Wer sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Wettbewerber und worin unterscheidet sich comparit von ihnen?
Unser Anspruch ist es, als Vollsortimenter am Markt aufzutreten. In dieser Rolle stehen wir im Wettbewerb mit den Vollsortimentern Franke und Bornberg, softfair und MORGEN & MORGEN. Wir unterscheiden uns vor allem dadurch, dass wir es geschafft haben, Vergleichslogik noch einmal ganz anders zu denken. Mit unserer Bausteinlogik ist es uns gelungen, Versicherungsprodukte trotz ihrer Komplexität intuitiv abzubilden. Das war möglich, weil wir die Datenbanken grundlegend neu aufbauen konnten. Gerade in der Einfachheit der Programme, im strukturellen Aufbau und in der Abbildung von Besonderheiten einzelner Produktbausteine haben wir aus meiner Sicht neue Maßstäbe gesetzt. Die Rückmeldungen von Vermittlern bestätigen dies. Vermittler können mit den Programmen, die sie konkret brauchen, direkt arbeiten, ohne zuvor umfangreiche Schulungen absolvieren zu müssen. Die intuitive Nutzbarkeit der Vergleichsprogramme ist für uns ein zentraler Unterschied.
Wie sichern Sie denn die Unabhängigkeit bei comparit?
Die Gesellschaftsstruktur ist bewusst so angelegt, dass die Unabhängigkeit gesichert bleibt. Insgesamt haben wir fremde Beteiligungen von 49%, während 51% bei mir und unserer Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft liegen. Wenn neue Investoren dazukommen, verändert sich nur der Anteil innerhalb der 49%. Die Mehrheit von 51% bleibt unberührt und wird nicht verwässert.
Natürlich kann man die Frage stellen, was passiert, wenn mich eines Tages der Hafer sticht, da ich die hundertprozentigen Stimmrechte an den 51% habe. Auch dafür gibt es eine Absicherung: Die derzeitigen Investoren verfügen entsprechend ihren Beteiligungsverhältnissen über ein Vorkaufsrecht für diese Anteile. Selbst wenn mehrere Investoren kein Interesse hätten, könnte ein einzelner Investor dieses Vorkaufsrecht unter bestimmten Voraussetzungen auch für den gesamten Anteil ausüben. Dadurch entsteht eine Struktur, die einen Verkauf der Mehrheit bewusst sehr komplex macht. Aus meiner Sicht ist die Unabhängigkeit damit sehr weitgehend geschützt.
Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft: Wo sehen Sie comparit in den kommenden Jahren?
Ich sehe comparit ganz klar als Brancheninitiative – und perspektivisch auch als Standard im Bereich Tarifierung, Angebot, Antrag und Vergleich. Wenn der unabhängige Makler und die unabhängige Beratung in Deutschland weiterhin gewollt sind, bin ich überzeugt, dass wir in diesem Segment eine führende Rolle einnehmen und Standards setzen werden.
Was ist dabei das größte strategische Risiko, mit dem Sie sich auseinandersetzen müssen?
Ein wesentliches strategisches Risiko wäre sicher, wenn der unabhängige Makler etwa durch ein Provisionsverbot erheblich eingeschränkt würde. Das würde allerdings den gesamten Markt betreffen. Wenn die unabhängige Finanz- und Versicherungsvermittlung in Deutschland insgesamt unter Druck gerät, wirkt sich das zwangsläufig auch auf Vergleichsprogramme aus.
Gleichzeitig muss man realistisch sagen: Im Verhältnis zu Endkundenportalen wie CHECK24 ist der Markt für Vergleichsprogramme im Maklerbereich eher ein spezialisiertes Segment. Solange Versicherungen aber weiterhin aktiv vermittelt und nicht einfach nur gekauft werden, und ich sehe hier trotz KI und allen anderen Themen keinerlei Änderung, wird dieser Markt seine klare Berechtigung behalten. Genau darin liegt auch seine langfristige Relevanz.
Lesetipp der Redaktion: FiNet setzt auf Vergleichsplattform comparit
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Seite 1 Vergleichsprogramme: „Markt braucht neutralen Anbieter“
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