Die Stimmung unter den gewerblichen Immobilienfinanzierern ist im zweiten Quartal 2026 eingebrochen. Dies zeigt das neue BF.Quartalsbarometer, das die BF.direkt AG in Kooperation mit dem Handelsblatt Research Institute erstellt hat. Der Barometerwert ist auf von –9,74 auf –25,97 Punkte gefallen. Ein solch negativer Wert signalisiert eine stark eingeschränkte Finanzierungsbereitschaft. Die Befragung fand vom 08.06. bis 16.06.2026 statt.
Laut Befragung haben sich viele wesentliche Parameter negativ entwickelt. So gab fast die Hälfte der Befragten (46,15%) an, dass sich die Finanzierungsbedingungen im Vergleich zum Vorquartal verschlechtert hätten. Im ersten Quartal waren es nur etwa 27%. Auch die Entwicklung des Neugeschäfts fällt negativer aus. Anders als im ersten Quartal, als kein Befragter von einem sinkenden Neugeschäft berichtet, sind es nun rund 23%. Auch die Entwicklung der Kreditvolumina geht abwärts: Über alle Institutsgrößen hinweg lässt ich eine Zunahme kleinerer Kredite unter zehn Mio. Euro und eine Abnahme größerer Finanzierungen in der Spanne 50 bis 100 Mio. Euro und über 100 Mio. Euro beobachten.
Verschiebungen gab es auch beim Zustandekommen von Kreditentscheidungen. Fast 27% (+17,82 Prozentpunkte) der Befragten gaben an, Kreditentscheidungen seien größtenteils von der Risikoabteilung beeinflusst worden. Größtenteils vom Neugeschäftsbereich beeinflusst waren hingegen überhaupt keine Kreditentscheidungen (–7,69 Prozentpunkte).
„Die Ergebnisse sind vor allem mit dem Iran-Krieg und seinen Folgen zu erklären. Der Energiepreisschock wirkt inflationserhöhend, was wiederum die Angst vor steigenden Zinsen nach sich zieht. Dies trifft auf eine Branche, die sich seit dem starken Zinsanstieg 2022 ohnehin in einer fragilen Situation befindet“, erklärt Professor Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalsbarometers.
Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG, fügt hinzu: „Die letzte Quartalsbarometerbefragung lief ganz zu Beginn des Irankonfliktes. Viele Finanzierer reagierten zunächst gelassen. Diese Gelassenheit ist aber im Verlauf des Q2 verschwunden und hat zum Einbruch der Stimmung und damit des Barometers geführt.“
„Zu den weiteren zentralen Ergebnissen der Befragung zählt, dass der Wettbewerb zwischen den Instituten um gute Finanzierungen eher abnimmt, wie 26,92% der Befragten angaben. Im ersten Quartal waren es noch 5,88%. Zugenommen hat hingegen die Quote der NPLs: Der Anteil der Befragten, der von einem Anstieg berichtete, wuchs von 18,18 auf 30,77%. Beide Teilergebnisse passen zu der negativen Entwicklung im zweiten Quartal“, erläutert Dr. Sven Jung, Director Economic Analysis & Financial Planning beim Handelsblatt Research Institute. (tik)
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