Die Nachfrage nach Krankenzusatztarifen bleibt ungebrochen hoch. Über 24 Millionen Versicherte hierzulande verfügen über einen Zusatzschutz, um den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufzustocken. Innerhalb der letzten zehn Jahre sind die Beitragseinnahmen in der privaten Krankenzusatzversicherung um rund 40% auf 7,4 Mrd. Euro gestiegen, heißt es in der Pressemitteilung des Ratinghauses Franke und Bornberg anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Ratingjahrgangs.
Ein Blick auf die Tariflandschaft zeigt: Das Angebot ist groß, die Unterschiede zwischen den Tarifen „erheblich“. Das Rating bewertet die Tarife in fünf Teilkategorien: Zahn, Stationär, Sehhilfen, Naturheilverfahren und Vorsorge. Nur ein Versicherer schafft es, in allen fünf Produktbereichen mindestens einmal die Bestnote FFF+ („hervorragend“) zu erreichen.
Die meisten Anbieter decken alle Bereiche ab, doch manche Versicherer bieten auch eigenständige Tarife oder Bausteine an, so Franke und Bornberg.
Mehrheit der Zahnzusatztarife im Mittelfeld
Das bei Weitem größte Segment der Krankenzusatzversicherung ist die Zahnzusatzversicherung. Über 20 Millionen Versicherte haben einen Vertrag.
Für den aktuellen Jahrgang bewertet das Analysehaus ganze 265 Tarife. Davon erreichen 17% bzw. 46 Tarife – und damit drei mehr als im Vorjahr – die Bestnote FFF+ („hervorragend“). Die große Mehrheit bewegt sich im soliden Mittelfeld (siehe Grafik), jedoch sind auch 10% der Tarife laut Franke und Bornberg „mangelhaft“ und sogar 12% schlichtweg „ungenügend“.
Allerdings benötigt gar nicht jeder Versicherte einen Spitzentarif, erklären die Experten, bzw. möchte sich einen solchen leisten. Das breit gestaffelte Angebot bietet aufgrund dessen eine gute Basis, den passenden Schutz für jeden Geldbeutel zu finden.
Stationäre Zusatztarife weisen höchstes Niveau unter Zusatzsparten auf
Das höchste Qualitätsniveau unter den Zusatzsparten bietet die stationäre Krankenzusatzversicherung. Fast ein Viertel der 126 untersuchten Tarife erhalten die Note FFF+ („hervorragend"), und knapp jeder fünfte wird mit „sehr gut“ (FFF) bewertet. Auch hier findet sich ein starkes Mittelfeld, während die Anzahl der mit „mangelhaft“ bewerteten Tarife mit zwei auf Vorjahresniveau liegt und die Anzahl der „ungenügenden“ Angebote von neun auf sechs zurückgegangen ist.
Die stationäre Zusatzversicherung bietet Leistungen wie den Aufenthalt im Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt- bzw. Privatarztbehandlung sowie freie Krankenhauswahl.
Seite 1 Rating Krankenzusatz: Angebot groß, doch Unterschiede sind „erheblich“
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