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So (un-)leistbar ist Wohneigentum in Deutschland
13. September 2019

So (un-)leistbar ist Wohneigentum in Deutschland

Eine aktuelle Analyse von immowelt.de hat sich mit der Leistbarkeit von Wohneigentum in Deutschland beschäftigt. Selbst für Akademiker ist eine eigene Wohnung demnach teilweise nur schwer zu stemmen. Für ausgelernte Arbeitnehmer sieht es sogar in der Mehrheit düster aus.


Eine aktuelle Analyse von immowelt.de hat sich mit der Leistbarkeit von Wohneigentum in Deutschland beschäftigt. Selbst für Akademiker ist eine eigene Wohnung demnach teilweise nur schwer zu stemmen. Für ausgelernte Arbeitnehmer sieht es sogar in der Mehrheit düster aus.


So (un-)leistbar ist Wohneigentum in Deutschland

Die eigenen vier Wände sind der Traum vieler Familien. In den deutschen Großstädten ist dieser Traum allerdings häufig nur noch für Akademiker mit höherem Einkommen realisierbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung von immowelt.de. Arbeitnehmer, die keinen Hochschulabschluss haben, können den Immobilienkauf aufgrund steigender Kaufpreise kaum noch zu leisten.

Selbst für Akademiker nicht überall leistbar

Haben beide Elternteile einen akademischen Abschluss, können Familien der Analyse zufolge in 11 der 14 größten deutschen Städte die monatliche Belastung für den Kauf einer Eigentumswohnung finanziell stemmen, sprich weniger als 30% ihres Nettoeinkommens inkl. Kindergeld für die Tilgung des Darlehens aufwenden. Am geringsten ist die Belastung in den Ruhrgebietsstädten Essen (15%) und Dortmund (17%). Eine familientaugliche Wohnung mit 80 bis 120 m2 kostet laut immowelt.de in Essen im Median 169.000 Euro, in Dortmund 179.000 Euro. Aber auch in Hannover oder Bremen ist die Belastung für Akademiker mit je 20% im grünen Bereich. In den begehrten Metropolen wie Berlin müssen hingegen selbst Akademiker-Familien rund ein Drittel ihres Gehalts aufbringen, sodass der Immobilienkauf häufig nur schwer zu realisieren sei.

Extremfall München

Noch schwieriger ist es in München, wo selbst eine Akademiker-Familie 42% ihres Haushaltseinkommens für eine familiengeeignete Wohnung aufbringen müsste. Im Median kosten diese dort 695.000 Euro. Zusammen mit den Kaufnebenkosten müssten Käufer bei einer 80%-Finanzierung zudem bereits 200.000 Euro Eigenkapital einbringen. Das dürfte bei einer durchschnittlichen Mietbelastung von 32% schwer anzusparen sein.

Herkömmliche Berufsausbildung oft nicht genug

Nimmt man eine Familie als Grundlage, bei der beide Eltern eine Berufs- statt einer Hochschulausbildung gemacht haben, sieht die Lage noch schwieriger aus. Für Arbeitnehmer mit anerkanntem Berufsabschluss ist nur in vier Städten die Belastung beim Immobilienkauf zu stemmen.

Bis zu 58% des Nettolohns
So (un-)leistbar ist Wohneigentum in Deutschland

In Berlin müssten dann 44% des Nettoeinkommens in die Rückzahlung des Kredits fließen, in München sogar 58%. Auch in Düsseldorf (36%), Frankfurt (40%) oder Hamburg (42%) ist die Belastung immens, sodass die Kaufentscheidung laut immowelt.de gut kalkuliert und wohl überlegt sein sollte. In Dortmund und Essen ist dagegen auch für Familien mit normalen Berufsabschlüssen nur rund ein Viertel des Gehalts für eine eigene Wohnung notwendig.

Ohne Schulabschluss fast keine Chance

Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss haben derweil kaum eine Chance, den Traum vom Eigenheim in einer Großstadt zu verwirklichen. In den meisten Städten müssten sie rund die Hälfte des Einkommens für die monatliche Rate einplanen. In München wären es sogar fast drei Viertel. Auch für diese Familien wäre die monatliche Belastung nur in Dortmund und Essen mit rund 30% im Rahmen. Ansonsten bleibt Käufern in dieser Einkommensklasse laut immowelt.de häufig nur der Weg in günstigere Gemeinden auf dem Land oder der Verbleib in der Mietwohnung. (mh)

Bild: © Looker_Studio – stock.adobe.com




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