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Mietenrallye erreicht jetzt auch die mittelgroßen Städte in Deutschland
06. Februar 2020

Mietenrallye erreicht jetzt auch die mittelgroßen Städte in Deutschland

Rasant steigende Mieten waren in Deutschland lange vor allem ein Problem in den Metropolen. Laut aktuellen Zahlen von immowelt.de klettern die Mieten nun aber auch in den mittelgroßen deutschen Städten teilweise rasant nach oben. Allein 2019 betrug der Mietanstieg dort bis zu 18%.


Rasant steigende Mieten waren in Deutschland lange vor allem ein Problem in den Metropolen. Laut aktuellen Zahlen von immowelt.de klettern die Mieten nun aber auch in den mittelgroßen deutschen Städten teilweise rasant nach oben. Allein 2019 betrug der Mietanstieg dort bis zu 18%.

Mietenrallye erreicht jetzt auch die mittelgroßen Städte in Deutschland

Steigende Mieten sind kein Trend mehr, der auf Metropolen und Großstädte begrenzt ist. Das belegt eine aktuelle Analyse von immowelt.de zu den Angebotsmieten in 109 deutschen Mittelstädten. In drei von vier Städten sind die Preise bei Neuvermietungen im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden. In zehn Städten lag der Mietanstieg sogar im zweistelligen Prozentbereich. Betrachtet wurden die mittleren Angebotsmieten für Wohnungen zwischen 40 und 120 m2 in Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern.

Zunehmender Preisdruck erreicht die Mittelstädte

„Stark steigende Mieten sind kein exklusives Phänomen in Großstädten – wir beobachten auch in etlichen mittelgroßen Städten einen zunehmenden Preisdruck am Wohnungsmarkt. Vor allem dort, wo Ballungsräume in rund einer Stunde erreichbar sind, steigen die Preise“, sagt Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler, CEO der Immowelt. „Das hohe Preisniveau von Metropolen und Großstädten strahlt also mittlerweile weit über den Speckgürtel hinaus ab und erreicht angrenzende Regionalzentren.“

Höchster Anstieg in Aschaffenburg

In Aschaffenburg gab es 2019 mit einem Plus von 18% den stärksten Anstieg in den deutschen Mittelstädten. Dort stieg der Medianpreis von Mietwohnungen von 8,90 auf 10,50 Euro pro Quadratmeter. Die unterfränkische Stadt hat laut immowelt.de eine verkehrsgünstige Lage, da sie rund 40 Kilometer vom Ballungsraum Frankfurt entfernt liegt und zugleich Industriezentren wie Mannheim, Würzburg oder Mainz in etwa einer Stunde erreichbar sind. Durch diese Attraktivität gebe es viel Neubau und renovierte Objekte, die zu höheren Preisen angeboten werden.

Hier legten die Mieten ebenfalls stark zu

Den zweitstärksten Anstieg verzeichnet Bocholt. In der Stadt im Münsterland legten die Preise um 16% auf 7,40 Euro zu. Auch Bocholt profitiert von der Nähe zu größeren Städten. Aus der Stadt an der niederländischen Grenze fährt man sowohl ins Ruhrgebiet als auch in die Großstädte Düsseldorf und Wuppertal in etwa einer Stunde. Einen großen Sprung von 15% machten die Preise für Neuvermietungen auch in Göppingen. Dort verteuerte sich der durchschnittliche Mietpreis auf 9,40 Euro pro Quadratmeter. Insbesondere die Nähe zum hochpreisigen Stuttgart gepaart mit einer starken wirtschaftlichen Entwicklung sorgt in der Stadt für eine gesteigerte Nachfrage nach Wohnraum. Eine verstärkte Bautätigkeit wirkt sich zusätzlich preistreibend auf das Mietniveau aus.

Baden-Württemberg mit den höchsten Angebotsmieten

In Baden-Württemberg müssen Mieter tendenziell die höchsten Angebotsmieten bezahlen – dort befinden sich die drei teuersten Städte in der Analyse. In Sindelfingen sorgt die geografische Nähe zur Landeshauptstadt Stuttgart für einen Anstieg von 9% auf 11,80 Euro. Ebenso in Böblingen, wo die Angebotsmieten um 1% auf 10,50 Euro gestiegen sind. Teuer wird es in Baden-Württemberg auch, wenn mittelgroße Städte Sitz einer Universität sind: In Konstanz kosten die Mieten 11,80 Euro pro Quadratmeter (+1%), in Tübingen 11,70 Euro (+7%).

Ostdeutschland deutlich günstiger

Deutlich günstiger leben Mieter im Osten Deutschlands. Dort liegen die fünf preiswertesten mittelgroßen Städte der Untersuchung. In Neubrandenburg ging der Preis zudem um 2% auf 5,40 Euro zurück, in Zwickau blieb er stabil bei 5,20 Euro und Gera verzeichnet ein leichtes Wachstum von 2% auf 5,10 Euro. Die sächsischen Städte Görlitz (4,80 Euro) und Plauen (4,50 Euro) bleiben unter der Marke von 5 Euro. Die Mittelstädte im Osten kämpfen laut immowelt.de mit einem Bevölkerungsrückgang und in der Folge höheren Leerstandsquoten. Die fehlende Nachfrage sorgt für stabile Preise. Das Angebot beschränkt sich daher vor allem auf Bestandswohnungen – stellenweise werden diese sogar modernisiert zu günstigen Mieten angeboten.

Große Unterschiede in Nordrhein-Westfalen

Große preisliche Unterschiede gibt es in Nordrhein-Westfalen. Die Nähe zur Metropole Köln müssen Mieter in Pulheim mit 10 Euro (+11%) sowie mit je 9,50 Euro in Frechen (+10%) und Hürth (+2%) mitbezahlen. Mit nahezu der Hälfte dessen können dagegen Mieter im Sauerland kalkulieren. Iserlohn (5,70 Euro, –2%) und Arnsberg (5,40 Euro, +2%) zählen zum Kreis der günstigsten deutschen Mittelstädte. (mh)

Bild: © pusteflower9024 – stock.adobe.com




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