Notwendigkeit einer gemeinsamen Branchenlösung
Julie Schellack setzt sich weiterhin für eine starke Branchenlösung ein. „Wir glauben weiter fest daran, dass, auch wenn die Softwarelandschaft gerade fragmentiert ist, es ein herrschendes System geben muss, in aller Regel das MVP des Maklers. In diesem sollten alle Informationen aus allen Systemen, Vergleichssoftware, Risikoermittlung usw. zusammenfließen.“ Eine zu große Verteilung relevanter Risikodaten über verschiedene Anwendungen hält sie für gefährlich. Zugleich warnt sie vor einer Monopolisierung des Datenaustauschs durch Einzelanbieter und fordert stattdessen eine gemeinsame, vereinsbasierte Plattformlösung analog zum BiPRO-Hub. Schon heute hätten es beispielsweise Versicherungsmakler aufgrund von IT-Abhängigkeiten schwer, einen Wechsel in andere Pool-Landschaften überhaupt noch umzusetzen.
Technologieoffene Ansätze
In der Tat nehmen Maklerpools außerhalb von Maklerholdings und -zusammenschlüssen seit geraumer Zeit eine Schlüsselrolle als digitale Dienstleister ein. BCA-Vorstand Roeder erklärt, man arbeite an einem integrierten digitalen Ökosystem. Die Zielsetzung seien dabei weniger manuelle Arbeitsschritte, mehr Zeitgewinn für Beratung und Acquisition im Maklerbetrieb. Sein Vorstandskollege Roman Schwarze weist jedoch darauf hin, dass viele Makler noch mit Systemlandschaften aus Alt- und Neuprogrammen arbeiten, die ursprünglich gar nicht auf moderne Schnittstellen ausgelegt wurden. „Die dafür nötige Datenqualität und -struktur muss erst aufwendig hergestellt werden. Als Servicemanufaktur für Versicherungsmakler und Finanzanlagenvermittler sehen wir genau darin unsere Aufgabe: Komplexität herausnehmen, Prozesse vereinfachen und unsere Vertriebspartner entlasten.“
Besonders wirkungsvoll seien aus seiner Sicht zentrale Plattformlösungen, die durch Automatisierung, KI und vertriebsunterstützende Tools ergänzt werden. Gleichzeitig betont auch er die Bedeutung technologieoffener Ansätze und flexibler Automatisierungsplattformen wie Make.com oder n8n, die heterogene IT-Landschaften verbinden können, ohne tief in bestehende Systeme einzugreifen. Ergänzend müssten integrierte Plattformlösungen weiterentwickelt werden, die Versicherungs- und Investmentvertrieb zusammenführen, Automatisierung und KI nutzen und gleichzeitig die Nutzerfreundlichkeit sicherstellen. „Ebenso wichtig ist die Kooperation innerhalb der Branche: Softwarehersteller, Vertriebe und Vermittler sowie Produktgeber müssen gemeinsam Lösungen entwickeln, statt in Konkurrenz zu agieren, heißt es vonseiten der BCA.
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