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit analysierte das Unternehmen, in welchen Bundesländern besonders viele offene Stellen auf vergleichsweise wenige Arbeitssuchende treffen und wie lange Positionen vakant bleiben. Untersucht wurden Berufe in Büro, Personalwesen, Steuerberatung, Arzt- und Praxishilfe, Werbung und Marketing sowie Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Zur interaktiven Grafik von ebuero geht es hier. (lg)

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