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Versicherer gehen die Digitalisierung zu verhalten an
13. April 2018

Versicherer gehen die Digitalisierung zu verhalten an

Zwar legen die Versicherer einen starken Willen zur Digitalisierung an den Tag, setzen die Transformation in der Praxis aber zu zaghaft um. Die Digitalisierung der deutschen Versicherungswirtschaft drohe daher nicht an der Investitionsbereitschaft, sondern an internen Prozessen zu scheitern, so das Ergebnis einer zeb-Studie.


Zwar legen die Versicherer einen starken Willen zur Digitalisierung an den Tag, setzen die Transformation in der Praxis aber zu zaghaft um. Die Digitalisierung der deutschen Versicherungswirtschaft drohe daher nicht an der Investitionsbereitschaft, sondern an internen Prozessen zu scheitern, so das Ergebnis einer zeb-Studie.


Versicherer gehen die Digitalisierung zu verhalten an

Mit der Umfrage durch die Strategie- und Managementberatung zeb.rolfes.schierenbeck.associates gmbh hat eine weitere Studie beleuchtet, wo die deutschen Versicherer in Sachen Digitalisierung stehen. Wie die zeb-Analyse zeigt, sind die Gesellschaften im Hinblick auf Digitalisierungsinitiativen mehrheitlich investitionsbereit. So gaben 83% der befragten Versicherungen an, zumindest punktuell Budgets für Digitalisierungsinvestments freizugeben. Doch was Innovationen angeht, stehen sich die Versicherer selbst im Weg, so das Ergebnis der Studie. Nur 8% der Gesellschaften konnten einen Innovationsprozess in Gang setzen, bei dem innovative Geschäftsansätze mit erhöhter Geschwindigkeit konzipiert und auf das gesamte Unternehmen übertragen werden. Bislang seien InsurTechs die innovativen Leuchttürme der Branche.

Es hakt bei den internen Prozessen

Nach Ansicht von zeb drohe die Digitalisierung der deutschen Versicherungswirtschaft nicht an der Investitionsbereitschaft, sondern an den internen Prozessen zu scheitern. Denn wie die Studie ergab, haben die deutschen Versicherer ihre Prozesse, Daten und die IT noch nicht auf digitale Geschäftsmodelle ausgelegt. Meist Zumeist arbeiten sie erst an der Schaffung von Grundvoraussetzungen für die digitale Transformation, wie etwa der Vereinheitlichung ihrer Datenformate und der Flexibilisierung ihrer IT-Architektur. Eine Echtzeitkonsolidierung von Daten sei weiterhin Zukunftsmusik.

Versicherer zu zaghaft

Die Autoren der Studie zeigen sich überrascht, dass bisher nur jede zweite Versicherung eine Digitalisierungsstrategie mit einem strategisch definierten Projektportfolio entwickelt hat. Zudem habe nur jede vierte Gesellschaft die Verantwortlichkeiten für die digitale Transformation festgelegt. Um die Digitalisierung des Geschäftsmodells voranzubringen, müssten die Versicherer deutlich konsequenter vorgehen und vor allem Managementkapazitäten zielgerichtet einsetzen, so die Auffassung von Stefan Geipel, Partner bei zeb und Initiator der Studie.

Kunden kaum in Produktentwicklung einbezogen

Zwar sagen die meisten Versicherer, die Bedürfnisse der Kunden zu kennen, doch nicht einmal jede zweite Gesellschaft bezieht den Kunden in die Produktentwicklung ein. Die Digitalisierung des Produktangebots erfolge schrittweise, komplexere digitale Angebote befinden sich erst in der Entwicklung, disruptive Ansätze im Produktangebot seien nahezu nicht verfügbar.

Versicherer bei Digitalisierung durch die Bank Mittelmaß

Zwar würden die Versicherten die Digitalisierung nicht unbedingt verschlafen, doch laut zeb gebe es derzeit keinen Versicherer, den man als Digital Leader bezeichnen könnte. Die Gesellschaften bewegen sich alle im „unteren Mittelmaß“, so das Fazit von Philip Franck, Senior Manager bei zeb. Deutsche Versicherer müssten mehr wagen und ihren „Werkzeugkasten“ erweitern. (tk)




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