Bewegung am deutschen Maklermarkt – und zwar von international. Das schwedische Maklerhaus Max Matthiessen, bei dem bereits im April bekannt wurde, dass es weiter in den deutschen Markt vorstoßen will, steigt bei der Leipziger Invers-Gruppe ein. Beide Unternehmen haben hierzu eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht. Hinter Max Matthiessen stecken die Investoren Nordic Capital aus Schweden und der kanadische Pensionsfonds „Ontario Teachers‘ Pension Plan“. Bei der Invers-Gruppe handelt es sich um einen inhabergeführten Allfinanz-Pool mit Schwerpunkt im Versicherungsgeschäft. Laut der AssCompact Trendstudie „Play-offs im Markt der Maklerpools und -verbünde“ verfügt die Invers-Gruppe allerdings auch über 17% Geschäftsanteile im Non-Insurance, also Investment-Bereich.
Das sind die Pläne
In der gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen heißt es, dass sich der Vermittlermarkt in einem Generationenwechsel befinde, da viele erfahrene Vermittler langfristige Lösungen für ihre Kundenbestände suchen würden. Durch Invers würde Max Matthiessen Zugang zu einem etablierten Netzwerk unabhängiger Vermittler sowie zu einer Plattform für den Erwerb von Kundenbeständen im deutschen Markt erhalten. Deutschland zähle zu den größten Versicherungsmärkten Europas, so die Pressemitteilung.
Invers-CEO Michael Buth betont, dass man von Max Matthiessen als richtigem Partner überzeugt sei. „Gemeinsam können wir Vermittlern eine sichere Lösung für ihre Kundenbestände bieten - auch für diejenigen, die weiterhin aktiv im Geschäft bleiben möchten."
Und was steckt dahinter?
Hintergrund für die Transaktion ist die Nachfolgefrage im Maklermarkt. Nach Angaben der Invers GmbH ist die Zahl der Anfragen nach einer Bestandsübernahme stetig gestiegen. Solche Übernahmen seien allerdings kapitalintensiv und in der Abwicklung aufwendig. Sie setzen sowohl finanzielle Mittel als auch leistungsfähige Prozesse voraus. Die geplante Beteiligung von Max Matthiessen setze genau an diesem Punkt an.
Nach Vollzug der Transaktion sollen die mit der Invers GmbH kooperierenden Versicherungsmakler und Finanzanlagenvermittler von drei Punkten profitieren:
- Kapital für Bestandsübernahmen: Die Invers GmbH soll Investitionsmittel erhalten, um Bestände zu marktgerechten Konditionen zu übernehmen.
- Schnellere Abwicklung: Bestandsübernahmen sollen technisch weiter automatisiert werden; dabei sollen auch Verfahren der künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommen.
- Verkauf ohne Ausstieg: Bestände sollen auch dann verkauft werden können, wenn die Maklerin oder der Makler weiter tätig bleiben möchte.
Führungsteam und Standort bleiben
Die Invers GmbH wird weiterhin von Michael Buth geführt. Auch die Prokuristen (gleichzeitig Bereichsleitung) bleiben vollständig an Bord: Cornelia Fentzahn verantwortet den Bereich Investment, Kristin Rockendorf-Dillner den Bereich Versicherungen und Mathias Weber die Maklerbetreuung. Udo Rummelt steht Max Matthiessen und damit auch der Invers GmbH künftig als Investor und strategischer Berater zur Seite. Sitz der Gesellschaft bleibt Leipzig.
Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung
Noch ist die Übernahme nicht fix, sondern wartet auf die Zustimmung des Kartellamts. Max Matthiessen würde dann eine Mehrheitsbeteiligung an der Invers-Gruppe erwerben. Zu der Gruppe gehören die Invers Versicherungsvermittlungsgesellschaft mbH, die Patronus GmbH und die FairFiMa GmbH. (mki)
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