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Potenzial und Skepsis in der betrieblichen Krankenversicherung
12. Oktober 2016

Potenzial und Skepsis in der betrieblichen Krankenversicherung

Nur etwa jeder zehnte Arbeitnehmer ist betrieblich krankenversichert, hat eine Studie der Strategieberatung Simon-Kucher ergeben. Gleichzeitig würden sich aber ein Drittel der Arbeitnehmer und drei Viertel der Arbeitgeber für die bKV interessieren. Daraus lässt sich viel Potenzial für Versicherer und Vermittler ableiten. Bei einigen Arbeitnehmervertretern herrscht jedoch Skepsis.


Nur etwa jeder zehnte Arbeitnehmer ist betrieblich krankenversichert, hat eine Studie der Strategieberatung Simon-Kucher ergeben. Gleichzeitig würden sich aber ein Drittel der Arbeitnehmer und drei Viertel der Arbeitgeber für die bKV interessieren. Daraus lässt sich viel Potenzial für Versicherer und Vermittler ableiten. Bei einigen Arbeitnehmervertretern herrscht jedoch Skepsis.


Potenzial und Skepsis in der betrieblichen Krankenversicherung

Für Arbeitnehmer hat die betriebliche Krankenversicherung (bKV) einige Vorteile: Sie erhalten ohne oder mit reduzierten Kosten zusätzlichen Schutz zur GKV. Auch Beschäftigte mit Vorerkrankungen können häufig von einer bKV profitieren, denn sie bekommen ebenfalls Zugang zu kostengünstigeren Zusatzleistungen. Und auch Familienangehörige können die Gruppenverträge mitnutzen.

Mangelnde Information und andere Hemmnisse

Doch das sind Vorteile, die bisher nur selten zum Tragen kommen. Laut einer Studie unter 1.500 Arbeitnehmern und 50 Arbeitgebern der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners kommt aktuell nur einer von zehn Arbeitnehmern in den Genuss einer bKV. Aber immerhin scheint das Interesse an ihr zu wachsen: Denn ein Drittel der Arbeitnehmer und drei Viertel der Arbeitgeber ohne bKV sind laut Studie daran interessiert. „Die bKV liegt noch im Dornröschenschlaf. Dabei ist so viel Potenzial da, das nur wachgerüttelt werden muss. Arbeitgeber und -nehmer brauchen schlicht mehr Information über Vorteile der bKV“, fasst Dr. Clemens Oberhammer, Partner bei Simon-Kucher die Ergebnisse der Studie zusammen.

Auf der anderen Seite jedoch hemmen interne Arbeitsprozesse und Bürokratie das Interesse der Arbeitgeber. Ähnlich wie in der betrieblichen Altersversorgung schreckt der mögliche Mehraufwand die Unternehmen ab. Auch das mag ein Grund dafür sein, dass Versicherungsmakler das Geschäftsfeld der bKV in den vierteljährlichen Umfragen zu den AssCompact TRENDS zwar immer wieder als potenzielles Wachstumssegment einschätzen, aber in der Gegenwart noch wenig Umsatz in dem Bereich machen.

Arbeitnehmervertreter eher skeptisch

Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die Rolle der Arbeitnehmervertreter. Gewerkschaften und Betriebsräte haben bei der Einrichtung betrieblicher Sozialleistungen ein Wörtchen mitzureden. Doch dort herrscht Skepsis. In einem erst kürzlich erschienen Aufsatz der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung heißt es, ob nicht eine Barauszahlung oder ein Zuschuss zur betrieblichen Altersversorgung dem Arbeitnehmer mehr Nutzen bringen würden als eine „Gehaltserhöhung“ in Form einer bKV. Die Forscher Susanne Schulz und Florian Blank kritisieren in dem Aufsatz, dass viele Leistungen der bKV schon in der GKV enthalten seien und hinterfragen die höheren Kosten für den Arbeitnehmer, wenn dieser den Versicherungsvertrag bei Renteneintritt allein weiterführt.

Mehr Flexibilität bei den Angeboten gewünscht

Das Argument, dass eine bKV die Mitarbeitergewinnung und -bindung steigere, wird also im Beratungsgespräch mit den Arbeitgebern allein nicht genügen. Laut Simon-Kucher-Studie wollen Arbeitgeber mehr Informationen und attraktive Produktangebote, aber auch Services – wie etwa einen direkten Ansprechpartner oder einen unkomplizierten Abschlussprozess. Dr. Clemens Oberhammer empfiehlt Versicherern deshalb, Angebote für Arbeitgeber flexibel zu gestalten. Zudem würden sich auch die befragten Arbeitnehmer mehr Flexibilität wünschen. Dabei seien 62% der Arbeitnehmer auch bereit, einen finanziellen Eigenanteil zu übernehmen. (bh)




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