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So haben sich Indexpolicen in der Corona-Krise geschlagen
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So haben sich Indexpolicen in der Corona-Krise geschlagen

Indexpolicen sind mittlerweile ein elementarer Teil der deutschen Altersvorsorge. Doch wie haben sich diese im Finanzjahr 2020 geschlagen, das von einem massiven Crash im Frühjahr und einer rasanten Erholung im Anschluss geprägt war? Und wie dürften Indexpolicen das neue Jahr meistern? Das hat nun das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) analysiert.

Indexgebundene Rentenversicherungen sind inzwischen aus der Produktlandschaft deutscher Lebensversicherer nicht mehr wegzudenken. Das bestätigt auch eine aktuelle Umfrage des IVFP. Sieben von zehn befragten befragten Versicherungsvermittlern bieten demnach Indexpolicen aktiv zum Kauf an. Dabei haben sie dem Institut zufolge derzeit die Auswahl zwischen den Produkten von 16 verschiedenen Lebensversicherern.

Drei Anbieter verabschieden sich vom Markt

2019 hatten noch 19 Versicherer eine Indexpolice im Produktangebot. Einen Grund für die Reduktion des Angebots sieht das IVFP in dem nicht enden wollende Niedrigzinsumfeld. Dieses mache auch den Indexpolicen zu schaffen. Aufgrund der lang anhaltenden Niedrigzinsen müssen die Überschussbeteiligung regelmäßig von Anbieterseite gesenkt werden. Diese seit aber nach wie vor der entscheidende Faktor für die Renditeaussichten von Indexpolicen. Condor, Generali und die VGH hätten unter anderem deshalb ihre Indexpolicen im vergangenen Jahr aus dem Angebot entfernt.

Anbieter überarbeiten Tarif

Andere Anbieter haben ihren Indextarif überarbeitet und setzen nunmehr auf einen neuen Index. Bei der R+V hat etwa der Solactive Multi Anlage Stabil Index (SOMAS) den Eurostoxx 50 abgelöst. Zudem wurde eine Kombination mit einer Partizipationsquote statt eines Caps eingeführt. Damit folge die R+V dem Trend moderner Indexpolicen. Auch der Volkswohl Bund hat seine Indexpolice ergänzt. Der Kunde kann dort nun zwischen IndexZins und IndexChance wählen. Wählt er die Zins-Variante erhält er auch bei einer negativen Indexrendite eine garantierte Gutschrift in Höhe von einem Prozentpunkt. Dafür sind die Indexquoten und somit die Renditechancen geringer als bei IndexChance.

Kaum Gutschriften aus Indexbeteiligung

Das IVFP hat allerdings nicht nur den aktuellen Marktstand der Indexpolicen untersucht, sondern auch wie sich die Produkte in dem auf viele Weisen besonderen Finanzjahr 2020 geschlagen haben. Nach dem schlechten Börsenjahr 2018 mit mageren Renditegutschriften hatten sich Indexpolicen im Laufe des Jahres 2019 erholt und auch die Aussichten für das Jahr 2020 schienen gut. Der Börsencrash aufgrund der Corona-Krise, machte diese Aussichten dem IVFP zufolge jedoch zunichte. So gab es laut der aktuellen Auswertung des Instituts im vergangenen Jahr kaum Gutschriften aus der Indexbeteiligung.

Frühjahrscrash beendet Hoffnungen frühzeitig

Grund für die kaum vorhandenen Gutschriften ist die Marktentwicklung im vergangenen Jahr. Nachdem der Dax im Februar einen neuen Höchststand erreichte, brachen die Aktienmärkte aufgrund der Corona-Krise massiv ein. Dieser Crash im Februar/März 2020 bedeutete für viele Kunden, dass sie im Jahr 2020 auf Renditegutschriften verzichten mussten. Daran konnte auch dem IVFP zufolge auch die sehr rasche Erholung des Aktienmarktes im Laufe des Jahres nichts mehr ändern.

Cap-Verfahren besonders betroffen

Insbesondere Anbieter, die auf Cap-Verfahren setzten konnten Kunden keine Gutschriften aus der Indexpartizipation weitergeben, weil der der Börsencrash zu Jahresbeginn für stark negative Rendite in den Monaten Februar und März 2020 sorgte. Da diese nicht nach unten beschränkt sind, gingen sie in voller Stärke in die Ermittlung der Indexrendite ein. Die folgenden zum Teil sehr guten Monate wurden dann durch den Cap beschränkt. Diese Kombination machte laut dem IVFP eine positive Jahresrendite fast unmöglich. Auch die stark schwankenden Aktienmärkte trugen der IVFP-Auswertung zufolge dazu bei, dass positive Renditen bei Indexpolicen mit Cap letztendlich unmöglich wurden.

Auch Indexmodelle mit Partizipationsquote hatten Probleme

Indexmodelle, die mit einer Partizipationsquote arbeiten, waren laut der IVFP-Analyse ebenfalls kaum in der Lage, positive Renditen zu erzielen. Auch wenn bei diesen Modellen die Schwankungsintensität der Kapitalmärkte nur eine geringere Rolle spielt, sei der Absturz der Börsen zu stark gewesen, um diesen wieder vollständig aufzuholen. Auch Indexmodelle mit einer Partizipationsquote waren nur in der Lage für gewisse Indexstichtage, die nach dem Crash endeten, positive Indexrenditen zu erzielen.

Zuversicht für 2021

2020 war aus Sicht der Indexpolicen unter dem Strich also ein Jahr zum Vergessen. Wird das 2021 besser? Michael Hauer, Geschäftsführer vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), ist diesbezüglich optimistisch. Grund ist nicht zuletzt der Aufwärtstrend an den Börsen. „Für das Indexjahr 2021 haben die Kunden wieder bessere Aussichten auf Gutschriften aus der Indexbeteiligung, vorausgesetzt die Folgen der Corona-Krise machen den Kapitalmärkten nicht allzu sehr zu schaffen“, so Hauer. (mh)

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