Die private Krankenversicherung ist auch im Jahr 2025 gewachsen. Das geht aus Zahlen hervor, die der Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV-Verband) veröffentlicht hat. Demnach ist die Gesamtzahl der Versicherungen im vergangenen Jahr um rund 0,9 Millionen auf knapp 41 Millionen gestiegen – ein Plus von 2,3% gegenüber dem Vorjahr.
Zusatzversicherung als Wachstumsmonitor
Erneut hat sich dabei die Zusatzversicherung als Wachstumsmonitor erwiesen: Rund 873.000 zusätzliche Verträge verzeichnet der PKV-Verband für 2025 im Vergleich zum Vorjahr. Das ist ein Zuwachs von 2,8%. Auch die Vollversicherung entwickelt sich stabil: Nach Abzug der Sterbefälle ist der Bestand um 49.700 Versicherte gestiegen. Insgesamt waren 2025 8,79 Millionen Menschen PKV-vollversichert, 0,6% mehr als im Vorjahr.
In diesem Zusammenhang kritisiert der Verband auch die Pläne der Bundesregierung, die Versicherungspflichtgrenze außerordentlich um 3.600 Euro pro Jahr anzuheben. Zusammen mit der regulären Anhebung müssen Angestellte künftig über 84.400 Euro verdienen, um von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die PKV wechseln zu können. Dadurch verlieren fast 1 Million Menschen in Deutschland ihre Wahlfreiheit, so der Verband. Insgesamt brauche Deutschland aber mehr Wahlfreiheit, nicht weniger, so Thomas Brahm, der Vorsitzende des PKV-Verbandes. „Der Wettbewerb zwischen GKV und PKV ist ein Motor für Qualität, Innovationen und Wirtschaftlichkeit, weil beide Säulen des dualen Systems um die beste Versorgung ringen.“
Mehrheit der Deutschen will Wahlfreiheit – unabhängig vom Einkommen
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA zeigt, dass sich die Mehrheit der Deutschen genau diese Wahlfreiheit wünscht: Mehr als jeder Zweite (52%) möchte laut den Ergebnissen der Umfrage, dass Angestellte unabhängig vom Einkommen die Möglichkeit, zwischen GKV und PKV zu wechseln. 15% lehnen das ab, ein Drittel ist entweder unentschieden oder macht keine Angabe.
Ohne den Zugang der Angestellten zur PKV steht der Wettbewerb vor dem Aus, so der PKV-Verband. Von dem Ringen um das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis profitieren aber alle Versicherten: Es fordert sowohl die GKV als auch die PKV gleichermaßen, stetig besser zu werden, und effizient mit den Mitteln umzugehen, um die Versicherten zu überzeugen, so der Verband.
Höhere Beitragsbemessungsgrenze kann sich „verheerend“ auswirken
Neben der Versicherungspflichtgrenze soll auch die Beitragsbemessungsgrenze steigen. Millionen Versicherte müssen mit höheren Beiträgen rechnen, während ihre Wechselmöglichkeiten begrenzt werden. Das sei für den Wirtschaftsstandort Deutschland sowie für jüngere Generationen „verheerend“, so Brahms. „Mitten in der Wirtschaftskrise trifft die zusätzliche Belastung besonders qualifizierte Fachkräfte in zukunftsträchtigen Wachstumsbranchen, auf die Deutschland dringend angewiesen ist.“ (js)
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