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13. Juli 2021
PIM-Gold-Insolvenz: Tonnenweise Gold verschwunden

PIM-Gold-Insolvenz: Tonnenweise Gold verschwunden

Der Verwalter des insolventen Goldhändlers PIM Gold hat am Rande einer Verhandlung gegen zwei Top-Manager darauf hingewiesen, dass mehrere Tonnen Edelmetall fehlten. Statt drei Tonnen konnte der Verwalter nach dem Insolvenzantrag nur grob 450 Kilogramm sicherstellen. Ein Privatdetektiv ermittelt nun.

Im Skandalprozess um den insolventen Goldhändler PIM ist nun offenbar geworden, dass auch eine riesige Menge Gold verschwunden ist. Darauf hat der 2019 zum Insolvenzverwalter ernannte Dr. Renald Metoja (AssCompact berichtete) am Rande eines Prozesses im PIM-Skandal vor dem Landgericht Darmstadt hingewiesen.

Tonnenweise Edelmetall fehlt

Ursprünglich waren nach dem Insolvenzantrag 2019 rund 270 Kilogramm Feingold und grob 180 Kilogramm Schmuck sichergestellt worden. Es hätten jedoch ungefähr drei Tonnen Gold da sein müssen, sagte Metoja. Bislang beliefen sich die geprüften und berechtigten Forderungen auf eine Höhe von 140 Mio. Euro, wie das Handelsblatt berichtet.

Anklage wegen schweren Betrugs

In dem Verfahren vor dem Landgericht Darmstadt müssen sich der ehemalige Geschäftsführer und der ehemalige Chef des zugehörigen Vertriebsunternehmens (Premium Gold Deutschland) wegen schweren Betrugs verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Kunden zur Anlage in ein Schneeballsystem verleitet zu haben. Von dem Geld, das die beiden unter Umständen eingestrichen haben, könnten den Ermittlungen zufolge bis zu 40 Mio. Euro auf Konten in der Türkei geflossen sein. Diese lägen damit außerhalb des Zugriffs deutscher Kläger.

Nur 7,5% der Gläubigerforderungen erfüllt

Die 7.000 bis 8.000 PIM-Gläubiger hatten in einer ersten Auszahlung lediglich 7,5% ihrer festgestellten Forderungen aus der Insolvenzmasse zurückerhalten. Diese Quote könnte noch steigen, wie das Handelsblatt vermeldet. Der Insolvenzverwalter geht aktuell mit einem Privatdetektiv Gerüchten nach, Mitarbeiter von PIM Gold hätten möglicherweise Edelmetalle mitgehen lassen.

Zuvor bereits Verurteilung zu Schadensersatz

In einem bereits zuvor gefällten Urteil vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt war der ehemalige Geschäftsführer von PIM Gold bereits rechtskräftig zu Schadensersatz in Höhe von 10.000 Euro verurteilt worden (AssCompact berichtete). (tku)

Bild: © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

 

Leserkommentare

Gespeichert von Jan Lanc (392496) am 14. Juli 2021 - 21:21

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Das war ganz klar getürkt und bei dem GF wundert es mich nicht.