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Mit Baukästen können auch Makler und Pools eine Versicherung aufsetzen
23. Oktober 2018

Mit Baukästen können auch Makler und Pools eine Versicherung aufsetzen

Wo kommen in Zukunft Versicherungsprodukte her? Wohl nicht mehr allein von Versicherern. Neue Marktplayer unterstützen Pools, Verbünde und Makler dabei, eigene Produkte zu entwickeln. Ein Beitrag von Dr. Christian Macht, Generalbevollmächtigter der ELEMENT Insurance AG, White-Label-Produktfabrik für Versicherungen.


Wo kommen in Zukunft Versicherungsprodukte her? Wohl nicht mehr allein von Versicherern. Neue Marktplayer unterstützen Pools, Verbünde und Makler dabei, eigene Produkte zu entwickeln. Ein Beitrag von Dr. Christian Macht, Generalbevollmächtigter der ELEMENT Insurance AG, White-Label-Produktfabrik für Versicherungen.


Mit Baukästen können auch Makler und Pools eine Versicherung aufsetzen

Wer über die Zukunft von Versicherungen spricht, schaut oft auf den digitalen Vertrieb. Ein nicht minder wichtiger Wandel aber vollzieht sich bei der Frage, wer überhaupt Versicherungsprodukte für den Vertrieb entwickelt. Denn schon heute kann das nahezu jedes Unternehmen selbst – auch Maklerpools und Maklerzusammenschlüsse.

Möglich wird das durch White-Label-Produktfabriken: Externe Firmen, die sowohl Technologie als auch komplette Versicherungspolicen und -dienste liefern. So lassen sich mit einem volldigitalen IT-Baukasten neue Angebote in wenigen Wochen einführen. Externe Anbieter können die Entwicklung, das Underwriting und nachgelagerte Services wie das Schadenmanagement übernehmen – je nach Bedarf.

Innovationen schneller umsetzen

So profitieren nicht nur Versicherer, die schneller Innovationen umsetzen wollen. Auch eine Vielzahl weiterer Unternehmen nutzt das: Sei es ein Elektronikhersteller, der die Garantieversicherung selbst entwickelt, das Softwarehaus, das eine Datenklau-Police aufsetzt, oder eben ein Makler, der Produkte unter eigener Marke vertreiben möchte. Nicht alles davon ist neu, Manches existiert bereits – neu ist aber, dass es mit Baukästen immer leichter wird, Innovationen Wirklichkeit werden zu lassen.

So entstehen auf spitze Zielgruppen zugeschnittene Produkte – etwa eine Flugverspätungspolice, wie ELEMENT sie mit FairPlane entwickelt hat, dem Portal für Rechte von Fluggästen; oder eine Mini-Hausrat für Studenten, die nach Bedarf nur wenige Wertgegenstände wie etwa ein Mountainbike oder das MacBook versichert – und so besonders günstig ist

Das Innovationstempo nimmt daher zu, und die Zahl der Wettbewerber in Nischen dürfte weiter steigen. Andererseits: Niemand kann Versicherern und Maklern ihre Kompetenz und ihre Kenntnis des Kunden so schnell streitig machen – unbestritten hingegen ist, dass viele erfahrene Anbieter unter älteren IT-Systemen leiden, während sie zugleich den Bestand pflegen müssen. Das kann Innovationen ausbremsen und oft für Frust sorgen. Genau dieses Problem beheben externe Anbieter.

Man muss nicht mehr alles selbst produzieren

Versicherungsbaukästen sind dabei nichts anderes als Zulieferer-Betriebe, wie sie in vielen Branchen längst üblich sind. Automobilhersteller etwa produzieren nur noch ein Viertel selbst. Makler, Vermittler und Versicherer könnten einen ähnlichen Weg einschlagen und mehr Dienste zukaufen, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Die Zusammenarbeit mit Zulieferern ändert an der Kundenbindung nichts: Wer einen BMW bestellt macht das nach wie vor wegen BMW und nicht wegen der verbauten Teile von Continental, Magna oder Denso.

Hemant Taneja, Managing Director bei der renommierten Venture Capital-Firma General Catalyst, hat in seinem Buch „Unscaled“ treffend beschrieben, wie kleine Unternehmen groß werden können: Erfolgreiche Firmen wie Airbnb, Auto1 oder Salesforce etwa haben externe Dienste genutzt, um zu wachsen. Mieten und kooperieren statt selbst zu bauen also. Eine Chance, gerade für den Maklervertrieb.




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