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4. September 2026
Kfz-Flotte: Kosten pro Schadenfall werden Preistreiber

Kfz-Flotte: Kosten pro Schadenfall werden Preistreiber

Die Kfz-Flottenversicherung verändert sich: Für die Prämie zählt zunehmend nicht mehr die Schadenhäufigkeit, sondern die Kosten pro Schaden. Steigende Reparatur- und Ersatzteilkosten sowie Veränderungen durch die Elektrifizierung verschieben die Risikobewertung, weiß der Assekuranzmakler SÜDVERS.

In der Kfz-Flottenversicherung haben Versicherer in den vergangenen Jahren teils deutliche Verluste eingefahren. Um aus den roten Zahlen zu kommen, erhöhten sie die Beiträge – und das vielfach auch für Flotten mit bislang guter Schadenbilanz. Inzwischen hat sich der Markt etwas stabilisiert. Von einer kompletten Entspannung kann jedoch keine Rede sein: Das Maklerunternehmen Südvers rechnet in seinem Marktmonitor 2026/2027 weiterhin mit steigenden Prämien.

Ein wesentlicher Grund dafür sind die Kosten pro Schadenfall. Reparaturen werden teurer, Ersatzteilpreise steigen und auch der technische Aufwand bei der Instandsetzung nimmt zu. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, die den Inflationsdruck erneut verstärken könnten.

Nicht mehr nur die Schadenhäufigkeit zählt

Bei der aktuellen Prämienberechnung beobachtet Helen Krebs-Podleschak, Fachbereichsleiterin Kfz-Versicherung bei SÜDVERS, eine wichtige Verschiebung. „Die Anzahl der Schäden entscheidet heute immer seltener über die Versicherungsprämie – entscheidend sind die steigenden Kosten pro Schadenfall“, sagt sie. Für Unternehmen gewinnt damit die aktive Steuerung ihres Fuhrparks an Bedeutung. „Wer seinen Fuhrpark aktiv steuert und Risiken transparent macht, schafft die Grundlage für dauerhaft wettbewerbsfähige Versicherungslösungen.“

Eine Rolle spielt dabei auch die zunehmende Elektrifizierung der Fuhrparks. Elektrofahrzeuge verunglücken nach Einschätzung von Südvers nicht häufiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Kommt es jedoch zu einem Schaden, kann die Reparatur deutlich kostspieliger ausfallen. Batterietechnik, Hochvoltkomponenten und aufwendige Reparaturverfahren treiben die durchschnittlichen Schadenkosten nach oben.

Das hat Folgen für die Versicherbarkeit und die Risikobewertung. Denn je höher die potenzielle Schadenhöhe, desto stärker fließt sie in die Prämienkalkulation ein. Die Elektrifizierung der Fuhrparks verändert damit nicht nur die Fahrzeugflotten, sondern auch die Anforderungen an deren Versicherung.

Weg von der Pauschaltarifierung

Der Markt bewegt sich deshalb zunehmend weg von pauschalen Tarifierungsansätzen. Wie der aktuelle Marktmonitor von Südvers zeigt, fließen neben den bisherigen Schadenverläufen immer mehr individuelle Merkmale in die Kalkulation ein. Dazu gehören des Weiteren auch die Branchenzugehörigkeit, die Struktur des Fuhrparks, der Anteil des Werkverkehrs und die Qualität des Schadenmanagements.

Die Risikobewertung in der Kfz-Flottenversicherung wird damit individueller. Versicherer unterscheiden stärker zwischen gut gemanagten Fuhrparks und schadenbelasteten Flotten. Unternehmen, die ihre Schadenprozesse transparent gestalten, ein strukturiertes Risikomanagement betreiben und nachweisbar in Schadenprävention investieren, können von dieser Entwicklung profitieren. (bh)