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3. August 2026
Kehrtwende bei der R+V: Condor-Verkauf kommt nicht zustande
Kehrtwende bei der R+V: Condor-Verkauf kommt nicht zustande

Kehrtwende bei der R+V: Condor-Verkauf kommt nicht zustande

Die R+V hat eine Kehrtwende beim geplanten Verkauf ihres Maklerversicherers Condor gemacht. Die Tochtergesellschaft soll nun doch nicht an den Investmentmanager Acathia Capital verkauft werden sollen. Gründe für den geplatzten Deal nannte das Unternehmen auf Anfrage nicht.

Die R+V Versicherung will ihre Tochtergesellschaft Condor Lebensversicherungs-AG nun doch nicht an den Frankfurter Investmentmanager Acathia Capital verkaufen. Im März hatte das Unternehmen bestätigt, dass eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet worden sei. Es soll sich um ein Portfolio mit etwa 219.000 Verträgen gehandelt haben.

Der Deal ist allerdings nun vom Tisch: Die R+V hat gegenüber AssCompact bestätigt, dass der Versicherer und Acathia Capital ihre Gespräche über den Verkauf der Condor Leben ohne Ergebnis beendet haben. Zu den Gründen der Kehrtwende wollen die Unternehmen sich nicht äußern: Beide Seiten haben über interne Details zu den Gesprächen Stillschweigen vereinbart, heißt es.

Condor wird in der R+V Gruppe verbleiben

Auch ein neuer Käufer soll nicht gefunden werden. Die R+V werde einen Verkauf der Condor nicht weiter vorantrieben. Nach Abwägung aller Optionen habe sich die R+V entscheiden, dass ein Verbleib in der R+V Gruppe die sinnvollste Lösung sei. Man werde die Condor-Verträge intern weiterführen, so die R+V.

Die Condor gehört seit 2008 zur R+V. Zu dem Zeitpunkt hatte der Versicherer Condor von der Oetker-Gruppe übernommen. Das Sachversicherungsgeschäft ist seither mit der R+V Allgemeine verschmolzen worden. Die Condor Leben dagegen blieb als separate Einheit bestehen. Im Portfolio sind unter anderem klassische Lebensversicherungen mit Garantiezins, Neue-Klassik-Policen sowie fondsgebundene Verträge. Zuletzt hatte Condor immer mehr Tarife für das Neugeschäft geschlossen.

Fokus im Maklergeschäft Personen auf BU, bAV und Gesundheit

Die R+V werde sich in ihrem Maklergeschäft Personen, wie bereits seit Anfang des Jahres, auf das Neugeschäft in den Segmenten Biometrie (insbesondere BU), betriebliche Altersversorgung (bAV) und Gesundheit konzentrieren, so der Versicherer gegenüber AssCompact. Rechtsträger der Produkte werden dabei insbesondere die R+V Lebensversicherung in den Bereichen BU und bAV sowie die R+V Krankenversicherung sein. „In diesen drei Geschäftsfeldern sieht die R+V im Maklermarkt Personen das größte Potenzial mit ihrem attraktiven Produktangebot“, erklärt der Versicherer.

Mehrere Run-off-Deals bereits gescheitert

Der gescheiterte Deal zwischen R+V und Acathia Capital ist nicht das erste Mal, dass ein solcher Verkauf nicht zustande gekommen ist. Im Jahr 2024 war ein Deal zwischen dem Run-off-Spezialisten Viridium und der Zurich Gruppe Deutschland an einem Veto der Bafin gescheitert. Ebenfalls im Jahr 2024 war ein Deal zwischen dem Abwicklungsspezialisten Athora und der AXA über den Erwerb eines geschlossenen Lebensversicherungsbestandes geplatzt. (js)

Lesetipp der Redaktion: Viridium: Run-offs in der Lebensversicherung erst am Anfang