Die Lebensversicherer haben ein paar harte Jahre hinter sich – doch 2024 konnte die Sparte eine Wende zum Besseren hinlegen, vor allem dank dem sich erholenden Einmalbeiträgen.
Der Gesamtbestand der Vorsorgeverträge lag 2024 bei mehr als 84 Millionen Verträgen, davon mehr als 46 Millionen Rentenversicherungen. Das bedeutet, die große Mehrheit der Sparer hielt trotz enger finanzieller Spielräume – insbesondere getrieben von der Inflation – an ihren Vorsorgeverträgen fest, erklärt die Studie. Die Stornoquote stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht von 2,6% auf 2,7% an und befinde sich damit weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Sondereffekte bei Provinzial und Gothaer
Der Branchenmonitor 2025 untersucht die Zahlen der 50 größten Lebensversicherer, die gemeinsam 92% des Marktes abdecken, für den Zeitraum 2019 bis 2024. Welche Versicherer konnten im Jahr 2024 die meisten Kunden gewinnen, welche mussten Verluste im Bestand hinnehmen?
Die höchsten Zuwächse im Bestand können die Provinzial Leben (+1,077 Millionen Verträge) sowie die Gothaer Leben (+272.919 Verträge) verbuchen. Bei beiden Versicherern war das Wachstum jedoch nicht allein von organischer, sondern vor allem struktureller Natur: So hat die Provinzial im Oktober vergangenen Jahres die beiden Lebensversicherer des Konzerns zusammengeführt. Auch bei der Gothaer wurde im Zuge der Fusion mit der Barmenia rückwirkend zum 01.01.2024 der Bestand der Lebensversicherungen der Barmenia auf die Gothaer übertragen.
Gewinne und Verluste bleiben auf moderater Ebene
Abseits dieser beiden Fälle bleiben die Bestandsgewinne moderat. So können beispielsweise die Allianz (+157.000), ERGO Vorsorge (+53.600), NÜRNBERGER (+43.000), Continentale (+31.400) und die Alte Leipziger (+9.600) Verträge gewinnen.
Viele Versicherer mussten auch Verluste hinnehmen, auch hier bleiben die meisten in moderaten Bandbreiten. Die ERGO Leben geht mit einem Minus von 340.650 Verträgen aus dem Jahr. Die Debeka Leben muss 132.000 Verträge gehen lassen, die R+V Leben verzeichnet ein Minus von 126.000 Verträgen, die SIGNAL IDUNA verliert etwa 93.300 Verträge.
Die Württembergische verliert 80.000 Verträge, die HDI 55.000, eine ähnliche Nummer wie die Zurich Deutscher Leben Herold.
Hauptversicherungen machen 86% des Bestands aus
Im Durchschnitt hielten die Lebensversicherer im Jahr 2024 1.806.375 Verträge an Haupt- und Zusatzversicherungen in ihrem Bestand. Davon entfielen 86% auf Hauptversicherungsverträge und 14% auf Zusatzversicherungen.
Gemessen an der Anzahl der Verträge nahm die Rentenversicherung mit 27% den größten Anteil der Hauptversicherungen ein. Auf die Kapitallebensversicherung und die Risikolebensversicherung entfallen jeweils 17% bei den Hauptversicherungen. Bei den Zusatzversicherungen macht die Berufsunfähigkeitsversicherung mit 61% den größten Anteil aus. (js)
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