AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

Privatversicherte werden zunehmend wichtiger für Arztpraxen
20. August 2019

Privatversicherte werden zunehmend wichtiger für Arztpraxen

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Privatkrankenkassen (WIP) hat ergeben, dass die Bedeutung der Privatversicherten für das Gesundheitssystem weiter gestiegen ist.


Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Privatkrankenkassen (WIP) hat ergeben, dass die Bedeutung der Privatversicherten für das Gesundheitssystem weiter gestiegen ist.


Privatversicherte werden zunehmend wichtiger für Arztpraxen

Eine aktuelle Untersuchung des WIP hat ergeben, dass der Mehrumsatz der Privatversicherten 2017 auf 13,23 Mrd. Euro gestiegen ist. Bei jenem Mehrumsatz handelt es sich um diejenigen zusätzlichen Finanzmittel, die nur deshalb im deutschen Gesundheitssystem vorhanden sind, weil sich Patienten nicht gesetzlich, sondern privat versichern. Dabei handelt es sich laut Studie um eine Steigerung um 226 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Mehr Geld für die Arztpraxen

Umgelegt auf die einzelnen Arztpraxen, bedeutet dies einen jährlichen Mehrumsatz von über 54.000 Euro, was einer dreiprozentigen Steigerung gegenüber 2016 entspricht. Die Studienmacher vermuten, dass der wahre Effekt für die Anbieter der Gesundheitsleistungen sogar noch höher liegt, da zahlreiche Rechnungen nicht zur Erstattung bei den privaten Krankenversicherungen (PKV) eingereicht werden, um stattdessen in den Genuss von Beitragsrückerstattungen zu kommen.

Kostenanstieg in der PKV geringer

Des Weiteren kommt die WIP-Studie zu dem Schluss, dass die Kosten in der PKV im Zeitraum zwischen 2007 bis 2017 längst nicht so stark gestiegen wären, wie das in der gesetzlichen Krankenversicherung der Fall war. So erhöhten sich die Leistungsausgaben je Versichertem in der PKV nur um 38%, wogegen die gesetzlichen Krankenversicherungen eine Steigerung um knapp 46% verzeichneten.

Außerdem verweist die Studie auf einen engen Zusammenhang zwischen Alterung und Mehrumsatz, der durch Versicherte der PKV generiert werde. Die Studienmacher sehen hierin sogar eine Chance für ländliche Regionen, die häufig als medizinisch unterversorgt gelten und einen höheren Altersdurchschnitt aufweisen. Damit deuten sie an, dass eine höhere Quote an privat Krankenversicherten die Probleme des ländlichen Raums lösen oder zumindest abmildern könnte. Den Beweis hierfür bleibt die Studie aber an dieser Stelle schuldig, da sie keine Aussage darüber macht, wie hoch der Anteil der Bevölkerung in ländlichen Gebieten ist, der überhaupt die Möglichkeit hat, in die PKV zu wechseln. (tku)

Bild: © contrastwerkstatt – stock.adobe.com




Ähnliche News

Der map-report hat in Ausgabe 916 die Bilanzkennzahlen privater Krankenversicherer umfassend analysiert. Vor dem Hintergrund anhaltend niedriger Zinsen, steigender Krankheitskosten und Lebenserwartungen sowie der Risiken durch die Corona-Pandemie spielt die wirtschaftliche Situation der Versicherer den Experten zufolge schließlich eine immer wichtigere Rolle. weiterlesen
Ärzteverbände machten in der Corona-Krise eine fehlende Solidarität der privaten Krankenversicherung aus und bemängelten eine unzureichende finanzielle Unterstützung. Die PKV musste sich den Vorwurf der Krisengewinnlerin gefallen lassen. Das sei mitnichten so, erklärt der PKV-Verband und verweist auf höhere Leistungsausgaben. weiterlesen
Wie es um die Beitragsstabilität der PKV-Tarife steht, hat das Software- und Analysehaus MORGEN & MORGEN unter die Lupe genommen. Laut Analyse beträgt die Anpassung der Beiträge marktweit im Schnitt 1,77% und fällt damit recht moderat aus. Zugleich sehen sich die privaten Krankenversicherer vor einer Trendwende: Zuletzt wechselten mehr Menschen in die PKV. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.