Interview mit Matthias Brauch, CEO der cpit comparit GmbH
Herr Brauch, Sie setzen sich mit Ihrer Brancheninitiative für den unabhängigen Versicherungsvergleich ein. Was waren und sind die Beweggründe?
Früher war der Markt für Vergleichsprogramme stark vom Wettbewerb geprägt. Ich nenne das gerne ein „gesundes Oligopol“. Die wenigen Anbieter standen in einem intensiven Konkurrenzverhältnis, niemand hat dem anderen etwas geschenkt. Wenn einer etwas entwickelt hat, haben die anderen sofort nachgezogen. Das hat für positive Dynamik und Bewegung im Markt im Sinne des Maklers gesorgt. In den vergangenen Jahren sind die Vergleichslösungen dann jedoch zunehmend in die Einflusssphäre bestimmter Marktteilnehmer gekommen. Genau an diesem Punkt setzt unsere Initiative an. comparit verfolgt mit ihrer Philosophie und ihrer Vision und auch der gesellschaftsrechtlichen Aufstellung das Ziel, für all jene Marktteilnehmer, die keinen Zugriff auf einen eigenen Vergleich haben, einen neutralen Vergleichsanbieter bereitzustellen. Wir wollen uns somit als Brancheninitiative im Bereich Vergleichsprogramme positionieren. Denn ich bin überzeugt: Der Markt braucht nicht nur in Bezug auf den Endkunden, sondern auch in Bezug auf den Makler einen neutralen Anbieter, der nicht gelenkt wird von Versicherern oder den Interessen einzelner Marktteilnehmer.
Was ist der strategische Nutzen für Makler?
Unabhängigkeit gehört zur DNA eines Maklers. Das gilt zum einen für das eigene Unternehmen: Als Makler will man mit seiner Firma unabhängig sein gegenüber äußeren Einflüssen. Zum anderen hat man als Makler gleichzeitig natürlich auch den Anspruch, unabhängig von irgendwelchen Interessen zu beraten. comparit trägt als neutrale Brancheninitiative dazu bei.
Sie arbeiten mit vielen Pools zusammen, die Ihre Initiative fördern, und sind in der Branche relativ aktiv. Wie wichtig sind Zusammenarbeit und Austausch?
Diese Zusammenarbeit ist für uns sehr wichtig. Gerade in den vergangenen zwei Jahren haben wir uns in der Weiterentwicklung stark an den Wünschen orientiert, die von den Kunden kamen, die bereits mit unseren Lösungen live sind. Wir hören sehr genau hin, welche Anforderungen aus der Praxis an uns herangetragen werden, und lassen diese Rückmeldungen direkt in die Entwicklung einfließen.
Mit jedem weiteren Partner, der hinzukommt, erweitert sich dieser Austausch. Mittlerweile zählen wir 14 verschiedene Maklerpools, Finanzvertriebe und Großmakler zu unseren Gesellschaftern, die mehr als 35.000 Nutzer und über 1,6 Mrd. Euro Umsatzvolumen repräsentieren. Zudem konnten wir auch außerhalb des Gesellschafterkreises Kunden von unseren Lösungen überzeugen. Hinzu kommen noch mehr als 6.000 verschiedene Nutzerinnen und Nutzer aus dem Kauf der ObjectiveIT mit der Software „Levelnine“, die meisten auch unabhängige Maklerfirmen. Dabei entstehen Communitys, in denen wir uns gezielt bewegen, um Impulse aufzunehmen. Diese Rückmeldungen bündeln wir in unserer sogenannten Alpha Group. Dort engagieren sich interessierte Vermittler, die unsere Entwicklung aktiv mitgestalten. Uns ist wichtig, dass die Teilnehmer nicht nur zuhören, sondern konkrete Hinweise, Ideen und Erfahrungen einbringen. Wir schauen sehr genau darauf, wer das System tatsächlich nutzt und wer bereit ist, konstruktiv mitzuarbeiten. In dieser Gruppe holen wir gezielt Feedback ein und stimmen auch Neuerungen ab, bevor wir sie an den Markt bringen. So stellen wir sicher, dass unsere Weiterentwicklung eng an den tatsächlichen Bedürfnissen der Vermittler bleibt.
Wie nehmen Sie denn die zunehmende Konsolidierung der Branche und auch die Marktkonzentration wahr? Und liegt darin vielleicht auch eine Chance?
Ich glaube, diese Marktkonzentration ist nichts grundsätzlich Neues. Schon immer war es so, dass kleinere Unternehmen von größeren übernommen wurden. Ich sehe diese Entwicklung deshalb vergleichsweise gelassen. Denn ich glaube, dass zugleich immer wieder neue Unternehmen nachkommen mit marktstrategisch interessanten Neuheiten, die vorhandene Lücken schließen. In der Vertriebslandschaft geschieht dies nahezu tagtäglich. comparit ist dafür aus meiner Sicht ein gutes Beispiel auch für den Markt der Dienstleister. Ich halte den Markt daher insgesamt für gesund und durchaus in der Lage, solche Konzentrationsprozesse zu verkraften und gleichzeitig Raum für neue, eigenständige Marktteilnehmer zu lassen.
Seite 1 Vergleichsprogramme: „Markt braucht neutralen Anbieter“
Seite 2 Wer sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Wettbewerber und worin unterscheidet sich comparit von ihnen?
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