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map-report-Bilanzanalyse: So ist es um die PKV bestellt
29. Juli 2019

map-report-Bilanzanalyse: So ist es um die PKV bestellt

Der map-report 910 „Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ hat die Branchenentwicklungen unter die Lupe genommen und konstatiert: Nur wenig steigende Beitragseinnahmen und mäßiges Neugeschäft sowie weiterhin schrumpfende Bestände in der Krankenvollversicherung. Lediglich die Alterungsrückstellungen konnten 2018 massiv ausgebaut werden.


Der map-report 910 „Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ hat die Branchenentwicklungen unter die Lupe genommen und konstatiert: Nur wenig steigende Beitragseinnahmen und mäßiges Neugeschäft sowie weiterhin schrumpfende Bestände in der Krankenvollversicherung. Lediglich die Alterungsrückstellungen konnten 2018 massiv ausgebaut werden.

map-report-Bilanzanalyse: So ist es um die PKV bestellt

 So ist es um die PKV bestellt

Im Rahmen ihres aktuellen map-report 910 „Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ stellen die Analysten fest, dass die privaten Krankenversicherer ihre Beiträge 2018 weitgehend stabil gehalten haben und die Beitragseinnahmen 2018 in der Folge insgesamt nur wenig gewachsen sind. Den Gesamtmarkt nach verdienten Beiträgen über alle Tarife hinweg (Vollversicherung, Pflegeversicherung, Zusatzversicherungen) führt demnach die Debeka mit weitem Abstand an, gefolgt von DKV, Allianz, AXA und SIGNAL IDUNA. Von den Gesellschaften mit über 1 Mrd. Euro Beitragseinnahmen waren neben der HanseMerkur (5,1 %) HUK COBURG (4,7 %), Allianz (3,2 %) und AXA (2,4 %) auf Wachstumskurs. Letztere konnte innerhalb der vergangenen zehn Jahre ihre Beitragseinnahmen um 42,60% steigern.

Für das Neugeschäft verbuchte die Branche Aufwendungen in Höhe von 2,51 Mrd. Euro. Damit liegen die Abschlusskosten 2,79% über dem Vorjahresniveau. Die durchschnittliche Quote ist von 6,28% auf 6,34% gestiegen. map-report-Chefredakteur Reinhard Klages sieht diese Entwicklung kritisch: „Theoretisch gehen Abschlusskostensätze in wachstumsschwachen Phasen zurück. Aber trotz Deckelung und mäßigem Neugeschäft sind die Aufwendungen für Vertragsabschlüsse in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. Anscheinend wird weniger Neugeschäft zu höheren Kosten eingekauft.“ Abschlusskostenquoten unter 2% erreichten dem map-report zufolge nur die Landeslebenshilfe und FAMK.

Die Verwaltungskosten betrugen im letzten Jahr mit 894,5 Mio. Euro 1,84% mehr als im Vorjahr (878,3 Mio. Euro). Da die Beitragseinnahmen gleichzeitig um 1,87% gestiegen sind, stagnierte die Quote unverändert bei 2,26%. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre hatte sie nach Berechnungen von map-report 2,38% betragen. Die niedrigste Verwaltungskostenquote weist die HUK COBURG aus (0,89%), gefolgt von Debeka (1,43%), Landeskrankenhilfe (1,49%) und R+V (1,56%). Die Schadenaufwendungen (Aufwendungen für Versicherungsfälle und Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle) stiegen um 3,2% auf 28,6 Mrd. Euro. Die Schadenquote kletterte 2018 branchenweit von 77,4% auf 78,0%. Zwei von drei Gesellschaften mussten höhere Schadenquoten ausweisen als im Jahr zuvor.

Alterungsrückstellungen angewachsen

Während die Bestände weiter schrumpfen, sind die Kapitalanlagen innerhalb des letzten Jahres von 274,3 Mrd. Euro um 4,94% auf 287,8 Mrd. Euro gestiegen. Die Alterungsrückstellungen wuchsen sogar um 5,20%. Mittlerweile hat die PKV stolze 259,9 Mrd. Euro angesammelt, die dafür sorgen sollen, dass die Beiträge für Versicherte auch im Alter bezahlbar bleiben. Neben der Größe bestimme die Bestandszusammensetzung eines Unternehmens den Rückstellungsbedarf, erläutert Chefredakteur Klages. Deshalb weisen mitunter Gesellschaften mit höherem Beitragsvolumen weniger Alterungsrückstellungen aus als kleinere. Spitzenreiter ist Marktführer Debeka mit einer Reserve von 40,2 Mrd. Euro, gefolgt von der DKV mit 39,2 Mrd. Euro. Kein einziger Versicherer verzeichnete dem map-report zufolge einen Rückgang der Alterungsrückstellung.

Bestände: Krankenvollversicherung bleibt Sorgenkind

Was die Bestände angeht, bleibt die Krankenvollversicherung das Sorgenkind: Die privaten Krankenversicherer konnten hier auch im Jahr 2018 den Bestandsabrieb nicht stoppen. Der Verlust von 17.100 Versicherten lag nur unwesentlich unter dem Wert für 2017 (hier waren es minus 19.300 Vollversicherte gewesen). Ihren Zenit hatte die private Krankenversicherung (PKV) mit 8.976.400 Vollversicherten im Jahr 2011 erreicht. Seitdem sind ihr 240.100 Vollversicherte abhandengekommen.

Über den map-report

Der map-report „Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2009 bis 2018“ hat die Entwicklung der Branche mit insgesamt 32 Kennzahlen und Einzelauswertungen für 37 Unternehmen transparent und tabellarisch aufbereitet ist ab sofort als map-report 910 im PDF-Format lieferbar. Mehr Informationen gibt es hier. (ad)

Bild: © Marco2811 – stock.adobe.com

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