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15. Juni 2021
Renditen und Ratings offener Immobilienfonds unter Druck
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Renditen und Ratings offener Immobilienfonds unter Druck

Offene Immobilienfonds stehen bei Anlegern hoch im Kurs. Ihre Renditen geraten allerdings vermehrt unter Druck. Die Ratingagentur Scope hat darauf nun mit mehreren Abstufungen reagiert. Insgesamt wurde mehr als ein Drittel der analysierten Fonds herabgestuft.

Scope hat die Ratings von 15 offenen Immobilienfonds aktualisiert. Sechs Fonds wurden dabei herabgestuft, vor allem aufgrund gesunkener Renditen. Neun Fonds behielten ihr Rating. Relevantester Risikofaktor der Fonds ist Scope zufolge die weitere konjunkturelle Entwicklung. Während die meisten Anlageklassen im vergangenen Jahr einen harten Einbruch und anschließend eine kräftige Erholung erlebten, zeigten offene Immobilienfonds durchweg Stabilität. Die durchschnittliche Volatilität der Fonds lag unter 1%.

Anhaltend hohe Zuflüsse

Anleger belohnten die Stabilität im vergangenen Jahr mit hohen Nettomittelzuflüssen in Höhe von 7,8 Mrd. Euro. Damit kamen sie zwar nicht ganz an den Wert von 2019 von 10,4 Mrd. Euro heran. Dennoch führten die Zuflüsse weiter zu vergleichsweise hoher Liquidität von durchschnittlich 17,2% des Fondsvermögens sowie zu beträchtlichen Immobilienankäufen von insgesamt 8,3 Mrd. Euro.

Renditen im Sinkflug

Wesentlicher Treiber der aktuellen Downgrades ist laut Scope das gesunkene Renditeprofil. Während die 15 analysierten Fonds im Jahr 2019 noch eine durchschnittliche Rendite von 3,2% erzielten, waren es im Jahr 2020 nur noch 2,1%. Das Spektrum reichte dabei von – 1,0% bis zu + 5,1%. Für das gesamte Jahr 2021 erwarten die Scope-Analysten sogar nur noch eine durchschnittliche Rendite von rund 1,5%. „Das veränderte Renditeprofil der Fonds zeigt, dass sich die Risiken, die im vergangenen Jahr bereits zu Rating-Herabstufungen führten, nun materialisieren“, kommentiert Sonja Knorr, Head of Alternative Investments bei Scope Analysis. Vor allem jene Fonds mit größerem Bestand an Hotelimmobilien und Shopping-Centern mussten demnach Einnahmeeinbußen und Wertkorrekturen hinnehmen.

Im Schnitt weiter gute risikoadjustierte Renditen

Das durchschnittliche Rating der 15 Fonds liegt bei „a-AIF“. Insgesamt lasse sich aus Anlegersicht damit noch eine gute risikoadjustierte Rendite erwarten. Die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die konjunkturelle Entwicklung und auf die Immobilienmärkte bleiben Scope zufolge der relevanteste Risikotreiber. Wie stark und nachhaltig die wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr vor allem in Europa und Nordamerika ausfallen wird, habe maßgeblichen Einfluss auf Vermietungsaktivitäten, mögliche Mieteinnahmenausfälle und Immobilienbewertungen der Fonds. (mh)

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