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Lebensversicherung: Assekurata beleuchtet Überschussbeteiligungen 2020
13. Februar 2020

Lebensversicherung: Assekurata beleuchtet Überschussbeteiligungen 2020

Assekurata hat die aktuelle Analyse zur Überschussbeteiligung der Lebensversicherer vorgelegt. Demnach sinkt die laufende Verzinsung 2020 über alle Produktarten und Tarifgenerationen hinweg im Schnitt um 0,09 Prozentpunkte auf 2,74%. Bei den jüngeren Tarifgenerationen zeigt sich ein höherer Rückgang.


Assekurata hat die aktuelle Analyse zur Überschussbeteiligung der Lebensversicherer vorgelegt. Demnach sinkt die laufende Verzinsung 2020 über alle Produktarten und Tarifgenerationen hinweg im Schnitt um 0,09 Prozentpunkte auf 2,74%. Bei den jüngeren Tarifgenerationen zeigt sich ein höherer Rückgang.


Lebensversicherung: Assekurata beleuchtet Überschussbeteiligungen 2020

Zum 18. Mal in Folge hat die Assekurata Assekuranz Rating-Agentur ihre jährliche Untersuchung zur Überschussbeteiligung deutscher Lebensversicherer präsentiert. Diesmal nahmen insgesamt 47 Unternehmen an der Studie teil, was nach Prämieneinnahmen einem Marktanteil von 79% entspricht. Im Vorjahr waren es 78%. Die Studie beleuchtet, wie Altersvorsorgeverträge aus den Bereichen Klassik, Neue Klassik und Indexpolicen aktuell verzinst werden und welche Renditen die Kunden erwarten können.

Geringere Deklarationen aufgrund stark gesunkener Zinsen

„Als Folge des verschärften Zinsniveaus 2019 stehen die Deklarationen klassischer Verträge wie erwartet erneut unter Druck“, erklärt Dr. Reiner Will, Geschäftsführer der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur, bei der Vorstellung der Studie. So ist die laufende Verzinsung 2020 im Marktdurchschnitt über alle analysierten Produktarten und Tarifgenerationen hinweg um 0,09 Prozentpunkte auf 2,74% gesunken. Bei den jüngeren Tarifgenerationen ist ein höherer Rückgang zu verzeichnen, wohingegen die Verzinsung bei den älteren weitgehend stabil bleibt. Grund hierfür seien Assekurata zufolge die vertraglichen Garantien, auf die die Kunden mit Vertragsabschluss einen Anspruch hätten, sodass die Überschussbeteiligung nicht darunter sinken könne. Mit 2,79% fällt die Überschussdeklaration im gewichteten Marktdurchschnitt höher aus als im arithmetischen. „Dies bedeutet, dass größere Unternehmen ihre Lebensversicherungspolicen tendenziell etwas besser verzinsen als kleinere. Dies war vor einigen Jahren noch anders“, so Will.

Klassische private Rente: Maximaldeklaration nach wie vor bei 3,30%

Von den insgesamt 30 Gesellschaften mit einer klassischen privaten Rentenversicherung mit Höchstrechnungszins von 0,90% haben 21 die laufende Verzinsung herabgesetzt. Neun Unternehmen hielten an der Deklaration fest. Hierzu gehört die IDEAL Lebensversicherung, die mit 3,30% weiterhin marktweit die höchste laufende Verzinsung gewährt.

Traditionelle Klassik auf dem Rückzug

24 Unternehmen und damit gerade einmal die Hälfte der Gesellschaften, die an der Studie teilgenommen haben, vertreibt noch eine klassische private Rentenversicherung mit lebenslangem Garantiezins von 0,90% im Neugeschäft. „Die traditionelle Klassik rückt im Regal der Lebensversicherer offenbar immer weiter nach hinten“, betont Lars Heermann, Bereichsleiter für Analysen und Bewertungen bei der Kölner Rating-Agentur. Dies würden auch die Wachstumsprognosen der Anbieter belegen. So haben nahezu alle Studienteilnehmer für die Klassik eine negative Erwartungshaltung.

