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LV: AfW und BdV fordern Wechselrecht für Run-off-Betroffene
27. August 2019

LV: AfW und BdV fordern Wechselrecht für Run-off-Betroffene

In einem gemeinsamen Forderungspapier machen sich die Verbände AfW und BdV für ein Modell stark, das Lebensversicherungskunden mit Run-off-Verträgen ein „faires Wechselrecht“ ohne Verzicht auf Gelder ermöglichen soll.


In einem gemeinsamen Forderungspapier machen sich die Verbände AfW und BdV für ein Modell stark, das Lebensversicherungskunden mit Run-off-Verträgen ein „faires Wechselrecht“ ohne Verzicht auf Gelder ermöglichen soll.


LV: AfW und BdV fordern Wechselrecht für Run-off-Betroffene

Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) und der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW e.V. haben am 27.08.2019 in einer Pressekonferenz ihr gemeinsames Forderungspapier rund um ein Wechselmodell für Lebensversicherungskunden mit Run-off-Verträgen vorgestellt. Die beiden Verbände wollen im Falle eines Run-offs ein faires Wechselrecht für die Versicherten ohne Verzicht auf Gelder.

Es bräuchte Lösung zur Stärkung der Rechte der Versicherten, zur Stärkung des Wettbewerbs in der Versicherungswirtschaft und zur Stärkung der unabhängigen Vermittler und Berater. Denn vom Run-off betroffene Versicherungsnehmer müssten hinnehmen, dass ihre Verträge von einem Versicherungsunternehmen weiterverwaltet würden, das keinem Wettbewerb mehr ausgesetzt sei. Die aktuellen Erfahrungswerte dokumentierten, dass diese Verträge schlechter bedient würden, ob nun in Sachen Service, Leistungen oder Überschussbeteiligung. Diese Ungerechtigkeit müsse ein Ende haben. Und man erwarte nach dem Generali-Deal mit 4 Millionen Kunden weitere Run-offs und damit viele Millionen weiterer Betroffener, so BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

Vertrauensverlust schadet der gesamten Versicherungsbranche

Norman Wirth, Vorstand des Maklerverbandes AfW, ergänzt: „Mit einem fairen Übertragungswert unter Berücksichtigung der ausstehenden Abschlusskosten kann das Know-how der qualifizierten, unabhängigen Vermittler genutzt werden, um die besten Lösungen für die Versicherten bei einem Run-off zu finden.“ Verbraucher hätten ihre Lebensversicherungen im Vertrauen auf die Stabilität der gewählten Versicherungsgesellschaft abgeschlossen und würden jetzt reihenweise enttäuscht. Dies schade der gesamten Versicherungsbranche, wie auch schon der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Ralph Brinkhaus, treffend bemerkt habe, so Wirth weiter.

Kleinlein: Es geht um die Würde der Versicherten als Kunden

Eine normale Kündigung komme oft nicht in Frage, da dann zum Beispiel der wichtige Versicherungsschutz verloren gehe. Versicherte bräuchten eine Möglichkeit, auch bei einem Wechsel den Todesfall- oder Invaliditätsschutz weiter behalten zu können. Das von BdV und AfW vorgestellte Konzept ermögliche dies. „Es geht darum, die Würde der Versicherten als Kundinnen und Kunden zurückzuerlangen, nachdem sie zuvor zur Ware degradiert wurden“, so Kleinlein.

Gegen eine normale Kündigung spreche auch, dass den Kunden wichtige weitere Reserven verloren gingen. Denn bei einer Kündigung behalte das Unternehmen viel Geld, das als noch nicht ausgeschüttete Überschüsse in zusätzlichen Reservetöpfen schlummere. Auch in den Bewertungsreserven und den Zinszusatzreserven lägen derzeit Milliarden, die den kündigenden Versicherten vorenthalten werden könnten, so Versicherungsmathematiker Kleinlein. Ein weiterer Posten seien noch nicht getilgte Abschluss- und Vertriebskosten. „Durch die Weitergabe der ausstehenden Abschlusskosten könnte das neue Versicherungsunternehmen die Möglichkeit erhalten, einen Berater, der den Vertrag zugeführt hat, zu honorieren. Aber auch alternative Vergütungsmodelle wären denkbar“, ergänzt Norman Wirth vom AfW.

Wettbewerb zwischen Run-off-Plattformen untereinander und mit anderen Versicherungsunternehmen

Das außerordentliche Wechsel- und Kündigungsrecht, das das Forderungspapier als Lösung beschreibt, führe nach Meinung von AfW und BdV dazu, dass der Vertrag entweder vollumfänglich an ein neues Versicherungsunternehmen weitergereicht werde oder dass der Vertrag gekündigt werden könne, wobei der Run-off-Übertragungswert ausgekehrt werde. „Ein solches Wechsel- und Kündigungsrecht führt zum Bespiel dazu, dass Verträge, die ansonsten nur durch Kündigung beendet werden könnten, leichter und wirtschaftlich vorteilhafter fortgesetzt werden. Und es entsteht ein Wettbewerb zwischen Run-off-Plattformen untereinander und mit anderen Versicherungsunternehmen, die die Verträge aufnehmen wollen“, nennt Axel Kleinlein als Vorteile. (ad)

Das Forderungspapier von AfW und BdV gibt es hier.

Bild: © thodonal – stock.adobe.com




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