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15. Januar 2026
KI-Einsatz im Maklerhaus: Nachgefragt bei SÜDVERS
KI-Einsatz im Maklerhaus: Nachgefragt bei SÜDVERS

KI-Einsatz im Maklerhaus: Nachgefragt bei SÜDVERS

Auch in Maklerhäusern kommt zunehmend KI zum Einsatz. Dabei gilt es zugleich, die KI-Kompetenz der Mitarbeiter im Blick zu behalten. Auf welche Strategien SÜDVERS rund um den KI-Einsatz, erklären Florian Karle, geschäftsführender Gesellschafter der SÜDVERS, und Alexander Meitinger, Head of IT.

Herr Karle, welchen Stellenwert hat KI bei SÜDVERS?

Florian Karle: Bei uns gehört KI ganz klar zur strategischen Agenda – und zwar mit hoher Priorität. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels müssen wir auf unserem Wachstumskurs massiv auf Automatisierung setzen.

Wie stellen Sie KI-Kompetenz im eigenen Betrieb sicher?

Florian Karle: 2025 haben wir damit begonnen, eine KI-Umsetzungsstrategie zu erarbeiten, deren technisches Roll-out in diesem Jahr geplant ist. Ein wichtiger Punkt: Die KI-Kompetenz unserer Mitarbeitenden. Dafür wird es entsprechend der Empfehlung des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) schon bald Mitarbeiterschulungen geben. Dabei ist uns nicht nur wichtig, dass unsere Mitarbeitenden KI „können“ und im Alltag nutzen, sondern, dass sie auch sicher und compliance-gerecht mit KI umgehen. Denn obgleich KI enormes Potenzial bietet, birgt sie bei falschem Umgang auch viele Risiken. Risiken, denen wir mit KI-kompetenten Mitarbeitenden nachhaltig vorbeugen.

Zu Ihren Kunden zählen auch weltweit agierende KI-Firmen. Inwiefern erhalten Sie hieraus Impulse für neue Technologien im eigenen Unternehmen?

Florian Karle: Der Austausch mit den KI-Firmen ist in den Anfängen. Wir beraten vor allem noch deren Interessen für den deutschen Markt. Aktuell nimmt unsere Geschäftsführung an einer Workshop-Reihe zu KI-Lösungen teil, die von einem Unternehmen aus unserem Netzwerk angeboten wird.

Herr Meitinger, wie erfolgt der Umgang mit dem AI Act bei Ihnen im Unternehmen?

Alexander Meitinger: Um unseren strategischen Zielen nachkommen zu können, bilden wir uns hier immer weiter und lassen uns von KI-Spezialisten beraten. Bei allem, was wir tun, haben wir auch den AI Act im Blick und stellen sicher, dass wir immer rechtskonform handeln.

Arbeiten Sie auch an eigenen KI-Lösungen?

Alexander Meitinger: Grundsätzlich setzen wir auf kommerzielle Tools, die uns mit KI im Arbeitsalltag unterstützen. Wenn es für bestimmte Bedürfnisse kein passendes Tool am Markt gibt, entwickeln wir durchaus auch mal selbst eine adäquate Lösung – so zum Beispiel im letzten Jahr ein KI-Tool zur autonomen Protokollierung. Dies ist aber nicht die Regel.

In welchen Bereichen profitieren Sie bislang denn vor allem von KI?

Alexander Meitinger: In unserem Arbeitsalltag etabliert hat sich beispielsweise KI, um unser Kundenportal mit aktuellen und transparenten Daten zu füllen. Hier werden verschiedene Dokumente automatisch ausgelesen, sodass wir unseren Kunden analoge Daten in Echtzeit zur Verfügung stellen können. Das bietet ihnen einen ungemeinen Mehrwert.

Und wo setzen Sie perspektivisch in Sachen KI Schwerpunkte?

Alexander Meitinger: Im Rahmen unserer KI-Strategie fahren wir tatsächlich bewusst ein bisschen zweigleisig. Einerseits lassen wir verschiedene kleinere Pilotprojekte parallel anlaufen, um deren Tauglichkeit zu testen. Gleichzeitig sammeln wir aber mit Blick auf die größeren Themen derzeit proaktiv Anwendungsfälle aus dem Business heraus, um dann zu priorisieren. Hier gehen wir sehr überlegt und strategisch vor: Höchste Priorität haben Business-Cases, die wir mittels KI mit einem echten Mehrwert besetzen können.

Wo sehen Sie perspektivisch die größten Potenziale von KI?

Florian Karle: KI steht aus meiner Sicht noch ganz am Anfang – sowohl im Alltag als auch im Business. Ich bin aber davon überzeugt, dass KI das Leben deutlich vereinfachen wird, wenn man sich für die Technologie interessiert und öffnet. Wo wir vor 20 Jahren noch mit dem Atlas auf dem Schoß nach Adressen und Wegen gesucht haben, geben wir heute einfache Befehle an das Navigationssystem. So ähnlich wird es sich mit der KI auch weiterentwickeln.

Am Ende des Tages ist es aber immer der Mensch, der darüber entscheidet, wie erfolgreich die KI uns macht. Soll heißen: KI wird den Menschen nicht ersetzen, sie ist vielmehr auf den KI-kompetenten Menschen angewiesen.

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