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3. August 2026
So viel verdienen Auszubildende in der Versicherungsbranche
So viel verdienen Auszubildende in der Versicherungsbranche

So viel verdienen Auszubildende in der Versicherungsbranche

Lohnt es sich finanziell, eine Ausbildung im Versicherungsgewerbe zu absolvieren? Wie viel verdienen Azubis in der Versicherungsbranche eigentlich aktuell – auch im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen? Das WSI hat 20 ausgewählte Tarifbranchen verglichen.

Die gute Nachricht für Azubis mit Tarifvertrag: Wie eine aktuelle Auswertung des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung über 20 ausgewählte Tarifbranchen zeigt, bekommen Auszubildende im ersten Jahr nur noch in wenigen Branchen weniger als 1.000 Euro pro Monat. Schwierig sei die Situation hingegen für die etwa 45% der Auszubildenden, die ihre Ausbildung in Betrieben ohne Tarifvertrag absolvieren.

Branchen unterscheiden sich stark

Doch auch je nach Branche, Region und Ausbildungsjahr zeigen sich bei den tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen große Niveauunterschiede, heißt es vom WSI. In den untersuchten Tarifbranchen gibt es eine Spannbreite von 785 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr im Friseurhandwerk in Nordrhein-Westfalen bis hin zu 1.714 Euro monatlich im vierten Ausbildungsjahr für gewerbliche Auszubildende im Bauhauptgewerbe.

Blick aufs erste Ausbildungsjahr

Unterschiede bei den tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen zeigen sich bereits im ersten Ausbildungsjahr. Meist liegt die Vergütung mittlerweile (deutlich) über 1.000 Euro pro Monat. Nur in drei Tarifbranchen wird im ersten Ausbildungsjahr noch weniger als 1.000 Euro gezahlt, nämlich in der Landwirtschaft in Nordrhein (890 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (930 Euro), in der Floristik in Westdeutschland (900 Euro) sowie im Friseurhandwerk in Nordrhein-Westfalen (785 Euro). In etwa der Hälfte der untersuchten Tarifbranchen liegt die Ausbildungsvergütung zwischen 1.000 und 1.200 Euro im Monat, z. B. im Backhandwerk, Bauhauptgewerbe, in der Druckindustrie sowie im Einzelhandel und im Gastgewerbe.

Wo steht die Versicherungsbranche in Sachen Ausbildungsgehälter?

 

So viel verdienen Auszubildende in der Versicherungsbranche

 

Die höchsten monatlichen Ausbildungsvergütungen mit Beträgen oberhalb von 1.200 Euro werden im ersten Ausbildungsjahr u. a. in der Versicherungsbranche gezahlt. Auszubildende im Versicherungsgewerbe erhalten bundeseinheitlich 1.455 Euro im ersten Jahr. Die Branche landet damit auf dem 2. Rang. Nur in Pflegeberufen im Tarifbereich des Öffentlichen Dienstes bei Bund und Gemeinden bekommt man bundeseinheitlich mehr, und zwar 1.491 Euro.

Auch interessant: Lediglich acht der vom WSI untersuchten Tarifbranchen bieten bundesweit einheitliche Ausbildungsvergütungen. Hierzu gehört das Versicherungsgewerbe ebenso wie das Backhandwerk, das Bauhauptgewerbe, das Private Bankgewerbe, die Druckindustrie, die Deutsche Bahn AG, das Gebäudereinigungshandwerk und der Öffentliche Dienst.

Um wie viel steigen die Ausbildungsvergütungen?

Im Laufe des Ausbildungsjahres 2025/26 sind laut WSI die tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen in den hier berücksichtigten Tarifbranchen im ungewichteten Durchschnitt, also ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausbildungszahlen in den einzelnen Tarifbranchen, im ersten Ausbildungsjahr um 3,9% gestiegen. Die Ausbildungsvergütungen steigen weiterhin schneller als die regulären Tarifvergütungen der Beschäftigten, die im Jahr 2025 um 2,6% zugenommen haben und dessen Zuwachs nach aktuell vorliegenden Daten für 2026 vom WSI-Tarifarchiv auf 3,1% geschätzt wird.

 

So viel verdienen Auszubildende in der Versicherungsbranche

 

Doch auch hier bildet sich eine große Spannbreite heraus. Die höchsten Zuwächse mit Werten von 7,6% in der ostdeutschen Textilindustrie. Auch hier landet das Versicherungsgewerbe weit vorne auf dem 2. Platz mit 7,4% Erhöhung. In einigen Bereichen wurden die Ausbildungsvergütungen bislang noch nicht angehoben. Das liege teilweise daran, dass die Tarifverhandlungen aktuell noch nicht abgeschlossen oder noch nicht begonnen wurden, teilt das WSI mit. In der Textilindustrie sowie der Chemischen Industrie sind bereits Erhöhungen der Ausbildungsvergütungen beschlossen worden, die erst später in Kraft treten.

Ausbildungsvergütungen steigen schneller als Tariflöhne

In den vergangenen zehn Jahren sind die tariflichen Ausbildungsvergütungen in der Regel deutlich schneller gestiegen als die Tariflöhne. Während die Tarifföhne zwischen 2015 und 2025 um 35% zunahmen, erhöhten sich die durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen im gleichen Zeitraum um 47%. Besonders groß war die Diskrepanz 2025: Mit 6,7% verzeichneten die Ausbildungsvergütungen den stärksten Zuwachs der letzten zehn Jahre. Die Steigerung der Tariflöhne fiel mit 2,6% deutlich geringer aus. (lg)

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Grafiken: © WSI