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Stiftung Warentest nimmt Bausparkassen in die Mangel
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Stiftung Warentest nimmt Bausparkassen in die Mangel

Die Stiftung Warentest hat einen Beratungstest bei 16 Bausparkassen durchgeführt – und kommt dabei zu einem vernichtenden Fazit. Viele Bausparkassen fallen im Test durch. Die Beratung hapere gleich an vielen Punkten.

Die LBS Schleswig-Holstein-Hamburg erzielte als einzige von 16 von der Stiftung Warentest getesteten Bausparkassen ein „Gut“ – und das gerade noch. Die Alte Leipziger schnitt als beste bundesweite Bausparkasse mit „Befriedigend“ ab. Neun weitere Institute erhielten nur die Note „Ausreichend“, drei Mal war die Beratung nach Ansicht der Warentester sogar „Mangelhaft“.

Bausparen muss auf Ziele abgestimmt sein

Grundsätzlich hat die Stiftung Warentest am Bausparen nichts auszusetzen. Es seit gut geeignet für Sparer, die in einigen Jahren eine Immobilie kaufen oder modernisieren und sich gegen steigende Zinsen absichern wollen. Nach Berechnungen der Stiftung Warentest lohnt sich ein Bausparvertrag in vielen Fällen. Allerdings müssten Tarifvariante, Bausparsumme und Sparraten sorgfältig auf die Ziele abgestimmt sein. An dieser Herausforderung seien viele Berater im Test gescheitert.

Zu hohe Sparsummen empfohlen

Kritik äußern die Tester unter anderem an den empfohlenen Sparsummen. So hätten für den Kauf einer Immobilie in zehn Jahren mit 400 Euro Sparrate im Monat meist 100.000 bis 120.000 Euro ausgereicht. Dennoch hätten die Berater zu Summen von bis zu 300.000 Euro geraten. Durch zu hohe Sparsummen kam die Zuteilung bei jedem vierten Angebot im Test mindestens ein Jahr zu spät, teilweise sogar 5 bis 15 Jahre. Kunden müssten dann ihre Pläne verschieben oder bis zur Zuteilung einen Zwischenkredit aufnehmen.

Absurd hohe Tilgungsbeiträge

Einige Berater hätten zudem absurd hohe Tilgungsbeiträge vorgeschlagen, wodurch Kunden die Darlehen in drei bis sechs Jahren zurückzahlen müssten. Im Extremfall hätte das mehr als 2.000 Euro pro Monat und Tilgungssätzen von 18 bis über 30% pro Jahr bedeutet. Bei anderen Angeboten hätte das angesparte Guthaben wiederum die für die Zuteilung nötige Mindestsumme weit überschritten. Bausparer würden so unnötig viel Geld zum Minizinsen von meist 0,01 bis 0,10% anlegen und ihren Darlehensanspruch verringern. (mh)

Bild: © Coloures-Pic – stock.adobe.com