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17. März 2021
So teuer kommen Garantien in der Altersvorsorge

So teuer kommen Garantien in der Altersvorsorge

Garantieprodukte spielen in der Altersvorsorge in Deutschland eine wichtige Rolle. Doch wie teuer kommen diese Garantien ihren Kunden? Das wollte Union Investment wissen und beauftragte deshalb das ifa mit einer entsprechenden Studie. Sie zeigt nicht nur, dass 100%-Garantien nicht mehr sinnvoll darstellbar sind, sondern auch, welche Garantiehöhen sinnvoller wären.

Garantien waren jahrzehntelang ein Verkaufsschlager bei Altersvorsorgeprodukten. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld hat die Spielregeln aber grundsätzlich verändert. Garantien von 100% sind heute vor allem eins: sehr teuer. Das belegt eine aktuelle Studie des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) im Auftrag von Union Investment. Im aktuellen Zinsumfeld haben demnach Produkte mit einer Garantie von 100% der Beiträge so gut wie kein Renditepotenzial mehr. Das sei jedoch für ein langfristiges Sparziel vor allem mit Blick auf die Absicherung im Alter unbedingt notwendig

Stärkere Renditebremse als jemals zuvor

„Garantien kosten besonders viel Geld, wenn die Zinsen niedrig sind. Die aktuellen Vorschriften zu Garantien bei der Riester-Rente sind deshalb eine stärkere Renditebremse als jemals zuvor“, betont Prof. Dr. Jochen Ruß, der im ifa an der Studie mitgewirkt hat. „Eine Garantieerfordernis von 100% der eingezahlten Beiträge ist im aktuellen Zinsumfeld extrem kritisch. Sie verhindert einen effektiven Vermögensaufbau.“ Insbesondere die hohe Garantieerfordernis bei Riester-Produkten sei vor diesem Hintergrund kritisch zu sehen. Eine 100%-Garantie sei im aktuellen Umfeld selbst dann nicht sinnvoll darstellbar, wenn die Anbieter alle Kosten halbieren würden.

70%-Garantie würde Riester-Rente spürbar verbessern

Die Studie zeigt, dass eine Absenkung der Garantie bei Altersvorsorgeprodukten die Renditechancen deutlich verbessern kann, ohne das Risiko signifikant zu erhöhen. Eine Absenkung der Garantie sollte aber nicht beliebig erfolgen. Die zusätzlichen Renditechancen werden der Studie zufolge immer geringer, während im Gegenzug das Risiko steigt. Ausgehend vom höchsten betrachteten Garantieniveau von 90% erzeugt ein Absenken der Garantie zunächst sehr viel und dann immer weniger zusätzliche Renditechancen. Das Risiko nimmt hingegen immer stärker zu. Bei eher hohen Kursschwankungen bedeutet das konkret, dass bis zu einem Garantieniveau von etwa 70% die reale Chance deutlich stärker als das reale Risiko steigt. Bei einer weiteren Absenkung des Garantieniveaus erhöht sich hingegen das Risiko ähnlich stark oder sogar stärker als die Chance.

Garantien können das Risiko sogar erhöhen

Würden die Garantien im aktuellen Null- und Niedrigszinsumfeld gesenkt, würde eine Senkung der Garantien in Bezug auf die Kaufkraft zu einer besonders starken Erhöhung von Chancen bei relativ geringer Zunahme des Risikos führen. In manchen Fällen steigt das Risiko der ifa-Studie zufolge sogar gar nicht an. Bei niedrigen Zinsen könne eine hohe Garantie unter Umständen sogar zu einer Erhöhung des realen Risikos führen. „Sicherheit und Garantie ist daher nicht dasselbe“, betont Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment.

Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen dringend geboten

Auch Ruß unterstreicht, dass abgesenkte Garantien gerade im aktuellen Umfeld sinnvoll sind. „Im aktuellen Zinsumfeld sind Produkte mit abgesenkter Garantie auch für sicherheitsorientierte Verbraucher bedarfsgerecht“, so der Studienautor des ifa. „Eine Garantie von beispielsweise 70% der eingezahlten Beiträge bei der Riester-Rente kann spürbare Verbesserungen für die Bürger bringen“, konkretisiert Reinke. Hier sei eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen dringend geboten

Risiko des Kaufkraftverlusts so gering wie möglich halten

In der ifa-Studie wurde erstmals die Inflation als entscheidender Faktor berücksichtigt. Üblicherweise werde angenommen, dass hohe Garantien mehr Sicherheit bieten als niedrige Garantien. Bezogen auf die Euro-Werte der Leistungen sei das auch richtig. Entscheidender für Verbraucher sei aber die inflationsbereinigte Kaufkraft. „Vermeintlich sicher ist es, sein Geld unters Kopfkissen zu legen. Nur kann man sich dann davon in 30 Jahren lediglich einen Bruchteil leisten“, erläutert Reinke. Ein Finanzprodukt sei deshalb nur dann sicher, wenn es das Risiko des Kaufkraftverlusts so gering wie möglich hält. Diesbezüglich ist der Studie zufolge ein grundlegender Zusammenhang feststellbar: Die Gesamtrendite von Aktien weist über einen langen Zeitraum eine positive Korrelation mit der Inflation über denselben Zeitraum auf.

