Was vor etwa zwei Jahren begann, ist nun abgeschlossen – das haben die Süddeutsche Krankenversicherung und die Stuttgarter nun bei einer Pressekonferenz verkündet. Die beiden Versicherer haben ihre Fusion nun auch gesellschaftsrechtlich vollzogen. Am vergangenen Donnerstag, den 08.10.2026, wurden die Handelsregistereintragungen vorgenommen. Der Unterordnungskonzern und die neue Dachmarke tragen den Namen „DIE SÜD“. An der Spitze der Versicherungsgruppe steht ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (Süddeutsche Versicherungen a. G.).
Oberstes Organ ist die Mitgliedervertretung. Die Stuttgarter und die SDK werden als Aktiengesellschaften unterhalb des Versicherungsvereins fortgeführt. Alleiniger Aktionär beider Gesellschaften ist die Süddeutsche Versicherungen a. G.
Personelle Zusammenführung
Die Unternehmen der DIE SÜD-Versicherungsgruppe werden von einem sechsköpfigen Vorstand geleitet. Dr. Guido Bader und Dr. Ulrich Mitzlaff sind die Co-Vorstandssprecher. Die bisherigen Vorstände der beiden Unternehmen, Olaf Engemann, Jesko David Kannenberg, Michael Krebbers und Ralf Oestereich komplettieren den Vorstand. Die beiden bisherigen Unternehmenszentralen Fellbach und Stuttgart bleiben erhalten und werden als Hauptstandorte der neuen Gruppe fortgeführt. Auch alle dezentralen Landes- und Filialdirektionen bleiben bestehen.
Don‘t change a running system
Was sich nicht ändern soll: Die beiden etablierten Vertriebsmarken SDK und Die Stuttgarter. Sie werden im Vertrieb weiterhin im Vordergrund stehen und man werde den Auftritt beider Marken bis etwa Mitte 2027 schrittweise an den Markenauftritt von DIE SÜD angleichen, so dass die Zusammengehörigkeit auch optisch sichtbar wird.
Auf AssCompact Nachfrage erläutern Bader und Mitzlaff weiterhin, dass zunächst keine Produkte unter der Dachmarke DIE SÜD geplant sind, sondern die Produkte weiterhin, je nach Sparte, als SDK- bzw. als Stuttgarter-Produkt vertrieben werden. Bei Bündelangeboten, die Produkte aus mehreren Sparten beinhalten, werde DIE SÜD als Markenname natürlich auftauchen, so Bader.
Wachstum beim Vertriebsweg Makler?
DIE SÜD verspricht sich auch einiges in Sachen Wachstum im Maklervertrieb. Dr. Ulrich Mitzlaff erklärte, dass gerade die Stuttgarter im Leben-Bereich bundesweit im Maklervertrieb stärker sei als die SDK – gleichzeitig gebe es viele Makler, die nur SDK- oder nur Stuttgarter-Produkte vertreiben. Hier sehe man Möglichkeiten, die Fusion zu nutzen, um den Vertriebsweg Makler stärker zu nutzen.
Was ist der Plan fürs Altersvorsorgedepot?
Viel diskutiert wird derzeit auch um die Vergütungsstrategien der Versicherer beim Altersvorsorgedepot. Guido Bader erklärte mit Verweis auf die Planungen der Allianz, dass auch sein Versicherer sich eine Vorfinanzierung der Abschlussprovision leisten könne und dass man auch plane, Vermittlern eine solche zu zahlen, mit einer höheren Haftungszeit. Weiterhin ließ er durchblicken, dass die Kosten für die Altersvorsorgedepot-Produkte inklusive einer sachgemäßen Beratung kalkuliert sein werden. Zu rechnen sei für den Kunden dann mit Kosten von 1,2 bis 1,3% p. a.
Daten und Fakten
Durch den Zusammenschluss der SDK und der Stuttgarter entsteht eine auf die Personenversicherung spezialisierte Versicherungsgruppe mit rund 1.600 Mitarbeitenden sowie 1,94 Millionen Versicherungsverträgen. Für das Geschäftsjahr 2026 peilt DIE SÜD Bruttobeiträge in Höhe von über 2 Mrd. Euro sowie eine Bilanzsumme von über 20 Mrd. Euro an.
Erster großer Markenauftritt auf der DKM
DIE SÜD will sich mit ihrem neuen Markenauftritt erstmals einem breiten Fachpublikum auf der DKM am 27. und 28.10.2026 in Dortmund präsentieren. (mki)
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