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Offene Immobilienfonds: „Zu viel Geld für zu wenig Produkte“
28. Oktober 2019

Offene Immobilienfonds: „Zu viel Geld für zu wenig Produkte“

Immobilien stehen bei Anlegern hoch im Kurs. Das zeigen insbesondere die Absatzzahlen offener Immobilienfonds. Die Mittelzuflüsse haben sich 2019 bisher mehr als verdoppelt. Michael Schneider, Geschäftsführer der INTREAL, sieht das nicht nur positiv. Gerade Anbieter neuer Produkte könnten aber davon profitieren.


Immobilien stehen bei Anlegern hoch im Kurs. Das zeigen insbesondere die Absatzzahlen offener Immobilienfonds. Die Mittelzuflüsse haben sich 2019 bisher mehr als verdoppelt. Michael Schneider, Geschäftsführer der INTREAL, sieht das nicht nur positiv. Gerade Anbieter neuer Produkte könnten aber davon profitieren.


Offene Immobilienfonds: „Zu viel Geld für zu wenig Produkte“

Die Nettomittelzuflüsse in offene Immobilien-Publikumsfonds stiegen in den ersten acht Monaten 2019 laut BVI um über 100% gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Lagen die Mittelzuflüsse zwischen Januar und August 2018 bei 3,5 Mrd. Euro, waren es 2019 rund 7,3 Mrd. Euro. Trotz verschiedener neuer Anbieter von offenen Immobilien-Publikumsfonds flossen 92% der frischen Mittel den vier großen Fondsanbietern zu. Die höchsten Zuflüsse mit 2,1 Mrd. Euro hatte Union Investment zu verzeichnen, gefolgt von der Deka-Gruppe mit 1,7 Mrd. Euro und Commerz Real mit 1 Mrd. Euro.

Zu viel Geld für zu wenig Fonds

„Die sehr hohen Zuflüsse zeigen, dass es derzeit zu viel Geld für zu wenig Produkte gibt“, kommentiert Michael Schneider, Geschäftsführer der INTREAL, die Zahlen. Der Experte rechnet damit, dass die Nachfrage der Privatanleger angesichts drohender Negativzinsen auch auf private Konten eher weiter steigen wird. Für die Anbieter ist die hohe Nachfrage ein zweischneidiges Schwert. Zwar ist eine hohe Nachfrage grundsätzlich positiv für Unternehmen. „Es ist für die etablierten Fondsangebote und Anbieter im derzeitigen Marktumfeld offensichtlich jedoch kaum möglich, so hohe Summen zeitnah im Rahmen ihrer bestehenden Fondsstrategien anzulegen“, warn Schneider aber. „Als Reaktion darauf haben fast alle Anbieter die Reißleine gezogen und arbeiten mittlerweile etwa mit restriktiven Kontingentierungen für ihre Fonds.“

Auch kleinere Anbieter feiern Absatzerfolge

Unter den neuen Anbietern war Swiss Life KVG mit ihrem offenen Fonds Working & Living bisher am erfolgreichsten. Die Gesellschaft steigerte ihr Fondsvolumen in den ersten acht Monaten um rund 209 Mio. Euro. Dahinter folgt KanAm Grund Gruppe, die mit ihrem Fonds Leading Cities Invest rund 140 Mio. Euro an frischen Mitteln einsammelte. Der Service-KVG INTREAL, die mehrere Publikumsfonds administriert, verzeichnete ein Plus von 114 Mio. Euro.

Gelder dürften künftig verstärkt in neue Produkte fließen

„Unter Berücksichtigung der etablierten, historischen Vertriebsstrukturen ist der Zuspruch, den die neuen Produkte finden, sehr erfreulich“, meint INTREAL-Chef Schneider. Die allgemein hohe Nachfrage dürfte dem Experten zufolge zukünftig verstärkt auf neue Produkte verteilt werden. „Dies liegt einerseits an den Aufnahmestopps der Altfonds. Andererseits ist dies auf die Tatsache zurückzuführen, dass es neue Fonds mit alternativen und attraktiven Anlage- und somit Investitionsausweichstrategien gibt.“ Ein Beispiel dafür sei der jüngst aufgelegte Habona Nahversorgungsfonds Deutschland, der nur in Lebensmitteleinzelhändler mit Nahversorgungsfunktion investiert. (mh)

Bild: © tippapatt – stock.adobe.com



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