Garantien bis vor wenigen Jahren noch sinnvoll

Laut der ifa-Studie ließen Garantien selbst in einem Umfeld mit moderat höheren Zinsen, wie es beispielsweise Ende des Jahres 2014 vorherrschte, noch vergleichsweise attraktive Renditen zu. Insbesondere hätte damals ein Absenken der Garantie die Chancen deutlich weniger und das Risiko deutlich stärker erhöht als heute. Daher seien Produkte mit hohen Garantien im damaligen Zinsumfeld für sicherheitsorientierte Kunden durchaus noch sinnvoll gewesen. Heute müsse hingegen dringend die Diskussion über geringere Garantieniveaus geführt werden, schließt sich Ruß der Forderung von Hans Joachim Reinke an. Vor allem bei der Diskussion zukünftiger Anforderungen staatlich geförderter Produkte solle unbedingt berücksichtigt werden, dass ein moderates Absenken der Garantieerfordernis beim aktuellen Zinsniveau besonders viel Renditepotenzial bewirkt und das inflationsbereinigte Risiko – wenn überhaupt – nur in geringem Umfang erhöht. (mh)

Bild: © Eigens – stock.adobe.com

 

Leserkommentare

Gespeichert von Heinrich Bockh… am 17. März 2021 - 10:29

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Dieser deutliche Artikel ist sehr zu begrüßen. 

Dass die Garantie bei diesen Produkten zu "Nullleistungen" führt  -  mehr als die geleisteten Einzahlungen als Rente ist nicht drin -   ist seit langem bekannt. Dann sollten auch alle "Hochrechnungen" zu utopischen Wertsteigerungen von 5,0% oder gar 7,0% in den noch von der BaFin  erlaubten Angeboten bzw. Verträgen unterbleiben. Auch die Standmitteilungen sollten transparenter werden. Nach der Bundestagswahl im September 2021 wird die neue Regierung in jedem Fall das Riesterproblem anfassen und nach meiner Sicht die Standmitteilungen und Provisionsdeckel  auch. Die Branche muss durch mehr Transparenz ihr Glaubwürdigkeitsproblem lösen, sonst wird sie durch sinnlose Überregulierungen ab Oktober 2021 dazu gezwungen werden.

Prof. H. Bockholt, Koblenz 

Über 50% aller Vermittler verdienen weniger, bei vollem Unternerhmerrisiko, Makler auch noch mit allen Kosten völlig von Probvisionen abhängig- als der Innendienst. Allein um die Pension eines Beamten im mittleren Dienst zu erreichen, müssten 2 Millionen Euro angespart werden. Gute Beratung SCHAFFT sehr oft wesentlich bessere und hörere Vorsorge. Makler haften unbegrenzt dafür. Staatliche Rückstellungen bei den Beamten mit ca. 3 Billionen EURO im Defizit-genug Handlungsbedarf im SCHULDENFREI  D. Deutsche sind im Anlagebereich wie im Digitalen am hinteren Ende der Wertschöpfung. Weshalb? Weil niemand bereit ist sich beraten zu lassen oder gute Entwicklungen im Ausland abzuschauen und vor allem schnell UMZUSETZEN. 55% Beamte im Bundestag haben .den Rückstand in D manifestiert. Die Kontrolle der Kontrolle der Kontrolle kostet wieder mehr Beamte und frisst notwendige Zeit, auch im Gesundheitswesen, auf. Die ENTBÜROKRATISIERER sind hilflos.

