P&R-Pleite: Erste Klagen gegen Anlagevermittler | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

P&R-Pleite: Erste Klagen gegen Anlagevermittler
18. Juni 2018

P&R-Pleite: Erste Klagen gegen Anlagevermittler

Gegen einzelne Vermittler von P&R Containern wurden nun erste Schadensersatzklagen eingereicht. Sie hätten die Anleger darauf hinweisen müssen, dass aufgrund spärlicher P&R-Informationen keine Plausibilitätsprüfung möglich war, heißt es von einer Anwaltskanzlei. Das Insolvenzverfahren ist dagegen noch nicht eröffnet.


Gegen einzelne Vermittler von P&R Containern wurden nun erste Schadensersatzklagen eingereicht. Sie hätten die Anleger darauf hinweisen müssen, dass aufgrund spärlicher P&R-Informationen keine Plausibilitätsprüfung möglich war, heißt es von einer Anwaltskanzlei. Das Insolvenzverfahren ist dagegen noch nicht eröffnet.

P&R-Pleite: Erste Klagen gegen Anlagevermittler

Rund 3,5 Mrd. Euro haben Anleger in P&R-Container investiert. Nach vorläufiger Bestandsaufnahme ist eine große Anzahl der 1,6 Millionen verkauften Container aber gar nicht vorhanden. Im März und April meldeten die Unternehmen der P&R Gruppe Insolvenz an. Die endgültige Eröffnung der Insolvenzverfahren über die Vermögen der P&R-Gesellschaften steht allerdings noch aus.

War die P&R-Pleite vorhersehbar?

Die P&R-Pleite hat auch Kritik an der BaFin hervorgerufen, die sich allerdings gegen die Vorwürfe wehrt. Nun sind bei verschiedenen Landgerichten erste Klagen auf Schadensersatz gegen Anlagevermittler von P&R-Containern eingegangen. Hinter den Klagen steht die Kanzlei CLLB Rechtsanwälte, die die Ansicht vertritt, dass aufgrund spärlicher Berichterstattung durch P&R eine Plausibilitätsprüfung viele Jahre überhaupt nicht möglich gewesen sei. Man habe daher nicht beurteilen können, ob das Geschäftsmodell von P&R überhaupt tragfähig sei.

P&R-Container: Keine Plausibilitätsprüfung

Auf diesen Umstand hätten die Anleger von den Vermittlern aber hingewiesen werden müssen, meint Rechtsanwalt Franz Braun, Partner bei der Kanzlei CLLB, die auf Kapitalanlagerecht spezialisiert ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hätte der interessierte Anleger vom Anlagevermittler darüber informiert werden müssen, wenn eine Plausibilitätsprüfung nicht durchgeführt wurde oder gar nicht möglich war. Zudem hätten auch Warnungen von Branchendiensten vorgelegen.

„Aus meiner Sicht realisieren sich genau diese Risiken jetzt gerade,“ sagt Rechtsanwalt Braun. Zwar habe sich die Informationspolitik von P&R aufgrund gesetzlicher Vorgaben in jüngerer Zeit verbessert. Eine Plausibilitätsprüfung sei in den meisten Fällen aber trotzdem nicht erfolgt. So sei auch das schneeballähnliche System von P&R nicht aufgefallen. (bh)

Lesen Sie auch:

P&R-Pleite: Massenklagen mit Textbausteinen erwartet

„Die P&R-Insolvenz kam nicht für jeden Marktteilnehmer überraschend“



Kommentare

von Bruno Steiner am 19.06.2018 um 10:11 Uhr
Selbst der dü.... Vermittler müßte inzwischen durch die Medien erfahren haben und wissen, daß aufgrund enormer Überkapazitäten an Containern und -schiffen keine positiven Ergebnisse (ausser für die Initiatoren der Fonds) für Anleger zu erzielen sind. Aber die horrenden Provisionen (wer dafür wohl bezahlen muss?)lassen die $_Zeichen in den Augen die grauen Zellen und das Gewissen der Vermittler sowie die Gier (frisst Hirn?) der Anleger in´s Koma fallen. Oder sind die Schnell(fortbildungs)kurse) der Vertriebs- und Vermögensbilungsanbieter doch nicht ausreichend für die Provisionsjäger? Mir tun solche Vermittler jedenfalls nicht leid. Ein wenig mehr Fachwissen und Moral würde sicher nichts (und niemandem) schaden. Woher nur hat die Vermittler- und Vermögens(verbrater)beraterbranche nur so einen schlechten Ruf?


Ähnliche News

Der BVVB Bundesverband der Versicherungsberater e. V. lehnt jegliche erfolgsabhängige Beratung oder Vermischung von Vergütungsmodellen ab. Der Verband erwartet, dass die Zahl der Versicherungsberater steigen wird – allerdings vorerst noch in kleinen Schritten. Interview mit Harald Peschken, BVVB-Präsident. weiterlesen
Der ERGO-Risiko-Report beleuchtet die Risikokompetenz und die Ängste der Deutschen. Neben der Furcht vor Naturgefahren ist die Sorge groß, im Alter an einer Krankheit zu leiden. Auch die Altersarmut bleibt ein Schreckgespenst. Dennoch spart jeder vierte Bundesbürger keinen einzigen Cent privat fürs Alter an. weiterlesen
Entscheidungen im Betriebsalltag treffen wir meist nicht so rational wie wir denken. Das kann im Extremfall unsere berufliche Existenz oder den Fortbestand unseres Unternehmens gefährden, sagt Kevin Pfander, Strategie- und Changeberater, Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner, Bruchsal bei Karlsruhe (www.kraus-und-partner.de). weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.