Im angestellten Versicherungsaußendienst gibt es eine Einigung zwischen dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen (AGV) und den Gewerkschaften ver.di und DBV. Am 30.04.2026 kam es nach sechsstündigen Verhandlungen zum Ergebnis in der Tarifrunde.
ver.di: „Ohne spürbaren Druck auf guten Willen angewiesen“
„Hochmotiviert und ambitioniert“ beschreibt die Gewerkschaft ver.di die Verhandlungskommission, die vergangene Woche in Wuppertal in die zweite Verhandlungsrunde ging. Ziel war demnach, den Außendienst neu zu denken, attraktiver zu machen und zukunftsfähig zu gestalten. ver.di bedauert jedoch in einer Mitteilung zur Tarifrunde, dass in dem Zusammenhang kein starkes gemeinsames Verständnis erreicht werden konnte. „Nach dem Angebot aus der ersten Runde präsentierte die Arbeitgeberseite somit keine deutlich erkennbare Verbesserung“, heißt es von der Gewerkschaft. Für die Zukunft zeige das, dass man ohne spürbaren Druck aus der Belegschaft in den Verhandlungen auf den guten Willen der Gegenseite angewiesen sei.
AGV: „Abschluss trägt den Interessen beider Seiten Rechnung“
Dr. Sebastian Hopfner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des AGV, Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt) und Fachanwalt für Arbeitsrecht, sagt auf Anfrage von AssCompact, der erzielte Abschluss trage den Interessen beider Seiten Rechnung. „Die Hochinflationsphase 2022 und 2023 war für den Angestellten-Außendienst tarifpolitisch noch nicht verarbeitet worden, sodass die etwas höhere Anhebung der Gehälter im ersten Schritt ab 01.11.2026 trotz der aktuellen Unsicherheiten und Konjunkturdaten zu vertreten ist.“
Mit dem Abschluss werde vor allem Planungssicherheit für 26 Monate geschaffen, so Hopfner. Man müsse berücksichtigen, dass die Angestellten des Außendienstes an sich über die betrieblich gestalteten Provisionssysteme vergütet werden und der Tarifvertrag nur die absoluten Mindestbedingungen definiere.
Und weiter: „Wichtiger als der Tarifabschluss ist für die Angestellten des Außendienstes und auch für die Unternehmen, dass die politischen Rahmenbedingungen für den Vertrieb von Versicherungsprodukten passen. Wir hoffen, die Gewerkschaften bei diesen Fragen an unserer Seite zu haben.“
Längere Hängepartie soll laut DBV vermieden werden
Ute Beese Verhandlungsführerin der DBV-Tarifkommission, meint in einer Tarifinfo auf der DBV-Website: „Ohne Frage kann ein Tarifergebnis auch immer noch besser dotiert sein. Aber die Unterschriften jetzt vermeiden eine längere Hängepartie in unsicherer Zeit – und das für ein sehr solides Ergebnis.“
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