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Versichern von Recyclingfirmen – Unerwünschtes Risiko?
13. März 2020

Versichern von Recyclingfirmen – Unerwünschtes Risiko?

Recyclingbetriebe zählen nicht gerade zu den Lieblingskunden der Versicherer. Das Maklerunternehmen Dr. Schulte-Brader GmbH hat sich auf genau diese Branche spezialisiert. Was die Herausforderungen bei der Absicherung von Recyclingfirmen sind, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Ass. jur. Christian Haase.


Recyclingbetriebe zählen nicht gerade zu den Lieblingskunden der Versicherer. Das Maklerunternehmen Dr. Schulte-Brader GmbH hat sich auf genau diese Branche spezialisiert. Was die Herausforderungen bei der Absicherung von Recyclingfirmen sind, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Ass. jur. Christian Haase.


Versichern von Recyclingfirmen – Unerwünschtes Risiko?
Herr Haase, Sie haben sich unter anderem auf die Absicherung von Recyclingbetrieben und Schrotthandlungen spezialisiert. Wie setzt sich Ihr Kundenstamm denn zusammen?

Unsere ersten Kunden im Bereich Recycling waren Autoverwerter. Ausgehend von Autoverwertungen haben wir uns in den Folgejahren generell mit Recyclingunternehmen beschäftigt. Dabei haben Recyclingbetriebe sehr unterschiedliche Größen und sehr unterschiedliche Risikoprofile. Sie finden bei uns internationale Unternehmen. Sie finden aber auch kleinere, sehr spezialisierte Familienunternehmen.

Welchen Versicherungsbedarf haben diese Entsorgungsunternehmen und worin liegen besondere Schwierigkeiten bei der Absicherung?

Aus Sicht der meisten Versicherungen werden Recyclingunternehmen in einen großen Topf geworfen auf dem steht: „Unerwünschtes Risiko“. In Teilen ist diese Beurteilung sicherlich nachvollziehbar. In Teilen aber auch nicht. Nehmen Sie zum Beispiel einen Demontagebetrieb, der Schrott aus Abriss-Objekten verkauft oder einen Autoverwerter, der Fahrzeuge und Fahrzeugteile gemäß der Altfahrzeug-Verordnung der Rest- und Wertstoffverwendung zuführt. Beide arbeiten und handeln in Teilen mit gebrauchtem Metall. Dennoch stellen beide sehr unterschiedliche Risiken dar. Entsprechend differenziert wird hier der Versicherungsschutz durch uns aufgebaut.

Die Schwierigkeiten bei der Absicherung ergibt sich aus dem Bild, dass fast jeder bei dem Begriff „Recyclingunternehmen“ vor Augen hat. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren immer wieder Recyclingbetriebe gebrannt haben. Unser erster Schritt ist es daher, mit unseren Kunden risikovermeidende Maßnahmen zu planen und umzusetzen.

In den letzten Jahren haben sich ja immer mehr Versicherer aus dem Segment Entsorger zurückgezogen. Gibt es denn überhaupt (noch) passende Versicherungslösungen auf dem Markt?

Das genau ist der Punkt. Wir haben vor einigen Jahren festgestellt, dass Entsorgungsunternehmen am Versicherungsmarkt kaum zu platzieren sind. Viele Vermittler hat dies abschreckt. Uns hat diese Situation motiviert. Wir haben ein Konzept erstellt und Risikoträger gefunden, die dieses Konzept begleiten.

Sie setzen also auf ein eigenes Deckungskonzept?

Ja. Wir haben ein Konzept entwickelt und explizit auf spezielle Entsorgungsunternehmen als Zielgruppe angepasst. Dabei war uns wichtig, dass alle Sparten umfasst sind. D.h., dass wir alle maßgeblichen Bereiche in einem Konzept abbilden – sowohl die Haftungs- und Umweltrisiken als auch die Sach- und Ertragsausfall-Risiken.

Mit welchen Versicherern arbeiten Sie hierbei zusammen?

Es sind die eher konservativen Versicherungen, die sich unserem Gedanken angeschlossen haben und – exklusiv – mit uns zusammenarbeiten. Das passt zu der ebenfalls eher konservativen Zielgruppe.

 

Versichern von Recyclingfirmen – Unerwünschtes Risiko?

 

Welche Themen dominieren aktuell in den Beratungsgesprächen?

Risikoerkenntnis und Möglichkeiten der Risikovermeidung. Das verstehen Kunden. Oft sind es Kleinigkeiten, die erhebliche Auswirkungen haben – auf das Risiko und entsprechend auf die zukünftigen Versicherungsprämien.

Sie hatten die Brandrisiken und das Thema Risikovermeidung schon angesprochen. Können Sie uns noch mehr zur Präventionsberatung sagen?

Für annähernd alle Recyclingunternehmen ist das Feuerrisiko eines der zentralen Risiken. Entsprechend liegt der Schwerpunkt unserer Beratung zur Schadensvermeidung in diesem Bereich. Ergänzend stellen wir unseren Kunden ein Netzwerk von Firmen zur Verfügung, wenn es um die Themen Sensorik und Löschtechnik geht.

Wie erleben Sie es in Ihrer Praxis: Wird es für Entsorgungsbetriebe zunehmend schwer, die gesetzlichen Auflagen für den erforderlichen Brandschutz zu erfüllen?

Ja. Gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, ist oft schwer. Allerdings betrifft dies in der Regel nur Betriebe, die neue Standorte eröffnen. Bestehende Betriebe genießen in der Regel Bestandsschutz. Schwerer wird es, wenn Versicherungen weitergehende Maßnahmen im Bereich des Brandschutzes, der Sensorik und der Löschtechnik verlangen. Unsere Aufgabe als Makler ist es dann, die anfänglichen Anforderungen der Versicherer auf ein technisch und kaufmännisch darstellbares Maß zu beschränken.

Recyclingunternehmen zu versichern gilt als schwierig. Wenn es aber Lösungen am Versicherungsmarkt gibt, warum stehen diese dann nicht allen zur Verfügung?

Wenn Versicherungen unerwünschte Risiken zeichnen, dann spielt das Vertrauen in den Vermittler und dessen Expertise eine große Rolle. Die Expertise im Bereich Autoverwertung, Metall-Recycling und Demontage ist bei uns vorhanden. Wir verstehen uns nicht als Konzept-Makler. Vielmehr arbeiten wir als Spezialisten für viele Vermittler, deren Schwerpunkte in anderen Bereichen liegen.

Bild: © Thomas Reimer – stock.adobe.com




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