AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

So viele Negativzinsen haben Banken bereits an die EZB gezahlt
21. Januar 2020

So viele Negativzinsen haben Banken bereits an die EZB gezahlt

Banken müssen seit 2014 Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Zuletzt wurde der Strafzins im Oktober 2019 erhöht. Das Hamburger FinTech Deposit Solutions hat nun analysiert, wie viel Geld die Banken seither an die Notenbank gezahlt haben.


Banken müssen seit 2014 Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Zuletzt wurde der Strafzins im Oktober 2019 erhöht. Das Hamburger FinTech Deposit Solutions hat nun analysiert, wie viel Geld die Banken seither an die Notenbank gezahlt haben.


So viele Negativzinsen haben Banken bereits an die EZB gezahlt

Im vergangenen Oktober hat die Europäische Zentralbank (EZB) den sogenannten Einlagenzins für Banken auf –0,5% geändert. Anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos hat das Hamburger FinTech Deposit Solutions eine Analyse vorgestellt, die aufzeigt, wie sich die geldpolitischen Änderungen der EZB auf die Negativzinszahlungen der Banken konkret auswirken. Der Analyse zufolge haben die Banken seit Einführung der Strafzinsen im Jahr 2014 insgesamt 25 Mrd. Euro an die EZB bezahlt. Allein über 6,5 Mrd. Euro fielen im vergangenen Jahr an.

Vor allem deutsche und französische Banken zahlen

Mehr als die Hälfte der Summe kam von deutschen (33%) und französischen Banken (25%). „Im vergangenen Jahr haben deutsche Banken fast 2,5 Mrd. Euro an die Europäische Zentralbank gezahlt. Das entspricht 12% ihrer Vorjahresgewinne“, erläutert Dr. Tim Sievers, CEO und Gründer von Deposit Solutions. „Ohne den Negativzins hätte dieses Geld den Banken für wichtige und notwendige Investitionen in ihre Wettbewerbsfähigkeit zur Verfügung gestanden.“

Staffelzins sorgt für Entlastung …

Mit Einführung eines Staffelzinses hat die EZB im Oktober 2019 insgesamt 770 Mrd. Euro an Überschussliquidität vom Negativzins freigestellt. Fiele auf diese Summe der neue Einlagenzins von –0,5% an, wären auf die Banken der Eurozone in diesem Jahr zusätzliche 3,9 Mrd. Euro an Belastung zugekommen, 1,1 Mrd. Euro davon bei deutschen Banken. Die Entlastung kommt lauf Deposit Soluitions vor allem bei südeuropäischen Banken an. „Deutsche und französische Institute müssen weiterhin mit jährlichen Negativzinszahlungen in Milliardenhöhe rechnen“, so Dr. Tim Sievers.

… vor allem bei Banken in Südeuropa

Die deutschen Banken wiesen der Analyse zufolge im Oktober 2019 Einlagenüberschüsse von insgesamt 640 Mrd. Euro aus. Das sechsfache ihrer Mindestreserve entsprach 224 Mrd. Euro, die somit maximal als Freibetrag vom Negativzins ausgenommen waren – also 35%. Italienische Banken hatten Einlagenüberschüsse in Höhe von 137 Mrd. Euro angesammelt. Ihr Freibetrag betrug 108 Mrd. Euro, also 79% der Überschüsse. Spanische Banken kamen sogar auf ein Verhältnis von über 80%. In Portugal, Griechenland und der Slowakei ist die Summe der Freibeträge laut Deposit Solutions sogar höher als der Einlagenüberschuss der Banken. (mh)

Bild: © oscity – stock.adobe.com




Ähnliche News

Spareinlagen bieten schon seit Jahren in aller Regel nur noch negative Realzinsen. Spätestens die Corona-Krise hat die Hoffnungen auf eine Zinswende beendet. Dennoch sparen die Deutschen laut dem aktuellen comdirect Realzins-Radar seit Ausbruch der Pandemie sogar mehr denn je. weiterlesen
Die Continentale hat die Tarife ihrer Fondsrenten-Familie überarbeitet. Zu den Neuerungen zählt etwa ein erweitertes Fondsangebot mit ETFs. Zudem haben Kunden in vielen Tarifen vor Beginn der Rentenphase noch einmal die Wahl zwischen dem klassischen oder dem investmentorientierten Rentenbezug. weiterlesen
Finanzen sind Männersache. Das war einmal. Auch in Finanzfragen gewinnen Frauen zunehmend an Selbstbewusstsein. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Studie von Aon. Vor allem zwei Gruppen von Frauen sehen sich als die besseren Finanzmanager im Vergleich zu ihren männlichen Partnern. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.