Neben der Gelegenheit zum Networking und zu persönlichen Gesprächen wartete der Makler-Summit Süd-West am 29.04.2026 auf dem W&W-Campus in Kornwestheim mit einem breit gefächerten Themenspektrum auf. Die Spanne reichte unter anderem von Konsolidierung im Maklermarkt und aktuellen Entwicklungen im Pool- und Verbundmarkt über KI und ihre künftige Rolle in Maklerverwaltungsprogrammen bis hin zu den anstehenden Veränderungen im Bereich Altersvorsorge sowie die Auswirkungen der Reform auf die Beratung. Auch das Thema Verkauf eines Maklerunternehmens stand auf der Agenda.
Nach der Begrüßung durch Rainer Gelsdorf und Eric Sauerborn, Geschäftsführer der Württembergische Vertriebspartner GmbH, sowie Tobias Knörrer, Co-CEO der bbg Betriebsberatungs GmbH, startete das Vortragsprogramm mit der ersten Keynote.
Hohe Dynamik im Pool- und Verbundmarkt
Klaus-Jürgen Baum, Inhaber der KJB Consulting, gab interessante Einblicke in die aktuellen Entwicklungen im Pool- und Verbundmarkt. Anhand der Ergebnisse der neuen AssCompact Trendstudie zu Maklerpools & -verbünden zeigte er die hohe Dynamik auf, die sich derzeit auf dem Markt beobachten lässt. Laut Baum hätten sich die wesentlichen Annahmen aus dem Basisszenario der ersten Auflage der Studie aus dem Jahr 2024 bestätigt. Die Outperformer unter den Pools und Verbünden (blau direkt, Fonds Finanz, JDC und VEMA) konnten ihren Vorsprung ausbauen, jüngst noch befeuert durch den Zusammenschluss von blau direkt und Netfonds sowie die Übernahme von verticus durch INFITECH. Der Konzentrationsgrad ist kontinuierlich gestiegen und auf die erfolgreichen Player entfällt ein immer größeres Stück vom Kuchen. Zugleich bleiben die Eigentümerstrukturen in Bewegung und die Finanzinvestoren auf dem Vormarsch. Weiter ist zu beobachten, dass das Investmentgeschäft verstärkt in den Fokus rückt und sich Geschäftsmodelle im Wandel befinden, was für eine zusätzliche Branchendynamik sorgt.
KI im Maklerverwaltungsprogramm: Wie sieht das MVP von morgen aus?
Nach spannenden Vorträgen von Fachreferenten einiger Versicherer unter anderem zum Thema Altersvorsorge oder auch Lösungen für die Ruhestandsplanung folgte die zweite Keynote. Marc Rindermann, Geschäftsführer der Acturis Deutschland GmbH/ASSFINET GmbH widmete sich in seinem Vortrag dem Thema KI-Integration im MVP und der Frage, was heute geht und morgen kommt. Wie Rindermann erwähnte, habe die Dynamik rund um KI in den vergangenen Monaten selbst Experten überrascht. Künstliche Intelligenz hat längst auch in Maklerverwaltungsprogrammen Einzug gehalten. Mit dem Einsatz agentischer KI im MVP werden die Systeme zunehmend intelligenter.
Rindermann gab einige praktische Einblicke anhand von Chatflows und dem Thema Betrugserkennung. Je mehr KI ins Spiel kommt, desto mehr erweitern sich auch die Gestaltungsmöglichkeiten für Makler. Die zunehmende KI-Integration im MVP bedeutet für Makler perspektivisch weniger Dateneingabe und mehr Zeit für die Betreuung von Kunden und somit also „mehr Makler“ und „weniger Büro“.
Konsolidierungswelle rollt weiter
Um den Wandel im Maklermarkt und die hohe Dynamik, die sich dabei zeigt, ging es auch in der anschließenden Diskussionsrunde. Moderator Klaus-Jürgen Baum bot vor Beginn des Panel-Talks einige interessante Einblicke rund um die Konsolidierungswelle im Maklermarkt. So vereinen größere Konsolidierer immer mehr Marktanteile auf sich und die Übernahmewelle wird weiterrollen. Gerade auch für kleinere Maklerunternehmen stellt sich rund um das Thema Nachfolgeplanung die Frage: Welche Option kommt in Betracht: Run-off, Maklerrente, Bestandsaufgabe bzw. der Unternehmensverkauf?
