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18. März 2026
Mehr Schwankungen bei Bauzinsen?
Mehr Schwankungen bei Bauzinsen?

Mehr Schwankungen bei Bauzinsen?

Infolge des Iran-Kriegs sind nicht nur die Benzinpreise nach oben geschnellt. Auch die Zinsmärkte haben reagiert. Florian Pfaffinger, Mitglied im Expertenrat des Kreditvermittlers Dr. Klein, blickt auf die aktuellen Entwicklungen in einem Zinskommentar.

Lange Zeit bewegten sich die Baufinanzierungszinsen konstant seitwärts mit lediglich kleineren Schwankungen. Der repräsentative Zins von Dr. Klein für eine zehnjährige Baufinanzierung lag vor Ausbruch des Kriegs in Nahost bei 3,28%. Nun sorgten die Auswirkungen der Lage im Nahen Osten für Bewegung am Zinsmarkt. Aktuell liegen die Baufinanzierungszinsen laut Dr. Klein bei 3,47% (Stand: 16.03.2026). „Historisch betrachtet ist dieser Wert nach wie vor attraktiv“, erklärt Florian Pfaffinger, Mitglied im Expertenrat der Dr. Klein Privatkunden AG, in einem aktuellen Zinskommentar. „Wer momentan auf sinkende Zinsen wartet, zahlt am Ende womöglich drauf. Zugleich sollte aufgrund der steigenden Volatilität nun aber auch niemand eine Kaufentscheidung überstürzen“, so der Finanzierungsexperte weiter. Pfaffingers Empfehlung: Eine solide Planung gepaart mit guter Beratung sei nach wie vor die deutlich bessere Strategie auf dem Weg ins Eigenheim.

Wie entscheidet die EZB?

Wie wird die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts des Iran-Kriegs und den Befürchtungen vor einer steigenden Inflation beim nächsten Zinsentscheid am morgigen Donnerstag reagieren? Dies war die zentrale Frage, die in den vergangenen Tagen die Märkte beschäftigte. Die meisten Experten rechnen trotz der aktuellen Lage nicht mit einer Zinsanpassung. So auch Pfaffinger: „Wenn es bei einem temporären Preisschock im Energiesektor bleibt, gehe ich Stand jetzt [18.03.2026, Anm. der Redaktion] davon aus, dass die EZB auf ihrer kommenden Sitzung keine Zinsanpassung verkünden wird. Bestenfalls führe die Situation in Nahost nur zu einem kurzfristigen und geringen Inflationsanstieg im Euro-Raum, so Pfaffinger, was für die Notenbank nur von marginaler Bedeutung wäre. Spannend bleibe jedoch das weitere Agieren der Währungshütenden, denn der Markt gehe aktuell von bis zu zwei Zinsschritten bis Jahresende aus – der erste davon womöglich bereits vor der Sommerpause, so der Experte weiter.

Steigende Renditen bei Bundesanleihen

Die Angst vor eine zunehmenden Inflation in Krisenzeiten hat immer auch Auswirkungen auf die langfristigen Kapitalmarktzinsen. Damit einher gehe die Erwartung, dass weitere kreditfinanzierte Staatsausgaben wie Konjunkturpakete oder Energiehilfen aufgelegt werden könnten, erläutert Pfaffinger. „Noch mehr neue Staatsanleihen würden wiederum zu steigenden Renditeerwartungen führen.“ Da sich die Bauzinsen – wenn auch leicht zeitversetzt – an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen orientieren, weisen auch sie aktuelle einen leichten Aufwärtstrend auf.

Prognose: Seitwärtsbewegung der Bauzinsen mit Schwankungen

Drohen deutliche Zinsanstiege? Laut Pfaffinger sei die Zinsentwicklung derzeit zwar schwer zu prognostizieren und die Volatilität werde in den kommenden Wochen und Monaten vermutlich höher sein. Er hält eine Seitwärtsbewegung der Zinsen mit einer Schwankungsbreite von maximal 0,2 – 0,3 Prozentpunkten für eine zehnjährige Zinsbindung aktuell für das wahrscheinlichste Szenario. Längere Festschreibungen würden derzeit einen geringeren Aufschlag aufweisen, was für Kaufinteressierte einen entscheidenden Unterschied bei der Finanzierung ausmachen kann. (tik)

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