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13. Oktober 2020
Pandemie treibt Realzins auf Fünfjahreshoch
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Pandemie treibt Realzins auf Fünfjahreshoch

Frohe Kunde für Sparer: Der Realzins war im dritten Quartal 2020 erstmals seit fünf Jahren wieder positiv. Allzu groß sollte die Freude aber nicht ausfallen, denn das lag vor allem an einem Sondereffekt infolge der Corona-Krise, der zu einer negativen Inflation geführt hat.

Die Inflationsrate ist in Deutschland im dritten Quartal 2020 nochmals gesunken – auf –0,09%. Die Zinsen auf Tages- und Festgeld, Girokonten und Spareinlagen lagen von Juli bis September 2020 im Durchschnitt bei 0,12%. In Kombination ergibt das einen positiven Realzins in Höhe von plus 0,21%. Das ist der höchste Wert seit fünf Jahren. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Realzins-Radar von comdirect und Barkow Consulting.

Realzins erstmals seit 2016 wieder positiv

Die Inflationsrate erreichte im dritten Quartal 2020 den niedrigsten Wert seit mehr als zehn Jahren. Entsprechend lagen die Zinsen auf die Ersparnisse der Deutschen erstmals seit 2016 wieder über der Inflationsrate. In absoluten Zahlen haben die Ersparnisse der Deutschen dadurch 1,3 Mrd. Euro an Wert gewonnen. Pro Kopf waren das 16 Euro. Betrachtet man das gesamte Jahr von Januar bis September 2020 steht allerdings weiter ein Realzinsverlust von 11,6 Mrd. Euro zu Buche.

Im Gesamtjahr weiter im Minus

Insgesamt sieht die comdirect nur wenige Grund zur Freude für deutsche Sparer. Das reale Zinsplus im dritten Quartal haben zudem nur an einem Sondereffekt gelegen: der Mehrwertsteuersenkung. „Durch die im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise eingeführte Mehrwertsteuersenkung ist die Inflationsrate im dritten Quartal ins Negative gerutscht. Sparer profitieren somit kurzfristig von einem positiven Realzins“, sagt Matthias Hach, Marketing- und Vertriebsvorstand von comdirect. Die Mehrwertsteuersenkung ist aber nur bis Jahresende geplant. Der Trend zu sinkenden Zinsen dürfte hingegen weiter bestehen bleiben und durch Corona eher noch länger anhalten. „Die realen Verluste auf dem Sparbuch werden also weiter wachsen“, so Hach. (mh)

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