Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) hat neue Branchenzahlen veröffentlicht. Die „Statistiken zur deutschen Versicherungswirtschaft“ untersucht jährlich die Anteile der verschiedenen Vertriebswege am Neugeschäft in den fünf Versicherungssparten Leben, Kranken, Sach-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, Kfz sowie Rechtsschutz. Nun hat der Branchenverband die neuesten Zahlen für das Jahr 2025 vorgelegt.
Diese bestätigen erneut, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland weiterhin auf persönliche Beratung setzt, um eine Versicherung abzuschließen. In allen analysierten Sparten liegen der Ausschließlichkeitsvertrieb sowie Mehrfirmenvermittler deutlich vor allen anderen Vertriebswegen. Allerdings gibt es dieses Jahr eine sehr erfreuliche Nachricht für Makler: In einer Sparte konnten sie im Jahr 2025 an der ansonsten dominierenden AO vorbeiziehen.
AO-ler am stärksten in der PKV und im Rechtsschutz
Doch der Reihe nach: Die Mehrheit des Neugeschäfts vermitteln weiterhin Ausschließlichkeitsvertreter. Am stärksten sind sie in den Sparten private Krankenversicherung (PKV) sowie im Rechtsschutz, wo sie mehr als die Hälfte des Beitragsaufkommens im Neugeschäft vermitteln. Makler vermitteln in diesen Sparten 29% (PKV) bzw. knapp 19% (Rechtsschutz) des Neugeschäfts. In Bereich Rechtsschutz ist der Abstand zwischen den beiden Vertriebswegen auch am größten: Hier liegt die AO fast 38% vor den Maklern, so deutlich wie in keiner Sparte sonst.
Etwas geringer ist der Abstand in der Lebensversicherung: Während die AO-ler 38,3% der Neuabschlüsse für sich beanspruchen, sind es bei Maklern 28,4%. In der Kfz-Versicherung laufen 43,8% der Neuabschlüsse über die Ausschließlichkeit, 22,9% über Makler.
Makler in Sach, Unfall und Haftpflicht knapp vor AO
In den vergangenen Jahren konnte die AO sich durchgehend in allen Sparten an die Spitze stellen. Doch 2025 sicherten sich Makler in der Sparte Sach-, Unfall- und Haftpflichtversicherung die Spitzenposition. So vermittelten Makler in vergangenen Jahr 41% des Beitragsaufkommens im Neugeschäft, während es bei den Einfirmenvermittlern 40,9% waren.
In diesen Sparten haben Makler aufgeholt
Insgesamt haben Makler 2025 in zwei der fünf Sparten im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Neben der Sparte Sach, Unfall und Haft, in der Makler um 0,4 Prozentpunkte aufgeholt haben, konnten sie auch in der PKV eine Steigerung von 2,1 Prozentpunkten verzeichnen.
In den Sparten Leben, Kfz und Rechtsschutz mussten Makler dagegen im Vergleich zu 2024 Federn lassen. Der deutlichste Rückgang war in der Lebensversicherung. Hier lagen die Neuabschlüsse bei Maklern 1,4 Prozentpunkte unter denen des Vorjahres. In der Kfz-Versicherung lag das Minus bei 0,5 Prozentpunkten, in der Rechtsschutzversicherung waren es 0,6 Prozentpunkte weniger.
Kfz: Direktversicherung holt weiter auf
Neben dem Maklervertrieb und der Ausschließlichkeit sind vor allem Kreditinstitute und die Direktversicherung weitere relevante Vertriebskanäle.
In der Kfz-Versicherung ist der Abstand zwischen den Maklern und dem Direktvertrieb in den vergangenen Jahren immer weiter zusammengeschmolzen. Inzwischen trennt die beiden Vertriebswege nur noch ein Prozentpunkt, während es im Jahr 2024 noch 3,2 waren. Auch in der Rechtsschutzversicherung spielt der Direktvertrieb mit 14,3% eine relativ große Rolle, während in der Lebensversicherung der größte „Verfolger“ der Makler die Kreditinstitute sind, die insgesamt auf 20,4% der Neuabschlüsse kommen. (js)
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