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17. September 2021
Kundenakzeptanz von InsurTechs wächst weiter
Finger touching tablet with web technology icons and INSURTECH inscription, web technology concept

Kundenakzeptanz von InsurTechs wächst weiter

Über die Hälfte der Versicherungskunden sind bereit, einen Versicherungsvertrag mit neuen digitalen Anbietern zu schließen und etablierte Versicherer gehen strategische Partnerschaften mit InsurTechs ein, um wettbewerbsfähig zu bleiben, ergibt der World InsurTech Report 2021 von Capgemini.

InsurTechs und im Versicherungsmarkt aktive BigTechs nutzen beachtliche Kapitalzuflüsse, um die technologische Innovation voranzutreiben, wie der World InsurTech Report 2021 von Capgemini und Efma zeigt. Damit steigt der Druck auf etablierte Versicherer. Die jungen digitalen Akteure bieten eine stärkere Personalisierung und konzentrieren sich auf das Kundenerlebnis, wodurch sie an Reife und Akzeptanz auf Kundenseite gewinnen. Als Reaktion darauf versuchen die etablierten Versicherer, ihre Technologiekompetenz durch Partnerschaften mit InsurTechs zu stärken oder diese aufkaufen – mit dem Ziel, digital zu sein, statt nur digital zu handeln.

InsurTechs bauen Innovationsvorsprung in der Versicherungswirtschaft aus

Der Studie zufolge haben Tech-Giganten und InsurTechs einen beispiellosen Zugang zu Investitionskapital erlangt. Damit erweitern sie ihre Digitalkompetenzen und bauen ihren Innovationsvorsprung auch in der Versicherungswirtschaft aus. Laut Finanzanalysen von Capgemini basierend auf Daten von Yahoo Finance und CompaniesMarketCap haben zwischen 2018 und 2020 ein bekannter Automobilhersteller und die fünf größten Tech-Unternehmen, die Versicherungsleistungen anbieten, fast das 2,5-fache der Marktkapitalisierung der 30 größten Versicherer weltweit im Jahr 2020 hinzugewonnen. Bis Ende 2020 überstieg das gesamte Marktkapital der börsennotierten InsurTechs 22 Mrd. Dollar. InsurTechs entwickeln sich zum Investitionstrend, da eine ganze Reihe von Investoren die Kapitalzuflüsse trägt. Risiko- und Beteiligungskapitalgeber stellen in der Frühphase Kapital zur Verfügung; Rückversicherer spielen zwei Schlüsselrollen: Sie unterstützen InsurTechs durch Investitionen und stellen ihnen unerlässliche Underwriting-Kapazitäten bereit.

Kunden wollen „CARE“

Während der Covid-19-Pandemie ist die Bereitschaft der Kunden, Versicherungen abzuschließen, weltweit um durchschnittlich 7% gestiegen. Dabei tendieren die Versicherungsnehmer zunehmend zu Versicherern, die ihnen eine bessere „CARE“ bieten, indem sie Komfort (Convenience), Beratung (Advice) und Reichweite (Reach) in den Mittelpunkt ihrer Customer Journey stellen und deren Effektivität daran bemessen. Versicherungsnehmer zögern der Studie zufolge nicht mehr lange, den Anbieter zu wechseln, wenn es um bessere „CARE-Lösungen“ geht. Erstmals ziehen die Hälfte der Kunden demnach eine Versicherung bei einem der neuen Akteure in Betracht.

InsurTechs nutzen den Zufluss von Investorenkapital, um ihre „CARE-Angebote“ durch digitale Technologien weiter zu verbessern, darunter KI/prädiktive Modellierung, Advanced Data Analytics, API/open insurance und IoT/connected devices. InsurTechs sind sich der Kundenerwartungen bewusst – Komfort steht bereits seit einiger Zeit im Mittelpunkt ihrer Ansätze, wobei das Erreichen des Kunden über diverse Kanäle jetzt zur Priorität wird. Obwohl die etablierten Versicherer mit großen Herausforderungen im Bereich Data & Analytics konfrontiert sind (nur ein Viertel von ihnenist von den eigenen Fähigkeiten im Datenmanagement überzeugt), treiben sie ihre Entwicklung voran: Um Limitierungen zu überwinden, kaufen viele der klassischen Versicherer neue digitale Anbieter bzw. kooperieren mit ihnen, um ihre Fähigkeiten und ihr Leistungsangebot im CARE-Bereich zu optimieren, mit besonderem Augenmerk ebenfalls auf der Reichweite.

Das Versicherungswesen wandelt sich vom Produktgeschäft hin zu Customer CARE. Da die Grenzen zwischen den Akteuren der Versicherungsbranche verschwimmen, sehen die Studienautoren zwei Szenarien aufkommen:

1. Embedded Insurance als Mehrwert in Ökosystemen Dritter: Der Versicherungsvertrag wird am Point of Sale oder Point of Service integriert, wodurch er nahezu unsichtbar wird. Das Geschäftsmodell entwickelt sich zu einem B2B2C-Ansatz, bei dem Ökosystempartner die Kundenbeziehungen pflegen.

2. Zusatznutzen im Kern komplexer Angebote: Versicherer wechseln vom Produktverkauf zum „CAREing“ für Kunden – mit Prognose- und Präventionsangeboten auf der Basis von KI und Analytik. (ad)

Bild: © ra2 studio – stock.adobe.com