Gespeichert von Wilfried Stras… am 17. März 2021 - 11:17

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Schon 100% Garantien ergeben KEINE 100% Beitragsgarantie, sondern noch langen Laufzeiten nur mehr geringfügige Sicherheit. 70%, oder noch weniger ist Augenauswischerei, um dem Bürger SICHERHEIT zu suggerieren. Die Rendite ist nach wie vor erbärmlich. Deswegen will ja selbst der Staat und seine tollen Verbraucherschützer, die das wie Teufelszeug immer verhinderten, jetzt Vorsorge a la Norwegischer Staatsfonds einführen. Wer das dem Staat überlässt benötigt gigantisches Vertrauen, da dieser nicht im Traum daran denkt sein bis 3 Billionen EURO BEAMTENPENSIONSRÜCKSTELLUNGSDEFIZIT (Schuldenfrei?) zu begleichen. Das kann nur PRIVAT sinnvoll erdacht und umgesetzt werden-evtl. mit staatlichen Zuschüssen.-Ohne idiotische Regeln-die ja immer von Beamten und Verbraucherschützern erstellt wurden. Selbst Riester wollte diese Regel nicht. Wie Kleingeistig Beamte und Politiker agieren kann man sehr gut bei den Vakzin-Bestellungen sehen oder bei der Förderung veralteter Technik, wo der Vorstand von VW, JETZT davon ausgeht auch mit E-Fahrzeugen Geld verdienen zu können. Nach dem Erfolg Teslas und Co. etwas spät. Im Digitalen hat man die Zukunft verschlafen.

Mit meiner Jahrhundertgeschäftsidee können sich, wegen hohen zu erwartenden Renditen, aus VIELEN Gründen, fast alle Bürger Zukunftsvorsorge leisten. Heute vielleicht 20%. WINWIN für alle. Die Bürger die unbesorgt ALT werden können, die Gesellschaften, die erste mit Alleinstellung ist natürlich am GLAUBWÜRDIGSTEN und nicht zuletzt alle Staaten mit bald kollabierenden Rentensystemen. Immer erst zu REAGIEREN, wenn der Karren tief im Dreck steckt, ist bestimmt nicht intelligent. In Deutschland gibt es genug gute Leute mit Ideen, die das Land nach vorne bringen können. Mit Lobbyismus, Beamten und Juristen bekommt man nur das was schon heute von GESTERN ist. Jammern bringt niemand weiter, so weiterzumachen allerdings mit GARANTIE auch nicht. Leute mit vernünftigen Zukunftsgedanken, die offen ausdiskutiert und vor allem schnell UMGESETZT werden, müssen an die Spitze.

Schon 100% Garantien ergeben KEINE 100% Beitragsgarantie, sondern noch langen Laufzeiten nur mehr geringfügige Auszahlungen. 70%, oder noch weniger ist Augenauswischerei, um dem Bürger SICHERHEIT zu suggerieren. Die Rendite ist nach wie vor erbärmlich. Deswegen will ja selbst der Staat und seine tollen Verbraucherschützer, die das wie Teufelszeug immer verhinderten, jetzt Vorsorge a la Norwegischer Staatsfonds einführen. Wer das dem Staat überlässt benötigt gigantisches Vertrauen, da dieser nicht im Traum daran denkt sein bis 3 Billionen EURO BEAMTENPENSIONSRÜCKSTELLUNGSDEFIZIT (Schuldenfrei?) zu begleichen. Das kann nur PRIVAT sinnvoll erdacht und umgesetzt werden-evtl. mit staatlichen Zuschüssen.-Ohne idiotische Regeln-die ja immer von Beamten und Verbraucherschützern erstellt wurden. Selbst Riester wollte diese Regel nicht. Wie Kleingeistig Beamte und Politiker agieren kann man sehr gut bei den Vakzin-Bestellungen sehen oder bei der Förderung veralteter Technik, wo der Vorstand von VW, JETZT davon ausgeht auch mit E-Fahrzeugen Geld verdienen zu können. Nach dem Erfolg Teslas und Co. etwas spät. Im Digitalen hat man die Zukunft verschlafen.

Mit meiner Jahrhundertgeschäftsidee können sich, wegen hohen zu erwartenden Renditen, aus VIELEN Gründen, fast alle Bürger Zukunftsvorsorge leisten. Heute vielleicht 20%. WINWIN für alle. Die Bürger die unbesorgt ALT werden können, die Gesellschaften, die erste mit Alleinstellung ist natürlich am GLAUBWÜRDIGSTEN und nicht zuletzt alle Staaten mit bald kollabierenden Rentensystemen. Immer erst zu REAGIEREN, wenn der Karren tief im Dreck steckt, ist bestimmt nicht intelligent. In Deutschland gibt es genug gute Leute mit Ideen, die das Land nach vorne bringen können. Mit Lobbyismus, Beamten und Juristen bekommt man nur das was schon heute von GESTERN ist. Jammern bringt niemand weiter, so weiterzumachen allerdings mit GARANTIE auch nicht. Leute mit vernünftigen Zukunftsgedanken, die offen ausdiskutiert und vor allem schnell UMGESETZT werden, müssen an die Spitze.