Erstmals mehr Anbieter mit neuen klassischen Tarifen als mit klassischen

Mehr Optimismus legt die Branche an den Tag, was die Wachstumschancen für neue oder moderne klassische Produkte (Neue Klassik) betrifft. Mit 28 Unternehmen, was einem Marktanteil von 61% entspricht, bieten in diesem Jahr auch erstmals mehr Lebensversicherer einen neuen klassischen Tarif im Neugeschäft an als das traditionelle Pendant. „Neue klassische Policen haben somit an Fahrt aufgenommen und sich als Geschäftsfeld mittlerweile in der Branche etabliert“, ist Dr. Reiner Will überzeugt.

Wie die Klassik in ihrer traditionellen Form fußen auch neue klassische Policen auf einer konventionellen Überschusssystematik sowie dem Ausgleich im Kollektiv und der Zeit. Oftmals hätten die Gesellschaften jedoch die Garantieelemente gegenüber der Klassik modifiziert bzw. herabgesetzt. Ziel sei es, die Produkte kapitaleffizienter zu gestalten und den Kunden eine höhere Überschussbeteiligung als in der Klassik zu ermöglichen, wie Heermann erläutert. „Allerdings ist auch die Neue Klassik im aktuellen Zinsumfeld nicht vor Überschussabsenkungen gefeit,“ so Heermann weiter.

Demzufolge haben auch die meisten Gesellschaften mit neuen klassischen Produkten (20 Unternehmen) die laufende Verzinsung abgesenkt. Die übrigen acht Versicherer hielten sie stabil. Für 2020 beträgt die laufende Verzinsung der untersuchten Tarife durchschnittlich 2,28% und liegt damit leicht unterhalb der Klassik mit 2,29%. Bei der Gesamtverzinsung und der illustrierten Beitragsrendite offenbart sich dann aber ein Renditevorteil im Vergleich zur Klassik. Laut Heermann war dies aufgrund des geringeren Garantieniveaus auch zu erwarten.

Wachstumsraten trotz verringerter Deklarationen bei Einmalbeiträgen

Wie die Marktstudie von Assekurata zeigt, geben sich die Teilnehmer gegenüber früheren Studien optimistischer gestimmt. Dies korrespondiere mit den aktuellen Wachstumsdaten der Branche. Auswertungen des GDV zufolge hat 2019 besonders das Geschäft gegen Einmalbeitrag um mehr als ein Drittel zugelegt. Aus der Assekurata-Analyse geht zudem hervor, dass Einmalbeitragspolicen mit zweijähriger und zehnjähriger Aufschubzeit einen Deklarationszins von durchschnittlich rund 1,30% (gewichtet: 1,05%) erhalten. Dies ist für Kunden im Wettbewerbsvergleich augenscheinlich attraktiv. Zugleich ist die Verzinsung damit deutlich unterhalb der Verzinsung bei laufenden Rentenbezügen oder Policen gegen laufenden Beitrag. „Der geringere Überschusszins ist ein Indikator für die Bemühungen der Unternehmen, sich gegen Spekulationen einzelner Kunden zulasten des Gesamtkollektivs zu schützen“, kommentiert Heermann das Ergebnis. Dies komme der Versichertengemeinschaft zugute.

Assekurata fordert mehr Transparenz von Lebensversicherern

Im Vorfeld zur aktuellen Marktstudie hatte die Ratingagentur Assekurata angesichts der Tatsache, dass immer weniger Lebensversicherer an der Studie teilnehmen, zu mehr Transparenz aufgerufen. Während sich 2011 noch 72 Unternehmen mit einem Marktanteil von 93% an der Erhebung beteiligten, waren es im diesjährigen Deklarationsturnus nur noch 47. Laut Assekurata führe dies dazu, dass der Marktdurchschnitt der laufenden Verzinsung privater Rentenversicherungspolicen mit 2,29% etwas höher ausfalle als der im Vorfeld in diversen Medien veröffentlichte Wert von 2,23%. (tk)

Bild: © fotogestoeber – stock.adobe.com




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