Kapitalgedeckte Altersvorsorge: Skepsis an öffentlich verantwortetem Fonds
Die Bundesregierung will im Rahmen der Reform der Altersvorsorge die kapitalgedeckte Altersvorsorge stärken. Mit möglichen Optionen setzt sich seit Januar 2023 die „Fokusgruppe private Altersvorsorge“ auseinander (AssCompact berichtete). Die Stärkung von Altersvorsorge mit Aktien begrüßt der Beirat grundsätzlich. Er weist jedoch auf die Lehren aus der Riester-Rente hin, dass die individuelle kapitalgedeckte Altersvorsorge zu hohen administrativen Kosten führt. Auch die gesetzlich vorgeschriebenen Garantien hätten die Kosten der individuellen Altersvorsorge erheblich vergrößert, schreiben die Wirtschaftsexperten. Deshalb seien kollektive Altersvorsorgemodelle individuellen vorzuziehen. Weiter heißt es vom Beirat, der Schwerpunkt sollte nicht auf einen öffentlich verantworteten Fonds gelegt werden. Die internationale Erfahrung zeige, dass derartige Fonds unterdurchschnittliche Renditen abwerfen würden.
Standardbetriebsrente für KMU
Hier rufen die Ökonomen ins Gedächtnis, dass Deutschland eine Betriebsrente mit vielen bewährten Modellen habe. „Sie zu stärken und vor allem mittels einer Standardbetriebsrente auf kleinere und mittlere Unternehmen auszuweiten, erscheint dem Beirat die bessere Strategie zu sein als eine neue kapitalgedeckte Säule mit einer eigenen Administration aufzubauen“, heißt es im Schreiben. Erfahrungen biete das Beispiel Großbritannien.
Schließlich appelliert der Beirat, auch in der Sozialpolitik Prioritäten zu setzen, um trotz der Bevölkerungsalterung die Produktivität der deutschen Wirtschaft zu erhalten und zu stärken. (tk)
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