Es gibt viele Aussagen zu Investoren im Maklermarkt – der eine entscheidet sich mit Ausblick auf eine gute Verkaufssumme für ihn, dem anderen stellt es beim Gedanken daran, sein Maklerhaus einem Investor oder einem Maklerpool, hinter dem ein Investor steht, zu übergeben, die Nackenhaare auf.
Auch auf der DKM 2026 wollte man das Investoren-Thema nicht missen. So kam es in der Diskussionsrunde unter den „Pools-Chefs“ um 14 Uhr in der Speaker’s Corner am Mittwoch auf. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Klaus-Jürgen Baum von ASSURACON, beteiligt waren Andreas Brunner (VEMA), Markus Kiener (INFITECH), Sebastian Grabmaier (JDC Group) und Ait Voncke (blau direkt). Und da war man sich recht einig: Der Investor ist nicht die Bedrohung für den Maklermarkt.
Das falsche Feindbild
Als Moderator Klaus-Jürgen Baum die Frage in den Raum brachte, wie es bei einem Investoren-getriebenen Maklerpool mit der Unabhängigkeit der angebundenen Makler aussehe, merkte man, dass die Diskussion durchaus an Dynamik gewann, denn JDC-Vorstandsvorsitzender Sebastian Grabmaier erklärte, dass die Makler ja nicht da wären, wo sie sind, wenn sie nicht zufrieden. Dass man nicht mehr gebunden sei, weil man 250 verschiedene Versicherer, die man in der Auswahl hat, nur über ein Partner abwickelt, sei „ein Märchen“, zumal man auch noch andere Pools hinzunehmen könne. Einen Unabhängigkeitsverlust könne er nicht feststellen, im Gegenteil. Die Freiheit sei noch nie so groß wie heute gewesen.
Auch INFITECH-Geschäftsführer Markus Kiener sieht den Makler klar als Profiteur dessen, denn Pools hätten die Möglichkeit, nötige Investitionen in Technik, in KI, in Prozessoptimierung zu tätigen – oder wie Kiener es auch ausdrückte: „Du brauchst Kohle ohne Ende.“
Grabmaier ging noch einen Schritt weiter und erklärte, wer stattdessen der eigentliche Gegner sei, nämlich, wenn er höre, dass das Altersvorsorgedepot demnächst von Aldi und Lidl angeboten werden soll. Außerdem wurde bereits vor zwei Jahren auf der DKM behandelt, dass auch Google ein Konkurrent für die Branche sein könne. Dies seien die „wahren Gegner in der modernen Welt“.
Einen Gegenpol in der Diskussion bildete VEMA-Vorstandsvorsitzender Andreas Brunner, denn die VEMA präsentiert sich als nicht renditeorientiert und schüttet auch immer Erträge aus der Genossenschaft an ihre Makler aus. Brunner merkte an, dass er auch auf der DKM die Sorge um investoren-gebundene Dienstleister feststellte. Am VEMA-Stand seien Makler vorbeigekommen, die lieber mit dem Verbund aus Heinersreuth bei Bayreuth zusammenarbeiten wollten – eben genau aus diesem Grund, dass Investoren ihr Geld im Prinzip irgendwann zurück haben wolle oder gar den Exit suche. Die VEMA dagegen investiere alles Geld, was reinkommt in die Dienstleistungen für ihre Makler, so Brunner.
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