Die NÜRNBERGER hat ein paar ereignisreiche Jahre hinter sich. Im vergangenen Frühjahr musste der Versicherer mit Sitz im fränkischen Nürnberg ein deutliches Defizit für das Geschäftsjahr 2024 vermelden. Das Konzernergebnis belief sich auf -77 Mio. Euro. Verantwortlich war insbesondere das Schaden- und Unfallgeschäft; allein hier waren die Franken mehr als 150 Mio. Euro im Minus.
Im August kam dann der Paukenschlag: Die Vienna Insurance Group (VIG) und die NÜRNBERGER streben einen Zusammenschluss an. Es geht um die „Übernahme einer kontrollierenden Mehrheitsbeteiligung“ vonseiten der VIG. Nun scheint der Verkauf so gut wie in trockenen Tüchern. Die Genehmigung der Aufsichtsbehörden steht allerdings noch aus.
Erwartungen für 2025 übertroffen
Nun kann die NÜRNBERGER ein freudiges Ergebnis verkünden: Sie hat ihr prognostiziertes Konzernergebnis von 40 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2025 übertroffen. Nach dem vorläufigen Konzernabschluss ist das Konzernergebnis auf 46,8 Mio. Euro gestiegen.
Laut dem Vorstandsvorsitzenden der NÜRNBERGER-Beteiligungs-AG, Harald Rosenberger, ist man bei dem Versicherer „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis. Rosenberger spricht sogar bereits davon, dass die Trendwende geschafft sei. „(…)Die Sanierung der Schaden- und Unfallsparte kommt gut voran. Die Personenversicherungen mit der Lebens- und Krankenversicherung sowie die Bankdienstleistungen erwirtschaften nachhaltig stabile Erträge. Und unser Effizienz- und Transformationsprogramm wirkt“, resümiert Rosenberger.
Ergebnisse im Schaden- und Unfallgeschäft deutlich verbessert
Aber im Detail: Die gebuchten Bruttobeiträge gingen vor dem Hintergrund der Bestandsbereinigungen im Schaden- und Unfallgeschäft „erwartungsgemäß“ von 3.665 Mrd. Euro auf 3,521 Mrd. Euro zurück. Der Konzernumsatz ging um 1,5% zurück.
Das Lebensversicherungsgeschäft blieb mit 46,4 Mio. Euro (Vorjahr: 48,6 Mio. Euro) unter der Prognose. Doch sowohl im Krankenversicherungsgeschäft mit 8,2 Mio. Euro (Vorjahr: 6,7 Mio. Euro) als auch bei den Bankdienstleistungen mit 11,1 (Vorjahr 13,2 Mio. Euro) konnte der Versicherer Erwartungen übertreffen.
Das Schaden- und Unfallgeschäft verbesserte sich deutlich gegenüber dem Vorjahresergebnis auf -38,2 Mio. Euro. Neben den eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen trug auch die deutlich geringere Belastung aus dem Risiko Naturgefahren zu der Verbesserung bei. Die Schaden-Kosten-Quote sank unter die kritische 100%-Marke auf 96% (Vorjahr: 116%).
Fast 10% weniger Personal
Das bis 2026 angelegte Effizienzprogramm „Fit für die Zukunft“ sei nahezu abgeschlossen. Dabei sollen künftig mehr als 85 Mio. Euro an Kosten eingespart werden.
Die Verwaltungsaufwendungen sanken um 8,2% gegenüber dem Vorjahr auf 257,3 Mio. Euro. Dabei ist der Personalabbau für die Mehrheit der Einsparungen verantwortlich. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden sank um 9,7% gegenüber dem Vorjahr, von 4.242 auf 3.829. Betriebsbedingte Entlassungen konnten dabei vollständig vermieden werden, erklärt der Versicherer.
Positive Aussichten
Die Aktionäre dürfen sich ebenfalls freuen. Der Vorstand schlägt vor, eine Dividende von 2,00 Euro pro Stückaktie auszuschütten. Insgesamt sollen rund 23 Mio. Euro ausgeschüttet werden. Die Aktionäre sollen, unabhängig vom Erwerbsangebot der VIG, an dem erfolgreichen Geschäftsjahr der NÜRNBERGER teilhaben, so der Versicherer.
Im laufenden Jahr geht das Unternehmen von einem weiteren leichten Rückgang im Neugeschäft sowie einer spürbaren Verringerung der gebuchten Beiträge aus. Für 2026 erwartet die NÜRNBERGER ein Jahresergebnis von 80 Mio. Euro, spätestens ab 2027 will das Unternehmen wieder in allen sparten ertragreich wachsen. (js)
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