Ein Viertel der Gen Z (bis 30 Jahre) lassen sich bei der Suche nach einer neuen Kfz-Versicherung von künstlicher Intelligenz (KI) unterstützen. Bei Kunden über 30 Jahren sind es lediglich 5%. Bei der jüngeren Generation hat sich der Anteil derjenigen, die auf KI-Tools bei der Suche setzen, innerhalb eines Jahres verdoppelt. Zum Vergleich: 2024 lag der Anteil bei den unter 30-Jährigen bei 13%. Dies geht aus einer Marktuntersuchung von Sirius Campus hervor.
Neben der Suche nach günstigen Tarifen befragen Kunden die KI-Suchmaschinen auch nach Qualitätsunterschieden und der Relevanz einzelner Leistungen. Teilweise lassen sich versierte Anwender auch Vergleichstabellen für ihr Auto erstellen und verzichten auf Vergleichsportale. 16% der KI-Nutzer finden so direkt eine passende Kfz-Police. Weitere 23% fühlen sich nach der KI-Nutzung sicher genug für einen eigenständigen Direktabschluss beim Kfz-Versicherungswechsel, wie es von Sirius Campus heißt.
20% setzen auf KI-Tools, um sich auf die Beratung mit einem Vermittler vorzubereiten.
Womit KI-Suchmaschinen bei Kunden punkten
An den Ergebnissen der KI-Suche schätzen die Kunden insbesondere die übersichtliche Aufbereitung, die Sortierung mit einem klaren Ranking und die dialogische Vertiefungsmöglichkeit. Zwar würden laut Sirius Campus ChatGPT oder Gemini in den Antworten regelmäßig die Nutzung eines Vergleichsportals empfehlen, aber nur Check24-Fans würden dorthin dann auch weitersuchen.
Vertrauen in KI, aber auch Bewusstsein um Grenzen
Wie die Analyse weiter zeigt, geben KI-affine Kunden bei der Produktsuche ausführlich und offen alle relevanten Informationen zu ihrer Person oder zu ihrem Wohnort in der KI-Suchmaschine an.
„Nutzer von KI-Suchmaschinen bringen ihrem ‚digitalen Buddy‘ ein erschreckend hohes Vertrauen entgegen. Aber sie nehmen auch Grenzen bei der KI-Nutzung wahr und suchen dann den Kontakt zu ihrem bestehenden oder zu einem neuen Vermittler“, erläutert Dr. Oliver Gaedeke, Gründer und Geschäftsführer von Sirius Campus.
Große und kleine Anbieter sowie Relevanz von Rankings
Gemini und ChatGPT berücksichtigen große Versicherermarken öfter. Doch die KI-Tools schlagen auch kleinere oder spezialisierte Anbieter vor. Der Marktuntersuchung zufolge ist das Ranking in der Vorschlagsliste für einen Tarif zwar von großer, aber nicht entscheidender Bedeutung für die KI-Nutzer.
Vertiefende Dialoge mit der KI würden teilweise neue Tarife von anderen Anbietern hervorbringen, mit denen sich die Kunden dann mit höherer Aufmerksamkeit befassen. Die direkten und dialogischen Vertiefungsmöglichkeiten in konkrete Tarife würden häufiger dazu führen, dass Kunden sich im nächsten Schritt direkt mit dem jeweiligen Versicherer in Verbindung setzen, so die Experten von Sirius Campus.
„Versicherer und auch Vermittler sollten ihre Kontaktformulare und Landingpages für eine Terminvereinbarung optimieren, um von der zunehmenden KI-Nutzung zu profitieren“, sagt Dr. Oliver Gaedeke.
KI-Nutzung im Versicherungsvertrieb
Neben Versicherungsnehmern wurden auch Versicherungsvertreter aus Ausschließlichkeitsorganisationen zu KI befragt. Wie sich zeigt, wollen praktisch alle KI-Anwendungen in ihre Arbeit integrieren. Vor allem jüngere Vertreter wollen KI in der Kundenkommunikation und für Verwaltungstätigkeiten sowie Serviceprozesse einsetzen. Wie die Umfrage weiter zeigt, wünschen sich Vertreter hierbei mehr Unterstützung von ihren Versicherern. „Versicherer sollten mit einem ganzheitlichen Blick vom Kunden bei der ersten KI-Nutzung bis hin zum Vermittler- oder Direktabschluss ihre KI-Strategien entwickeln. Punktuelle Aktivitäten werden eindeutig zu kurz greifen“, beton Dr. Oliver Gaedeke. (tik)
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