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27. Januar 2026
Nachhaltigkeitsberichterstattung der Versicherer weist Lücken auf

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Nachhaltigkeits-Berichterstattung der Versicherer weist Lücken auf

Nachhaltigkeitsberichterstattung der Versicherer weist Lücken auf

Die Versicherungsbranche macht laut Franke und Bornberg Fortschritte bei der Nachhaltigkeit, vor allem in den Bereichen Emissionen und Kapitalanlage. Doch nicht nur bei der Berichterstattung sieht das Analysehaus Lücken – auch bei der Umsetzung ist noch viel Luft nach oben.

Die Versicherungsbranche macht Fortschritte beim Thema Nachhaltigkeit – doch neue Berichtspflichten führen zu Transparenzlücken. Das zeigt der fünfte Nachhaltigkeitsreport des Analysehauses Franke und Bornberg. Der Report nimmt die Nachhaltigkeitsaktivitäten von 48 Versicherungskonzernen unter die Lupe, hinter denen 214 Erstversicherer stehen.

Nachhaltigkeit bleibt relevant

Während eines digitalen Pressegesprächs erläuterte das Analysehaus die Methodik des Reports, die Ergebnisse und ging auf die Relevanz der Nachhaltigkeit für die Gesellschaft im Allgemeinen und die Versicherungsbranche im Spezifischen ein. Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer von Franke und Bornberg, wies während des Termins darauf hin, dass Nachhaltigkeit nicht nur für Verbraucher ein tägliches Thema sei: So zeige beispielsweise der Global Risk Report 2025 des World Economic Forum, dass sieben der langfristigen Top-10-Risiken direkt mit Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht werden können, darunter Extremwetter, der Verlust von biologischer Vielfalt und die Verknappung natürlicher Ressourcen. Im Jahr 2024 allein mussten Versicherer Schäden durch Naturkatastrophen in Höhe von 329 Mrd. US-Dollar auszahlen – die Relevanz liegt also auf der Hand. Allerdings würden viele Unternehmen heutzutage eher auf den Ansatz „tue Gutes und schweige“ setzen, um sich nicht öffentlich angreifbar zu machen.

Lücken in Berichterstattung führen zu weniger Transparenz

Für den Report selbst hat das Analysehaus 265 Kriterien beleuchtet und insgesamt 12.000 Datenpunkte analysiert. Dabei sei festzustellen, dass die Berichtsformen der einzelnen Versicherer wenig einheitlich seien – insbesondere die neuen Berichtspflichten im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) führen zu neuen Lücken in der Berichterstattung. „Tatsächlich entstehen durch die Wesentlichkeitsanalyse neue Lücken“, so Franke. „Versicherer berichten nur noch zu Themen, die sie als wesentlich einstufen. Gerade bei Verbräuchen wie Papier, Wasser oder Abfall fehlen dadurch wichtige Daten – obwohl diese Themen für die Nachhaltigkeit nach wie vor relevant sind.“

Kapitalanlagen als Hebel beim Ausstoß von Emissionen

Eine positive Entwicklung verzeichnen die Analysten bei den Emissionen im eigenen Betrieb (Scope 1 und 2). Hier verzeichnen die SV Sachsen, Zurich und HanseMerkur die niedrigsten Emissionen pro Mitarbeiter. Im Allgemeinen sei die Versicherungsbranche im operativen Betrieb kein „Klimazerstörer“, so die Analysten, vor allem im Vergleich mit anderen Branchen wie etwa Technologieunternehmen.

 

Nachhaltigkeits-Berichterstattung der Versicherer weist Lücken auf

 

Den größten Hebel beim CO2-Fußabdruck er Versicherer seien daher die Emissionen aus den Kapitalanlagen – hier sei die Spanne der einzelnen Versicherer deutlich breiter als bei den operativen Emissionen (siehe Grafik). Allerdings sei es aufgrund von Datenlücken sowie unterschiedlichen Berechnungsmethoden schwer, die Ergebnisse zu vergleichen. Die Studie zeigt, dass über 90% der Versicherer hier auf Positivkriterien bzw. auf Ausschlüsse setzen – die am häufigsten genannten Ausschlüsse sind dabei Kohle und Menschenrechtsverletzungen.

Allerdings gibt es noch viel Luft nach oben, sowohl beim Handeln als auch bei der Transparenz, erklären die Experten. Ein Beispiel: Beim Anteil der nachhaltigen Antriebe im Fuhrpark der Versicherer gibt es eine große Bandbreite. So liegt der Anteil der Fahrzeuge mit nachhaltigen Antriebsformen bei der SV Sachsen bei über 80% – bei der Allianz dagegen nicht einmal bei 20%. Zudem haben 38 von 48 Versicherern gar keine Angaben gemacht.

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