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23. Juni 2021
So überschuldet sind die Deutschen
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So überschuldet sind die Deutschen

Das institut für finanzdienstleistungen (iff) hat in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus den iff-Überschuldungsreport 2021 vorgestellt. Demnach waren 2020 trotz Pandemie etwas weniger Menschen in Deutschland überschuldet als im Jahr zuvor. Grund zur Entwarnung sei das aber noch nicht.

6,85 Millionen Menschen waren in Deutschland im vergangenen Jahr überschuldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl leicht rückläufig. 2019 waren noch 6,92 Millionen Bundesbürger überschuldet. Das geht aus der aktuellen Ausgabe des iff-Überschuldungsreports hervor, den das iff seit 2006 zusammen mit Stiftung Deutschland im Plus veröffentlicht.

Auswirkungen oft mit zwei Jahren Verspätung zu spüren

Grund zur Entwarnung seien die Zahlen aber nicht. „Wie bei der Finanzkrise 2007/2008 ist auch bei der globalen Gesundheitskrise damit zu rechnen, dass sich die Auswirkungen auf die Überschuldungsstatistik mit einer Verzögerung von rund zwei Jahren zeigen werden“, meint Dr. Sally Peters, Geschäftsführerin des iff. „Viele Menschen mit finanziellen Einbußen nutzen erst alle anderen finanziellen Mittel, bevor sie eine Schuldnerberatungsstelle aufsuchen.“.

Fast jede zweite Überschuldung nicht beeinflussbar

Ein Blick auf die Überschuldungsgründe zeigt dem iff zufolge, dass 45% der Überschuldungsgründe von den Betroffenen nicht beeinflussbar sind. Dazu zählen Ereignisse wie Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit (22,7%), Scheidung (9,7%) oder Krankheit (11,2%). „Vor dem Hintergrund, dass Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren ein Hauptgrund für Überschuldung war und dies auch für 2020 bestätigt wird, ist zu befürchten, dass sich die Folgen der Corona-Pandemie in den kommenden Jahren in steigenden Überschuldungszahlen und einer steigenden Überschuldungstiefe niederschlagen werden“, sagt Dr. Peters.

Einkommensarmut immer häufiger die Ursache

Besonders gravierend sei, dass 11,4% der Menschen sind auf Grund von Einkommensarmut in die Überschuldung gerutscht sind. Der Wert legt damit erneut zu. Zum Vergleich: 2011 hatte er lediglich bei 3,6%. Damit hat er sich seither mehr als verdreifacht. Der aktuelle Überschuldungsreport zeigt, dass die Ratsuchenden in den Beratungsstellen im Mittel über ein Einkommen verfügen, das signifikant unterhalb der Armutsschwelle liegt.

Jede fünfte Überschuldung selbst verschuldet

Etwa jede fünfte Überschuldung (18,6%) wäre dem Report zufolge über alle Altersgruppen vermeidbar gewesen. Ursachen sind unter anderem falsches Konsumverhalten (8,7%), fehlende finanzielle Allgemeinbildung (3,6%), unwirtschaftliche Haushaltsführung (3,4%) und Straffälligkeit (2,2%). Bei den unter-25-Jährigen spitzt sich dieses Verhältnis noch zu. Allein fehlende finanzielle Bildung ist in jedem zehnten Fall (9,9%) die Überschuldungsursache. Weitere Ursachen von Überschuldungen sind Sucht, Haushaltsgründung oder die Geburt eines Kindes und unzureichende Kredit- bzw. Bürgschaftsberatung, die in einem Viertel (27,5%) der Fälle ursächlich waren. In 8,8% der Fälle ist die Hauptursache der Überschuldung eine gescheiterte Selbstständigkeit. (mh)

Bild: © Finanzfoto – stock.adobe.com

 

Leserkommentare

Gespeichert von Wilfried Stras… am 29. Juni 2021 - 10:12

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Wenn man 3 Billionen Euro die bei den Beamten/Politiker/Richterpensioen NICHT rückgedeckt sind-unbewegliche Haushalte, 600 Milliarden EURO Tartgetforderungen, 1 Billion EURO fehlenden Infrastrukturausbau und 1 Billion Euro, Atomabbau -und Endlagerung, daskomplett desaströse Sozialsystem-50% aller Neurenten unter € 800,00 hinzuaddiert...... Gute Nacht! Da dürften viele sogenannte ARME Südländer eher gut ausschauen.