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Liegt die Personalsuche angesichts von Corona auf Eis?
23. März 2020

Liegt die Personalsuche angesichts von Corona auf Eis?

Zum Schutz vor dem Coronavirus hat auch die Assekuranz vielerorts auf Home-Office umgestellt. Meetings finden per Video-Konferenz statt. Ist Personalsuche da noch ein Thema? Und wie wird sich die Krise auf den Personalbedarf der Branche auswirken? Nachgefragt bei Personalexperte Axel Schwartz.


Zum Schutz vor dem Coronavirus hat auch die Assekuranz vielerorts auf Home-Office umgestellt. Meetings finden per Video-Konferenz statt. Ist Personalsuche da noch ein Thema? Und wie wird sich die Krise auf den Personalbedarf der Branche auswirken? Nachgefragt bei Personalexperte Axel Schwartz.

Liegt die Personalsuche angesichts von Corona auf Eis?
Herr Schwartz, etliche Unternehmen haben offene Stellen ausgeschrieben und Bewerbungsprozesse am Laufen. Aber ist Personalsuche angesichts von Corona überhaupt noch ein Thema?

Derzeit überschlagen sich die Ereignisse. Zumindest zum heutigen Stand lässt sich sagen, dass bei unseren Auftraggebern weiterhin Bewerbergespräche stattfinden. An vereinbarten Terminen wird in der Regel festgehalten, deutlich zunehmend aber in den letzten Tagen dann per Telefon oder Video-Chat.

Wie lautet Ihre Einschätzung: Werden Einstellungsgespräche auf lange Sicht nur noch per Video stattfinden – auch nach Corona?

Ich denke, dieser Trend wird Corona überstehen und eine Zäsur darstellen. Insbesondere Bewerbergespräche per Video werden selbstverständlich. Heute werden sie eher vereinzelt bei Absolventen bzw. Young Professionals angewandt. Bei anderen Bewerbern in der Versicherungswirtschaft sind sie in unserer Wahrnehmung die Ausnahme. Hier zählt weiterhin sehr dominant das persönliche Gespräch. Vor einer finalen Vertragsunterschrift wird es dies in unserer Prognose auch weiterhin mindestens einmal geben, aber Erst- bzw. Folgegespräche dürften verstärkt auch online stattfinden. Hierauf sollten sich Bewerber als selbstverständliche Form der Kommunikation einstellen, um nicht gleich zu Beginn den Eindruck zu vermitteln, nicht up to date zu sein.

Lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt denn abschätzen, welche Folgen eine Rezession für den Personalbedarf in der Versicherungsbranche hätte?

Inwieweit Corona und eine zu erwartende Rezession Auswirkungen auf den Personalbedarf durch die Unternehmen hat, bleibt abzuwarten. Die Versicherungswirtschaft wird nachgelagert zu anderen Branchen hiervon auch betroffen sein. Vom Grundsatz her dürfe der Bedarf an guten Fach- und Führungskräften hier aber weiterhin bestehen bleiben, dies trifft auch auf erfolgreiche Vertriebsmitarbeiter zu. Hier wird es Einschnitte, aber keinen Komplettzusammenbruch geben. Klassische Generalisten oder Sachbearbeiter bei standardisierten Aufgaben dürften es durch den zu erwartenden schnelleren Abbau von Hierarchien und der Forcierung der Digitalisierung aus Kostengesichtspunkten noch schwieriger haben.

Mit welchen Auswirkungen rechnen Sie denn andererseits bei Bewerbern?

Auf der Bewerberseite könnte es passieren, dass potenziell interessante Kandidaten in Krisenzeiten eventuell lieber an Bewährtem festhalten und etwas weniger wechselwillig sind. Dies würde den Kampf um Talente verschärfen.

Laut einer ersten Einschätzung des GDV könnte es die Assekuranz nicht so hart treffen wie andere Branchen. Wie sehen Sie die Lage aus heutiger Sicht? Könnte die Assekuranz noch mit einem blauen Auge davonkommen?

Wie stark die aktuelle Krise die Wirtschaft allgemein und somit auch die Versicherungswirtschaft mit ihren Personalthemen trifft, hängt stark davon ab, wie lange die aktuelle Ausnahmesituation noch anhält. Die Assekuranz hat hier durch die Art ihrer Tätigkeit enorme Vorteile gegenüber anderen komplett brachliegenden Branchen, wie zum Beispiel dem Einzelhandel. Diese Chance wird in unserer Einschätzung auch durch die Unternehmen und Vermittlerbetriebe genutzt, zum Beispiel durch die schnelle Einrichtung von Home-Arbeitsplätzen bzw. dem Angebot von Video-Beratungen teilweise inklusive Abschluss für Kunden. Insgesamt ist aber auch im Hinblick auf die vielen um ihre Existenz bangenden Kunden der Versicherer und Vermittler zu wünschen, dass sich die Situation so schnell wie möglich wieder normalisiert.

Über Axel Schwartz

Die Axel Schwartz People Management GmbH ist eine inhabergeführte Gesellschaft für Personalberatung mit dem Schwerpunkt in der Versicherungswirtschaft. Die Kernkompetenz liegt im Vertrieb. Das Unternehmen wurde 2010 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Köln. Zum Dienstleistungsportfolio gehört die Vermittlung von Fach- und Führungskräften sowie selbstständigen Agenturinhabern in der Assekuranz. Eine Karriereberatung für Einzelpersonen und Maßnahmen im Newplacement im Auftrag von Versicherern gehören ebenfalls zum Angebot. Das Unternehmen ist in diversen Verbänden der Versicherungswirtschaft engagiert und Mitglied im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. 2019 wurde die Axel Schwartz People Management GmbH von der Zeitschrift „WirtschaftsWoche“ als eine der besten Personalberatungen Deutschlands im Bereich Finanzdienstleistungen ausgezeichnet.

Bild: © Axel Schwartz




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