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22. März 2026
map-report: Die stabilsten BU-Versicherer
map-report: Die stabilsten BU-Versicherer

map-report: Die stabilsten BU-Versicherer

Franke und Bornberg hat das aktuelle map-report BU-Stabilitätsrating veröffentlicht. Dieses Jahr können wieder mehr Versicherer die Höchstbewertung erhalten als im Vorjahr. Der ungebrochene Preiswettbewerb trifft auf eine laxere Risikoprüfung – und das kann langfristig Spuren im Bereich der Stabilität hinterlassen.

Der bereits seit Jahren zu beobachtende Preiswettbewerb in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist noch nicht ausgefochten, ganz im Gegenteil. Versicherer kalkulieren aggressiver denn je, Durchschnittsprämien werden teils um mehr als 40% unterschritten, erklärt das Analysehaus Franke und Bornberg. Gleichzeitig reduzieren immer mehr Versicherer die Abfragezeiträume in der Risikoprüfung. Welche BU-Versicherer sind angesichts dieser Entwicklungen am stabilsten aufgestellt? Dieser Frage geht die neunte Auflage des map-reports BU-Stabilitätsrating nach.

Bewertungsverfahren nachgeschärft

Im diesjährigen map-report haben die Experten vier Bereiche analysiert: Prämie, kalkulatorische Risiken, Stabilität und Finanzstärke. Im Fokus steht dabei nicht der aktuelle Preis, sondern ob Annahmeregeln, Tarifpolitik, Überschüsse und Unternehmenskennzahlen das Leistungsversprechen dauerhaft tragen, erklärt Franke und Bornberg.

Zudem hat das Analysehaus mehrere Punkte im Bewertungsverfahren geschärft. Zum einen sind für das aktuelle Rating erweiterte Parameter für kalkulatorische Risiken in die Bewertung eingeflossen, beispielsweise im Bereich Nachversicherungsgarantien, Umorganisation und Verweisung. Zum anderen nutzen die Experten nun einen mehrjährigen Prämienvergleich als neuen Maßstab: Die Versicherer, die ihre Prämien im Zeitverlauf übermäßig unter dem Marktmittel gesenkt haben, werden abgewertet, laut Franke und Bornberg ein Korrektiv für kurzfristiges Preisdumping.

Fünf Versicherer mit Bestnote im map-report

Insgesamt sind die Ergebnisse von 53 Versicherern aufgeführt. Vier der Teilnehmer haben sich dem noch umfangreicheren BU-Unternehmensrating gestellt, das interne Kennzahlen und Prozesse mit in die Bewertung einbezieht. 15 der Unternehmen erhalten aufgrund der verfügbaren Daten nur eine Teilbewertung (siehe Grafik).

Unter den Anbietern mit map-Bewertung erhalten fünf Anbieter die höchste Bewertung von mmm+. Im Vorjahr waren es drei. Es sind die folgenden:

  • Continentale (85,5%)
  • LV 1871 (83,4%)
  • Allianz (82,2%)
  • HUK-Coburg (81,4%)
  • Debeka (80,9%)

Hinter der Spitzengruppe folgt ein dichtes Mittelfeld. Insgesamt tummeln sich 23 Versicherer, darunter Provinzial, AXA, Württembergische, Swiss Life und R+V, in der Gruppe der Unternehmen, die in der Gesamtbewertung zwischen 79,9% und 71,1% erhalten haben. Hier entscheiden oft wenige Punkte in einem Teilbereich über mehrere Plätze.

 

map-report: Die stabilsten BU-Versicherer

 

Für die Bestnote mmm+ („hervorragend“) müssen Unternehmen mindestens 80% der Gesamtbewertung mit Mindestbestandgröße erreichen. Für die zweitbeste Bewertung mmm („sehr gut“) sind es 75%, die Bewertung mm („gut“) gibt es ab einer Gesamtbewertung von 65%.

Von den vier Anbietern, die sich auf dem BU-Unternehmensrating gestellt haben, erreichen drei die Bestbewertung FFF+ („hervorragend“):

  • Nürnberger
  • HDI
  • Ergo Vorsorge

Mit der Stuttgarter und der Generali erhalten zwei weitere die Bewertung FFF („sehr gut“). Die Generali hatte letztes Jahr noch die Bestbewertung erhalten, die Stuttgarter war im Vorjahr nicht im BU-Unternehmensrating gerankt worden.

Zunehmende Differenzierung bei der Prämienkalkulation

Die Prämienanalyse, die Franke und Bornberg auf Basis von zehn Musterfällen jeweils für Brutto- und Nettobeiträge durchführt, zeigt, dass sich an der Grunddynamik in der vergangenen Dekade trotz mehrfacher Absenkung des Rechnungszinses wenig geändert hat. So betrugen die durchschnittlichen Bruttoprämien im Jahr 2015 für einen Bankkaufmann 107,99 Euro, für einen Maschinenbauingenieur 103,34 Euro und für einen Tischler 228,94 Euro. 2026 lagen die Werte bei 111,84 Euro (Bankkaufmann), 81,67 Euro (Ingenieur) und 217,75 Euro (Tischler).

Besonders auffällig ist laut den Analysten die zunehmende Differenzierung der Berufsgruppen, vor allem bei vermeintlich risikoarmen Tätigkeiten. Diese Feinsteuerung stützt laut Meinung der Analysten den Trend zur Unterkalkulation.

„Wer bei der Prämienkalkulation zu weit geht, erkauft sich Neugeschäft auf Kosten der Stabilität – und das zahlen am Ende die Versicherten“, warnt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH. „Gut ist wichtiger als günstig – das gilt in der BU mehr als in jedem anderen Produkt.“

Insgesamt erreichen zehn Gesellschaften in der Kategorie Stabilität die volle Punktzahl: Allianz, Continentale, Cosmos, Debeka, Ergo Vorsorge, Generali, HDI, LV 1871, NÜRNBERGER und Stuttgarter.

Fehler in der Kalkulation werden oft erst viel später sichtbar

Im Bereich kalkulatorische Risiken werden laut den Analysten kalkulatorische Risiken sichtbar gemacht, die im Produktvergleich leicht untergehen. „Hohe Dynamiksätze, weit gefasste Nachversicherungen oder zu schlanke Gesundheitsfragen können im Vertrieb attraktiv wirken“, sagt Reinhard Klages, Analyst des map-report. In der Summe seien es allerdings genau diese Details, die darüber entscheiden, ob ein Tarif für künftige Anpassungen anfällig ist.

Langfristige Stabilität ist wichtiger als ein günstiger Einstiegspreis, resümieren die Experten. Das gehe aber im täglichen Neugeschäft leicht unter. Zudem zeigen sich Fehler in der Kalkulation oft erst Jahre später.

Für die nahe Zukunft sehen die Analysten erst einmal keine Entspannung. Der Wettbewerb um gute Risiken dürfte anhalten, ebenso wie der Druck, Prämien niedrig zu halten und Tarifmerkmale vertrieblich weiter zu öffnen. Da viele der Schwächen in tariflichen Details bzw. der Antragslogik liegen, seien Verbesserungen jedoch grundsätzlich kurzfristig möglich. (js)

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