Nachfolgeplanung und Verkauf von Maklerunternehmen auf Augenhöhe
In einem spannenden Paneltalk ging es dann konkret um die Frage, wie Makler das Thema Nachfolge angehen können, wenn ein Verkauf des Maklerunternehmens im Raum steht. Die Panel-Diskussion beleuchtete den Verkaufsprozess aus Sicht von Verkäufer und Käufer sowie auch aus der Perspektive eine Beraters. Teilnehmer der Runde, die Klaus-Jürgen Baum moderierte, waren Efstratios Bezas, Chief Sales Officer der Tjara GmbH (blau direkt), Simon Nörtersheuser, Geschäftsführer der Aventus Maklergruppe, sowie Luca Eschweiler, Vice President der Wagner & Hines Associates GmbH, und Tobias Krahl, Director der Wagner & Hines Associates GmbH, die Makler bei Transaktionen berät und begleitet. So erörterten die Experten unter anderem die Frage, wann aus Verkäufersicht ein guter Zeitpunkt zum Verkauf sein könnte, worauf Maklerkonsolidierer beim Kauf wiederum Wert legen und aus welchen Gründen Makler einen Berater hinzuziehen sollten.
Dabei stellten sowohl Efstratios Bezas wie auch Simon Nörtersheuser klar, dass eine erfolgreiche Nachfolgeregelung bzw. Übergabe eine gewisse Übergangsphase erfordert und entsprechend weiter im Voraus geplant sein sollte. Ein Aussteigen von heute auf morgen funktioniere nicht, so Bezas.
Das Altersvorsorgedepot und die Auswirkungen für Makler
Zum Abschluss des Weiterbildungsevents standen ebenfalls nochmals Veränderungen und ein Wandel auf dem Programm, und zwar in der Altervorsorge: So ging es in der Keynote von Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer beim Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), um die Konsequenzen der Reform der privaten Altersvorsorge. Die private Altersvorsorge in Deutschland steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Das hierbei geplante Altersvorsorgedepot soll Anfang 2027 starten - inklusive der Pflicht für Anbieter, ein Standardprodukt anzubieten. Prof. Hauer gab zunächst einen Überblick der grundlegenden Änderungen wie etwa die künftigen Garantie-Level.
Beim Standarddepot ist davon auszugehen, dass es von unterschiedlichen Anbietern, darunter auch Neobrokern, einfache und sehr kostengünstige Lösungen geben wird, die Kunden online abschließen können. Inwieweit es um die Qualität der Produkte bestellt sein wird, bleibe abzuwarten, so Prof. Hauer. Ebenfalls noch offen ist, mit welchen Lösungen die Versicherer aufwarten (lesen Sie hierzu auch: Altersvorsorgedepot: Wie sollten sich Versicherer aufstellen?). Der Altersvorsorgeexperte sieht im Übrigen durchaus auch eine Konkurrenz zur bAV.
Für welche Kunden (noch) Riester, für wen das AV-Depot?
Anhand von einem Beispiel eines Musterkunden zeigte Hauer auf, unter welchen Voraussetzungen bzw. Gegebenheiten es die bessere Wahl sei, beim bestehenden Riestervertrag zu bleiben anstatt umzustellen. „In vielen Fällen wird das Altersvorsorgedepot besser sein als Riester“, so der Experte weiter. Maklern rät er, jetzt proaktiv auf ihre Kunden zuzugehen und das Thema anzusprechen. „Kunden müssen das Gefühl haben, dass sie informiert sind und betreut werden“, betonte Hauer. Jede Änderung sei auch eine Chance. (tik)
Eine Übersicht der weiteren AssCompact Wissen Veranstaltungen finden Sie unter asscompact.de/veranstaltungen.
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